Mit Zeekr drängt ein weiterer Elektroautobauer aus China nach Europa. Die erst 2021 gegründete Geely-Tochter hat das Premiumsegment im Visier. Europachef Lothar Schupet sprach mit der Automobilwoche über die Strategie.
Von den bisher neun eingeführten Modellen sind vier in Norwegen, Schweden und den Niederlanden erhältlich. In Deutschland ist Zeekr noch nicht mit einem Vertriebsnetz aktiv, Flottenkunden und Dienstwagenberechtigte können aber bereits drei verschiedene Modelle ordern: den Shooting Brake 001, das Kompakt-SUV X und das große SUV 7X.
Das Ziel sei, sich in der Breite im größten europäischen Automarkt zu etablieren, sagte Schupet. „Wir wollen in zwölf und spätestens 24 Monaten in Deutschland auf einem soliden Fundament starten.“ Womöglich gehe es auch noch schneller, aber das Vertriebs- und Servicenetz müsse vor dem Start stehen.
In Deutschland hat Zeekr laut Schupet bereits einige „interessante“ Verträge mit großen Flottenkunden unterzeichnet, die ihren Dienstwagen-Berechtigten auch die Fahrzeuge der Chinesen anbieten wollen. Noch vor Deutschland werde Zeekr in Belgien, Dänemark, der Schweiz und Griechenland an den Start gehen.
Zeekr hat sich beim Vertriebsmodell noch nicht festgelegt. Das Unternehmen sammelt Erfahrungen in den Ländern, in denen es schon begonnen hat. In Norwegen ist man im Händlermarkt gestartet, in Schweden und in den Niederlanden im Direktvertrieb.
„In Fachkreisen schon ziemlich bekannt, aber in der Breite noch nicht“
Eine zentrale Herausforderung ist für Zeekr die Markenbekanntheit. „Wir sind in Fachkreisen schon ziemlich bekannt, aber in der Breite noch nicht“, so Schupet. Er verwies auf ein Entwicklungszentrum in Göteborg sowie zwei Designzentren in Göteborg und Krakau, die für den europäischen Markt Modelle entwerfen. „Wir sehen uns deshalb als Marke mit der Power eines chinesischen Giganten, aber mit einer europäischen Seele.“ In Europa habe man auch ein durchweg europäisches Management, das den Markt kenne.
Im Visier hat Zeekr zunächst vor allem bisherige Kunden deutscher Premiumhersteller. „Wenn diese Kunden merken, dass sie bei ihrer bisherigen Marke im E-Segment mindestens eine Baureihe kleiner ordern müssen, dann kommen sie gerne zu Zeekr, wo sie auch im BEV-Bereich die Fahrzeugklasse behalten können“, meinte Schupet. Die Marke lockt Flottenkunden dabei auch mit einer zehnjährigen Garantie auf alle Komponenten, inklusive der Batterie.
Die Wahrnehmung chinesischer Hersteller sei in Europa bisher nicht immer die beste gewesen, räumte Schupet ein. „Aber das ändert sich gerade massiv. Denn immer mehr Kunden sind bei einem EV nicht mehr bereit, Kompromisse bei der Ausstattung oder der Leistung einzugehen. Sie erwarten EVs mit der neuesten Technologie – und genau das bieten wir, zu einem unschlagbaren Preis.“
Bei der Expansion nach Europa hat Zeekr wie andere Anbieter von in China produzierten Elektroautos seit einigen Monaten mit Strafzöllen der EU zu kämpfen. Ohne diese könnte man preislich noch aggressiver auftreten, erklärte Schupet. Derzeit wird die Marke in der EU mit einem Zollsatz von 28,8 Prozent belegt. „Aber wir haben trotz dieser Zollhürde noch klare Vorteile beim Preis, die wir nicht aufs Spiel setzen werden.“


BEV meint
Ich frag mich ja wie das Konstrukt bei Geely genau aussieht, warum vertreibt und wartet man Zeekr nicht über das Volvo Netzwerk?
