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Mercedes-AMG GT SUV: Bis zu 860 kW (1169 PS) und 700 Kilometer Reichweite

19.10.2026 in Neue Modelle von Thomas Langenbucher | Kommentieren

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Bilder: Mercedes-Benz

Mercedes-AMG hat den neuen GT SUV vorgestellt. Das vollelektrische Modell ist das erste vollständig von Mercedes-AMG entwickelte SUV und basiert auf der speziell für leistungsstarke Elektroautos konzipierten Plattform AMG.EA. Die Baureihe umfasst drei Varianten mit Leistungen zwischen 400 kW (544 PS) und 860 kW (1169 PS). In Deutschland ist das Einstiegsmodell AMG GT 53 SUV ab Oktober zu einem Grundpreis von 113.050 Euro bestellbar.

Den Einstieg bildet der AMG GT 53 SUV mit zwei permanenterregten Synchronmotoren, elektrischem Allradantrieb und einer Systemleistung von 400 kW (544 PS). Darüber positioniert Mercedes-AMG den GT 55 SUV mit 600 kW (816 PS) und den GT 63 SUV mit 860 kW (1.169 PS). Beide leistungsstärkeren Varianten verwenden drei Axial-Fluss-Motoren, von denen zwei an der Hinterachse und einer an der Vorderachse arbeiten. Für das Topmodell nennt der Hersteller eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 2,5 Sekunden mit 1-Foot-Rollout beziehungsweise 2,7 Sekunden ohne Rollout sowie eine Höchstgeschwindigkeit von 270 km/h mit optionalem Driver’s Package.

Technische Grundlage ist eine 800-Volt-Architektur mit einer auf hohe Lade- und Entladeleistungen ausgelegten Hochvoltbatterie. Mercedes-AMG verwendet zylindrische Batteriezellen mit NCMA-Kathode und siliziumhaltiger Anode, die unmittelbar von einem elektrisch nichtleitenden Kühlöl umströmt werden. Das Kühlsystem soll eine gleichmäßige Zelltemperatur bei wiederholten starken Beschleunigungen und hohen Ladeleistungen ermöglichen. Für den GT 55 und GT 63 SUV gibt der Hersteller eine Dauerleistung von jeweils 530 kW an, während das Einstiegsmodell dauerhaft 270 kW bereitstellen kann.

Für die Batterie stehen je nach Modell nutzbare Kapazitäten von 106 beziehungsweise 128 kWh zur Verfügung. Der GT 53 SUV erhält ausschließlich das kleinere Akkupaket und erreicht nach vorläufigen Herstellerangaben eine WLTP-Reichweite von 597 bis 668 Kilometern. Die Modelle GT 55 und GT 63 SUV kommen mit dem größeren Energiespeicher auf 620 bis 700 Kilometer, während ihre 106-kWh-Ausführungen zwischen 525 und 585 Kilometer schaffen. Der kombinierte Stromverbrauch liegt laut Mercedes-AMG beim GT 53 zwischen 18,8 und 21,1 kWh pro 100 Kilometer und bei den leistungsstärkeren Varianten je nach Batterie- und Fahrzeugkonfiguration zwischen 20,9 und 23,8 kWh pro 100 Kilometer.

Beim Gleichstromladen nennt Mercedes-AMG Spitzenleistungen von 600 kW für die 106-kWh-Batterie und 710 kW für die 128-kWh-Ausführung. Unter den vom Hersteller angegebenen Bedingungen soll der Ladehub von zehn auf 80 Prozent elf beziehungsweise zwölf Minuten dauern. An einer 400-kW-Ladestation werden 14 beziehungsweise 16 Minuten angegeben. Die maximalen Ladeleistungen erfordern entsprechend leistungsfähige 800-Volt-Infrastruktur mit Stromstärken von bis zu 1000 Ampere. Für das Laden an 400-Volt-Schnellladesäulen verfügt das Fahrzeug über eine automatische Spannungsanpassung.

