ecomento.de

Audi-Chef: „Wir werden in spätestens drei Jahren Elektro-Benchmark sein“

Bild: Audi (Symbolbild)

Anzeige

Der neue Audi-Chef Bram Schot will die Volkswagen-Tochter „komplett neu aufstellen“. Aktuell lägen die Ingolstädter in zentralen Bereichen hinter der Konkurrenz zurück. Bei Elektroautos führe Tesla – das soll sich ändern: „In zwei, spätestens drei Jahren wird Audi Elektro-Benchmark sein“, sagte Schot dem Manager Magazin.

Audis Luxus-Flaggschiff A8 könnte es in der nächsten Generation nur noch als Elektromodell geben. Für den Sportwagen TT sei ein elektrischer Nachfolger „für weniger als 45.000 Euro“ geplant, so Schot im Gespräch mit dem Wirtschaftsmagazin. Schon 2025 solle jeder zweite verkaufte Audi ein Elektroauto sein – zuletzt hieß es, 2025 werde etwa jedes dritte verkaufte Auto ein Stromer.

Vor der Hauptversammlung des Unternehmens diesen Donnerstag veröffentlichte Audi den aktuellen Stand seiner E-Mobilitäts-Pläne. Die Marke werde „zum Anbieter ganzheitlich CO2-neutraler Premium-Mobilität – mit dem Ziel, dabei im Wettbewerb die Führungsrolle zu übernehmen“. Dazu beschleunige der Hersteller die Elektrifizierung und unternehmensweite Dekarbonisierung.

„Audi bietet die schönste Form nachhaltiger Mobilität: Unsere Vision steht für eine neue Konsequenz in der strategischen Ausrichtung und ihrer Umsetzung. Wir wollen die stärksten Kundenerlebnisse in unserer Industrie schaffen und Audi damit an die Spitze des Wandels im Premiumsegment führen“, so Schot in einer Pressemitteilung. „Entscheidend ist für mich, dass wir ein durch und durch kundenorientiertes Unternehmen werden. Zu unseren Top-Themen zählen deshalb auch umfassende Vernetzung, ein überzeugendes digitales Ökosystem und hochautomatisiertes Fahren mit Fokus auf die interurbane Langstrecke.“

20 reine Elektroautos bis 2025

2025 werde das Audi-Portfolio mehr als 30 Modelle mit Elektroantrieb zählen, darunter 20 reine Elektroautos. „Für den Einstieg in die elektrische Premium-Welt“ sieht das Unternehmen bis dahin mindestens drei Modelle auf Basis von Volkswagens modularem E-Antriebs-Baukasten (MEB) für kompaktere Fahrzeuge vor. Erste Modelle auf der zusammen mit Porsche entwickelten PPE-Architektur („Premium Platform Electric“) sollen zu Beginn des nächsten Jahrzehnts in den oberen Segmenten erhältlich sein.

Seine Prognose für den Absatz von rein elektrischen Fahrzeugen sowie Modellen mit Plug-in-Hybrid-Antrieben hat Audi erhöht und erwartet nun für 2025 einen Anteil von rund 40 Prozent elektrifizierten Automobilen an den weltweiten Verkäufen.

„Im Rahmen der konsequenten Fokussierung des Volkswagen-Konzerns auf die Elektromobilität richten die Vier Ringe ihr Antriebs-Portfolio gezielt auf die besonderen Anforderungsprofile von Premium-Kunden aus“, heißt es weiter. „Mit einem hohen Anteil großer Fahrzeugsegmente, entsprechendem Leistungsanspruch und regelmäßigem Einsatz auf der Langstrecke setzt Audi neben rein elektrischen Fahrzeugen auch auf Plug-in-Hybrid-Antriebe. Darüber hinaus blickt die Marke bereits weiter in die Zukunft und treibt für den Volkswagen-Konzern die Entwicklung des Brennstoffzellen-Antriebs voran.“

Audi will zukünftig den gesamten Fahrzeug-Lebenszyklus CO2-neutral gestalten – „von der Herstellung über die Nutzung bis zur Verwertung“. Mit der Dekarbonisierungs-Offensive soll der CO2-Fußabdruck der Flotte bis 2025 gegenüber dem Vergleichswert aus 2015 um 30 Prozent reduziert werden. Bis spätestens 2050 beabsichtigt Audi, unternehmensweit CO2-Neutralität zu erreichen.

Für seinen Zukunftskurs stemmt Audi bis Ende 2023 rund 40 Milliarden Euro an Sachinvestitionen sowie Forschungs- und Entwicklungsleistungen. Davon entfallen nach Angaben des Unternehmens rund 14 Milliarden auf E-Mobilität, Digitalisierung und hochautomatisiertes Fahren.

Anzeige