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Infrarot-Heizpaneele sollen als Wärmequelle für Elektro-Minibus dienen

17.05.2024 in Allgemein von Thomas Langenbucher | 12 Kommentare

eDAILY-Minibus_Iveco

Ein europäisches Konsortium unter der Leitung des AIT Austrian Institute of Technology arbeitet im Forschungsprojekt MINDED am Wärmemanagement in E-Fahrzeugen. Evaluiert werden insbesondere Infrarot-Heizpaneele, die zunächst in einem elektrischen Minibus als Demonstrator Verwendung finden sollen.

MINDED steht für den Projekttitel „Thermal and energy Management for Increased Driving range of an electric minibus including improved user-centric design and thermal comfort“. Das aus elf europäischen Partnern bestehende Konsortium will einen elektrischen eDaily Minibus entwickeln, der bei 0 °C Umgebungstemperatur eine um 20 Prozent verbesserte Reichweite aufweist.

„Erreicht wird dies durch die Integration äußerst effizienter Infrarot-Heizpaneele im Fahrzeug, die von einer optimierten thermischen und energetischen Betriebsstrategie geregelt werden“, teilt der MINDED-Konsortialführer AIT mit.

Extreme Temperaturen beeinflussen die Reichweite von E-Fahrzeugen, da Klimaanlage oder Heizung zusätzliche Energie verbrauchen. „Im Gegensatz zu herkömmlichen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor, die die Abwärme des Motors nutzen, müssen Elektroautos die Energie für die Heizung direkt der Batterie entnehmen, was zu erheblichen Einbußen bei der Reichweite führen kann“, heißt es in einer Mitteilung zu MINDED.

Infrarot-Heizpaneele statt PTC-Heizer

Bei aktuellen Elektrofahrzeugen werden in der Regel PTC-Heizer für die Wärmeerzeugung im Innenraum eingesetzt. Diese Heizelemente bestehen aus keramischem Material und basieren auf der sogenannten „positiven Temperaturkoeffizient-Technologie“ (PTC). „Das PTC-Material zeichnet sich durch die Eigenschaft aus, seinen Widerstand mit steigender Temperatur zu erhöhen. Dies geht jedoch mit einem signifikanten Energiebedarf einher, der direkt von der Antriebsbatterie bezogen wird und somit die Reichweite vermindert“, erläutert das AIT.

Im Rahmen von MINDED soll eine Alternative realisiert werden: in Form von Infrarot-Heizpaneelen, deren Strahlungswärme laut den Österreichern zu einer Reduzierung des Gesamtwärmebedarfs beiträgt. Einen besonderen Fokus legen die Projektbeteiligten zudem auf die Entwicklung einer neuartigen Klimaanlage mit Wärmepumpenmodus (basierend auf einem ölfreien Kompressor), auf Künstliche-Intelligenz-basierte Vorhersagen des Fahrverhaltens sowie eine optimierte Dämmung des Fahrzeuginnenraums.

Zur Validierung der Ergebnisse wird der eDaily-Minibus von Iveco auf einem klimatisierten Rollenprüfstand vermessen. Neben dem AIT gehören zu dem Konsortium Iveco, Rimac Technology, die TU Darmstadt, die University of Zagreb, die TU Wien, IDIADA Automotive Technology, Villinger, Garrett Motion Czech Republic, Lead Tech und die TU Wien Automotive Test Center GmbH. Die Gesamtfördersumme beläuft sich auf rund fünf Millionen Euro.

„Unser Ziel ist es nicht nur, die Energieeffizienz zu steigern, sondern auch den Komfort für Fahrer:innen und Passagier:innen zu optimieren“, so Thomas Bäuml, AIT-Experte und Projektleiter von MINDED. „Durch die Integration von Infrarot-Heizpaneelen und die Entwicklung intelligenter Benutzer:innenoberflächen schaffen wir eine innovative Lösung im Bereich des thermischen Managements für Elektrofahrzeuge. Damit möchten wir einen entscheidenden Beitrag zur Erhöhung der Akzeptanz elektrisch angetriebener Fahrzeuge leisten und somit letztendlich zu einer umweltverträglichen Mobilität im Sinne des European Green Deal beitragen.“

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Via: ait.ac.at

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. THeRacer meint

    19.05.2024 um 08:17

    … schön, daß nach ca. 15 Jahren, seit Etablierung der individuellen eMobilität, mehr als 30 Jahre vorhandene Erkenntnisse aus der Bauphysik, langsam Eingang in konstruktive Zusammenhänge finden. Soviel zum Thema interdisziplinäres denken und arbeiten. …
    Wenn unsere Bemühungen zum Erhalt einer für uns alle (Tiere, Pflanzen und Pilze eingeschlossen) erträglichen Klimatisierung der Erde 🌏 🌎 🌍 nochmal so lange dauern, wird’s im Großen noch schneller dramatisch als viele meinen. … Aber – also, hier im kleinen wieder zurück zum Thema:

    … V.3.2.:
    Solange ein eAuto am Ladestecker steht, lassen sich Innenraum und Fahrbatterie komfortabel und reichweitenschonend, bzw. -verlängernd, via Timer oder App vorkonditionieren.
    