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Für das Fahrwerk hat Mercedes-AMG das System Active Ride Control+ mit hydraulischer Nick- und Wankstabilisierung entwickelt. Es gehört beim GT 63 SUV zur Serienausstattung und ist für den GT 55 SUV optional erhältlich. Hinzu kommen eine serienmäßige Hinterachslenkung mit bis zu sechs Grad Lenkwinkel sowie eine variable Verteilung der Antriebskraft zwischen Vorder- und Hinterachse. Bei den beiden leistungsstärkeren Varianten ermöglicht die unabhängige Steuerung der hinteren Elektromotoren zusätzlich eine gezielte Drehmomentverteilung zwischen den Hinterrädern.

Ebenfalls für den GT 55 und GT 63 SUV vorgesehen ist der AMG Race Engineer, der Antrieb, Bremsen und Rekuperation über einen Hochleistungschip vernetzt. Über drei Drehsteller in der Mittelkonsole lassen sich das Ansprechverhalten der Elektromotoren, die Kurvendynamik und die Traktionskontrolle individuell einstellen. Letztere bietet neun Regelstufen, während die Anpassung der Kurvendynamik und des Radschlupfs nur in bestimmten Fahrprogrammen bei deaktiviertem ESP verfügbar ist.

Bei der Aerodynamik setzt Mercedes-AMG auf das aktive System Aerokinetics mit einer variablen Kühlluftregelung und einem verstellbaren Dachspoiler. Vertikale Lamellen in der Frontschürze bleiben normalerweise geschlossen, um den Luftwiderstand zu reduzieren, und öffnen sich bei erhöhtem Kühlbedarf. Der aktive Dachspoiler der Modelle GT 55 und GT 63 SUV verändert ab 150 km/h automatisch seine Stellung, um je nach Fahrsituation den Luftwiderstand zu verringern oder die Fahrstabilität zu erhöhen. Zusätzlich trägt die geschwindigkeitsabhängige Absenkung des entsprechend ausgestatteten Fahrwerks zur aerodynamischen Optimierung bei. Mercedes-AMG nennt für den GT SUV einen Luftwiderstandsbeiwert von 0,27 bei einer Stirnfläche von 2,80 Quadratmetern.

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(Zum Vergrößern anklicken) Bild: Mercedes-AMG

Der GT SUV misst 5,08 Meter in der Länge, rund zwei Meter in der Breite und 1,66 Meter in der Höhe. Der Radstand beträgt 3,04 Meter, das Kofferraumvolumen nach Herstellerangaben 607 Liter beziehungsweise 1740 Liter bei umgeklappten Rücksitzen. Zusätzlich steht ein vorderes Staufach mit 78 Litern Volumen nach VDA-Messmethode zur Verfügung. Im Innenraum kombiniert Mercedes-AMG ein 10,2 Zoll großes digitales Kombiinstrument mit einem 14-Zoll-Zentraldisplay und einem weiteren 14-Zoll-Bildschirm für den Beifahrer. Das Infotainmentsystem basiert auf dem Mercedes-Benz Operating System MB.OS.

Mit dem Fahrprogramm AMGForce Sport+ integriert Mercedes-AMG eine umfangreiche Sound- und Schaltsimulation. Während der GT 53 SUV den Klang eines AMG-Sechszylinders reproduziert, orientieren sich die Modelle GT 55 und GT 63 SUV am Sound eines V8-Motors. Grundlage sind Aufnahmen realer AMG-Motoren. Die Klangwiedergabe passt sich in Echtzeit an Beschleunigung und Fahrsituation an. Hinzu kommen simulierte Gangwechsel, die sich über Lenkradpaddles manuell auslösen lassen, ein angepasstes Display-Design und sogenannte Sitzshaker, die Vibrationen erzeugen. Über einen Sound-Slider können Fahrer zudem unterschiedliche Klangcharakteristiken und Lautstärken einstellen.

Nach dem bereits vorgestellten elektrischen AMG GT 4-Türer Coupé ist der GT SUV das zweite Modell auf der neuen Plattform für besonders sportliche Elektroautos. Während der GT 53 SUV ab dem 20. Oktober 2026 bestellbar ist, sollen die leistungsstärkeren Versionen GT 55 und GT 63 SUV im Frühjahr 2027 folgen. Preise für diese beiden Varianten hat Mercedes-AMG bislang nicht veröffentlicht.

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Via: Mercedes-AMG
Tags: Mercedes-AMG GT SUVUnternehmen: Mercedes-AMG
Antrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

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