Will man unterschiedliche Wege gehen, hat man interne Konkurrenzkämpfe oder will man den Absatz von Volvo nicht gefärden indem man dem Kunden deutlich macht, dass Volvo heute chinesisch ist?
der 7X ist ein sehr interessantes Auto, man muss es allerdings auch (in Deutschland) verkaufen können, dazu braucht es ein solides Händler/Service-Netzwerk und der Preis sollte im Vergleich zu anderen nicht zu hoch sein.
Aztasu meint
Geely will ja Zeekr von der Börse nehmen um Synergieeffekte besser nutzen zu können. Ein Nutzen bekannter Absatz-und Servicestrukturen wäre durchaus denkbar. Zeekr tut sich mit dem europäischen Markteintritt ja sehr schwer und vor 2026 gibt es keine groß angelegten Pläne. Mal sehen was da kommt
Owl meint
Der 7x schaut ja richtig gut aus! Sauberes Design, kein Firlefanz, ausgewogene Proportionen. Ich frag‘ mich, wie viel KI da mittlerweile am Werk ist, um ein Design zu schaffen, das auf möglichst vielen Märkten ankommt.
eBikerin meint
Ich weiss nicht . wahrscheinlich liegt es an meinem Alter aber ich kann mittlerweile kaum noch irgendeinem neuen Auto Designtechnisch etwas abgewinnen. Besonders wenn diese Autos auf „eAuto“ getrimmt sind.
Am schlimmsten finde ich schon fast den EQS/EQE oder IOINQ 6. Über SUV sag ich gar nix, weil ich SUV sowieso nicht mag – egal welcher Antrieb.
Hasan meint
Sie sprechen mir aus der Seele. Früher hatten die Autos Charakter. Heute sehen die meisten Geschmacklos aus. Gefühlt jeder Pkw ist ein SUV. Mazda baut noch hübsche Autos wie der 3er Limousine.
M. meint
Nur weil man in Europa ein europäisches Management hat, hat die Marke noch keine europäische Seele. Das sind Chinesen.
Anti-Brumm meint
Vor allem wollen sie mit diesem Nicht-Image sofort in die Premium-Schiene.
Hyundai/Kia hat das ganz schlau gemacht. Am Anfang Brot- und Butterautos, zunächst mal hat man sich europäische Designer ins Haus geholt, dann europäische Fabriken hochgezogen, und nun ist man ein etablierter Hersteller und kann höherpreisige Modelle mit gutem Image in Europa anbieten.
Haubentaucher meint
Lustig – Zipse erzählt den Chinesen immer das Herz von BMW schlage dort. Nicht mehr lange vermutlich.
M. meint
Witzig!
BMW baut in China seit über 30 Jahren Autos, zum Teil sogar exklusiv für China.
Was baut Zeekr denn hierzulande, und wie lange schon?
Haubentaucher meint
Aus caritativen Gründen baut BMW sicher keine Autos in China. Omei.
M. meint
Nein, wo hat das denn jemand behauptet?
Hast du Halluzinationen?
Fakt: BMW baut seit 3 Dekaden Autos in China. Richtig oder nicht?
BMW verkauft seit 30 Jahren Autos in China und beschäft seit 30 Jahren dort Mitarbeiter. Richtig oder nicht?
Fakt: Zeekr baut keine Autos in Deutschland, nicht mal in Europa, und ganz sicher nicht seit 30 Jahren. Richtig oder nicht?
Zeekr hat wenige Kunden in Deuschland, und beschäftigt hierzulande auch nur wenige Mitarbeiter – viel weniger als umgekehr BMW, und seit viel kürzerer Zeit. Richtig oder nicht?
Also, wer von beiden hat mehr Verbindung zum jeweiligen Land? Mit Mitarbeitern und mit Kunden?
Überleg mal. Ich glaub‘ an dich.
Future meint
Maschinen haben keine Seelen. Menschen haben vermutlich eine. Und Manager sind ja auch Menschen. Künstliche Intelligenz hat vielleicht auch schon eine Seele. Autos sind aber immer noch Maschinen, wie man das im Italienischen auch trefflich sagt, und damit sind sie alle seelenlos.
M. meint
BMW ist kein Auto, sondern eine Organisation, bestehend aus rund 159.000 Menschen.