Ergänzend kann man diese Vorteile noch optimieren, wenn 
das Behaglichkeitsprofil aus Luftemperatur, Luftbewegung, Luftfeuchtigkeit und umgebenden (Wärme)-Strahlungsflächen wie Lenkrad-, Sitz- u. Fußraumflächenheizung …

    (Anmerkung: Omas Wärmedecke oder -fußmatte gibt’s übrigens auch schon seit mehr als 30 Jahren in jedem gut sortierten Sanitärfachgeschäft für kleines Geld 😉),

    … für Fahrer und Beifahrer beachtet, und konstruktiv und steuerungstechnisch optimiert wird.



    Nur Innenlufttemperierung verbraucht relativ viel und bringt relativ wenig, wenn die Umgebungsflächen wie Lenkrad, Sitz und Kopf-/Fußraum zu kalt oder zu warm sind.



    Fahrzeugdämmung (Dach, Türen, Dämmglas, Batteriegehäuse, etc. ) und aktive Niedertemperaturflächenwärmung, bzw. Kühlung/Lüftung dieser Bauteile optimieren das Behaglichkeitsempfinden und -profil für Mensch und Akku, und senken (wie beim Haus), den Energieverbrauch. …

  2. Matthias meint

    19.05.2024 um 01:42

    Entfernt, da themenfern. Die Redaktion.

  3. Daniel S meint

    18.05.2024 um 07:46

    Wärmedämmung könnte auch helfen.

  4. alupo meint

    17.05.2024 um 12:05

    1 kWh Infrarotheizung benötigt wie auch 1 kWh Widerstandsheizung 1 kWh (Leitungsverluste ignoriert) an Batterieenergie. Aus dieser Sicht besteht keinerlei Unterschied.

    Mich hätte daher interessiert wieviel weniger Wärme direkt beim Passagier bis zur Wohlfühltemperatur bei einer einfachen „Heizlüfteranlage“ ankommt im Vergleich zu einer Strahlungsheizung wo der Passagier vermutlich etwas direkter angestrahlt werden kann als beim Luftkanal.

    Leider gibt es im Bericht dazu keine Informationen.

    • Heinz Staller meint

      17.05.2024 um 12:51

      Informiere dich mal über das Prinzip einer Infrarot Heizung, dann würdest du solche sinnlosen Fragen überhaupt nicht stellen. Das Prinzip ist übrigens bei Campern längst bewährt.

      • Jörg2 meint

        18.05.2024 um 07:49

        Welcher WoWa hat werksseitig eine Infrarotheizung verbaut?

        • Solariseur meint

          18.05.2024 um 10:54

          Nur als Nachrüstlösung.

        • Jörg2 meint

          18.05.2024 um 10:57

          Als Nachrüstlösung kann man Mann jeden Mist anbieten.

          Ich kenne keinen Camper, der soetwas betreibt.

        • Solariseur meint

          18.05.2024 um 11:16

          Ich auch nicht. Wie geschrieben, hatte mal eine Vorführung im Camper. Caravan Messe. Ich fand es sinnlos.

    • Solariseur meint

      17.05.2024 um 14:00

      Hast Du völlig richtig erkannt. Volvo hatte damit vor Jahren mal experimentiert, es aber schnell verworfen. Warme Luft ist wohl angenehmer als Wärmestrahlung.

      Hab das mal im Camper vorgeführt bekommen – sinnlos. Heißer Kopf, kalte Füße.

      • GrußeinesNiedersachsen meint

        18.05.2024 um 07:28

        „Heißer Kopf, kalte Füße.“
        „Das Prinzip ist übrigens bei Campern längst bewährt.“

        Merkt man bei Hitzkopf Kommentatoren wie St all er ( ein anderes Beispiel wie S t e l i os war grad nicht da)

        • Solariseur meint

          18.05.2024 um 11:20

          Hör auf, auf dem armen Griechen rum zu hacken. Der muss jetzt hier schon seine Herkunft verleugnen.
          „Naaaain, bin ich nicht. Keine Ahnung wenn du meinst“
          Ist schon unpraktisch wenn man vergisst, was man aus lauter zornigkeit schon alles über sich ausgeplappert hat – oder welche Märchen man erfunden hat.
          Eigentumswohnung in Poros von Tesla Aktien. Ja ja.

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