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VW-Marketingchef: Tesla ist „eine Nischenmarke für Millionäre“

Bild: VW

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Volkswagen startet mit den Modellen ID.3 und ID.4 in diesem Jahr eine weltweite Elektroauto-Offensive, der aktuelle Stromer-Branchenprimus Tesla wird damit noch stärker zum Wettbewerber als bisher. Volkswagen-Vorstandschef Herbert Diess sieht den US-Konkurrenten als Impulsgeber und lobt das bisher Erreichte von Tesla-Chef Elon Musk. Dem Marketingchef der Marke Volkswagen Jochen Sengpiehl zufolge haben die Wolfsburger aber die besseren Chancen auf die Marktführerschaft bei der E-Mobilität.

„Tesla ist eine Nischenmarke, eine Marke für Millionäre“, sagte Sengpiehl im Gespräch mit der Marketingfachzeitschrift Horizont. Er betonte: „Natürlich sind wir Wettbewerber, aber wir sind stolz, einen Wettbewerber wie Elon Musk zu haben, der die Branche vorantreibt.“ Für Volkswagen gehe es jedoch vor allem darum, Elektromobilität so vielen Menschen wie möglich zugänglich zu machen.

Auch Elon Musk erklärt immer wieder, dass er mit Tesla den Massenmarkt erobern will. Dabei ist er nach anfänglichen Schwierigkeiten mittlerweile auf einem guten Weg: Die Produktion, der Absatz und die Beliebtheit der Marke steigen stetig, der Börsenkurs ist so hoch wie nie und neue Technologie soll in wenigen Jahren einen Durchbruch bei der Reichweite und den Kosten von Elektroautos bringen. Mit der Limousine Model 3 und dem SUV Model Y bietet Tesla schon heute neben Oberklasse- auch Mittelklassewagen an, es sind zudem Kompaktmodelle in Arbeit.

Doch auch Volkswagen ist auf dem Vormarsch: Europas größter Automobilhersteller konzentriert sich künftig auf Batterie-E-Mobilität, klassische Verbrenner kommen mehr und mehr auf das Abstellgleis. Im Fokus der Bemühungen stehen der konzernweit eingesetzte Modulare E-Antriebs-Baukasten (MEB) und die Elektroauto-Familie ID. der Kernmarke VW. Der Kompaktwagen ID.3 und das Kompakt-SUV ID.4 sind die ersten modernen, zum erschwinglichen Preis angebotenen Voll-Stromer von VW. Sie wurden für einen möglichst großen Absatz konzipiert – insbesondere der ID.4, der zum „Weltauto“ werden soll.

Um möglichst vielen Menschen E-Mobilität zugänglich zu machen, müsse sich Volkswagen verändern und die bisherigen Silo-Strukturen überwinden, sagte Sengpiehl. Dafür sei insbesondere der richtige Einsatz von Daten und Informationstechnologie wichtig. Der VW-Manager will das Marketing umorientieren: weg von bezahlter Kommunikation hin zur internen Entwicklung von Inhalten, die auf den Unternehmenskanälen veröffentlicht werden. „Wir wollen ein Brand Publisher werden“, so Sengpiehl. Dazu müsse sich der Traditionskonzern neue Fähigkeiten aneignen, auch nach der „Trial-and-Error“-Methode.

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