Ob die eine Seele haben oder nicht, das muss jeder für sich beantworten.
Monica meint
Ich kann dieses China Style einfach nicht mehr ab es ist einfach Abgrund hässlich tief jedes neue Fahrzeug
Aztasu meint
Beim 7X würde ich zustimmen, beim Zeekr 001 (ein Lynk&Co Design), Zeekr 7GT und dem Zeekr X würde ich nicht unbedingt zustimmen, die sehen ganz gut aus.
Aztasu meint
Und abseits von Zeekr gibt es da ja noch einige mehr mit „China-Style“. NIO, Avatr, Xpeng etc.
Xiaomi würde ich optisch europäisch einordnen. BYD so in der Mitte dazwischen.
Future meint
Der Firefly von Nio wurde beispielsweise von Nios europäischem Designteam entwickelt. Das sitzt in München. Ich finde, dass sieht man dem Auto auch an. Der ist sehr europäisch oder eben münchnerisch. Also, die Chinesen lernen dazu, wie ein Auto in Europa aussehen muss. Sie beschäftigen aus diesem Grund ja auch so viele Experten aus Europa. Umgekehrt ist es ja übrigens ganz ähnlich.
Airbrush meint
Der Ex Porsche Designer Harm Lagay findet nur lobende Worte für Zeekr, er spricht von einem Super Design. Den Firefly finde ich persönlich misslungen, die Renderings waren noch vielversprechend, aber das vorgestellte Fahrzeug dann irgendwie altbacken im Design, auch innen nicht schön und sehr wenig Platz.
Future meint
Der Firefly bietet enorm viel Platz auf seinen 4 Metern. Die ersten Videos der Autotester sind da sehr vielversprechend, beispielsweise von Bjørn Nyland. Es gibt 27 Ablagen und den größten Frunk seiner Klasse. Sehr positiv wurden auch die verwendten Materialien im Innenraum erwähnt – das ist alles viel hochwertiger als beim Inster oder ID3. Mit dem Auto haben die Münchner unter Leitung von Kris Tomasson (früher BMW) einen guten Entwurf abgeliefert.
Aztasu meint
Im Vergleich zu einem ID.2, der nur 5cm länger ist, bietet der Firefly erstaunlich wenig Platz. Und ein Renault 4, der sogar ein gutes Stück kürzer ist, hat ein ähnliches Platzangebot. Firefly ist nichts besonderes und bietet insgesamt relativ wenig für’s Geld
Aztasu meint
Der Renault 4 ist sogar größer als ein ID.2 und Firefly, mein Fehler. Statement bleibt aber, Firefly ist nichts besonderes und bietet nur Mittelmäßigkeit, ob beim Platzangebot oder den technischen Daten. Und teuer ist er obendrein, zumindest in Europa
Airbrush meint
Hinten kaum Platz im Firefly, für die Größe. Mit einem ID3 kann man den sowieso nicht vergleichen, ist eine andere Klasse. Der ID3 bietet echten Nutzwert, der Firefly lediglich „Lifestyle“ der sich nach meiner Meinung zu schnell abnutzt. Hochwertigere Materialien kann ich jetzt nicht erkennen, aber jeder legt seine Prioritäten, das ist ok. Ich bin enttäuscht.
Future meint
Setzt euch doch mal in einen Firefly rein und danach in einen ID2. Ich bin mir sicher, ihr werdet die Unterschiede sofort erkennen. Das Münchner Design ist um Klassen besser geworden als das aus Wolfsburg. Ihr müsst die Erfahrung machen. Praxis ist eben immer besser als Theorie.
Airbrush meint
Hab mir eben den Test von Fahrgefühl angeschaut. Ohje, der Tester hat in etwa meine Größe, das Raumgefühl ist wie in einer Sardinenbüchse, da bin ich sowieso raus. Gut, das ist ein Kleinwagen, aber das Package hat Volkswagen viel besser raus, da bin ich auf den ID.2 gespannt.
BEV meint
Design ist Geschmackssache und selbst der ändert sich über die Zeit … mit gefällt der 7X sehr gut