Die Verkaufszahlen des A390 liegen derzeit bei etwa 250 Einheiten pro Monat. Alpine-CEO Philippe Krief räumte im Gespräch mit Autocar ein, dass dieser Wert hinter den ursprünglichen Erwartungen zurückbleibt. Der sportliche Elektro-Crossover wurde Ende des letzten Jahres auf den Markt gebracht und sollte neben dem Batterie-Kleinwagen A290 dazu beitragen, Alpine vom reinen Sportwagenbauer zu einer Marke für elektrische Performance-Fahrzeuge zu entwickeln.
François Provost, Chef des Mutterkonzerns Renault, zeigt sich angesichts der Verkaufsentwicklung nicht besorgt. Er betonte, dass die Pflege der Markenidentität langfristig wichtiger sei als das Streben nach hohen Absatzzahlen. Provost merkte an, dass er die ursprünglichen Prognosen für das Wachstum der Marke als zu optimistisch eingestuft habe und man nun „ein wenig bescheidener“ agieren müsse.
Ein Grund für den schwierigen Start liegt laut Provost im Wettbewerb mit deutschen Premiummarken. Diese seien bei monatlichen Raten oft günstiger, was vermutlich auf Rabatte und höhere Restwerte zurückzuführen sei. „Alpine ist eine großartige Marke, aber im Vergleich zu deutschen Premium-Sportwagen ist es nicht einfach, wenn der Alpine teurer ist“, so der Manager.
Provost verweist auf die Begeisterung der Fahrer des A390. Er sieht den Aufbau der Marke als einen Prozess an, der über zwei Jahrzehnte angelegt sei. Selbst wenn das Potenzial des Elektroautos deutlich geringer ausfalle als gedacht, stehe die Markenpflege im Vordergrund. „Wenn der Kunde zufrieden ist, finden wir einen guten Weg, das Auto zu positionieren“, so Provost.
Alpine-Chef Philippe Krief sagte, dass er die Situation ebenfalls gelassen sehe. Zu Beginn sei der A390 nicht in allen Ländern mit Alpine-Präsenz angeboten worden, zudem fehlten zum Verkaufsstart die Varianten GT und GTS. Er verwies auf den A290, dessen Verkaufszahlen nach einem langsamen Start deutlich anstiegen.
Ein Erfolg zeigt sich laut Krief in der Kundenstruktur des Modells. Die Neukundengewinnung sei umfangreich, da 80 Prozent der Käufer bisher weder mit Alpine noch mit der Renault Group in Verbindung standen. Krief hob besonders die bislang hohe Neukundenquote des A390 hervor: 80 Prozent der Kunden seien Neukunden bei Alpine und Neukunden der Renault-Gruppe. Es handele sich also um ein Modell, das neue Kunden anzieht.

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