Polestar plant eine umfassende Produktstrategie für den europäischen Premiummarkt, um trotz schwacher Verkaufszahlen in China und eines US-Verkaufsverbots für neue Fahrzeuge ab 2027 profitables Wachstum zu erzielen. Der schwedisch-chinesische Elektroautobauer vollzieht dabei einen Wandel von Nischenmodellen hin zu volumenstarken Segmenten.
Im Zentrum dieser Strategie steht der Polestar 4 SUV, der in diesem Jahr erscheint. Die ersten 5000 Fahrzeuge wurden bereits produziert und werden aus Südkorea nach Europa geliefert, erklärte CEO Michael Lohscheller im Gespräch mit Automotive News. Das SUV nutzt die bestehende Architektur des Polestar 4 Coupé, was die Entwicklung beschleunigte. Auf den Polestar 4 soll im nächsten Jahr der Nachfolger der Mittelklasselimousine Polestar 2 folgen sowie im darauffolgenden Jahr dessen SUV-Pendant Polestar 7.
Lohscheller sieht im Polestar 4 SUV die Basis für künftiges profitables Wachstum, da das Modell in einem bedeutenden Marktsegment konkurriere. Er bezeichnete den Wagen als „sehr vielseitiges Auto mit vielen zusätzlichen Funktionen“, was ihn zu einer gelungenen Ergänzung zum schon länger verfügbaren Polestar 4 Coupé mache. Die Produktion des Polestar 4 erfolgt in Busan, Südkorea, in einem Joint Venture der chinesischen Polestar-Mutter Geely und Renault. Für den Polestar 7 ist eine Produktion in Europa geplant.
Die Strategie sieht laut dem CEO grundsätzlich eine zunehmende Regionalisierung vor, um Unsicherheiten durch Zölle und Abgaben entgegenzuwirken. Ein wesentlicher Bestandteil des Geschäftsmodells ist die Nutzung des Händlernetzes der Schwestermarke Volvo in Europa. Polestar-Kunden haben Zugang zu 1100 Volvo-Servicepunkten, was das Vertrauen stärken soll. Lohscheller zufolge kombiniert dieses Modell die Markenidentität von Polestar mit der Architektur der Geely Group und dem Vertrieb von Volvo.
Im Wettbewerbsumfeld sieht der Manager Marken wie BMW und Audi als Hauptkonkurrenten, insbesondere im Segment der batterieelektrischen Premium-Mittelklasse-SUVs. Zudem diene Porsche als Benchmark, wobei die Sportlimousine Polestar 5 direkt mit dem Elektro-Porsche Taycan konkurriere. Polestar setze dabei weiterhin ausschließlich auf vollelektrische Fahrzeuge und verzichte auf Hybride oder andere Antriebstechnologien.
Die Expansion soll durch eine verstärkte Anzahl an Händlern und eine neue Produktstrategie unterstützt werden. Lohscheller räumte ein, dass der bisherige Fokus auf Nischensegmenten schwierig für die Erzielung von Gewinnen ist. Durch den Wechsel in größere Segmente erhoffe sich das Unternehmen ein deutlich höheres Volumen- und Profitpotenzial. Ein konkretes Datum für das Erreichen der Gewinnzone wollte der CEO nicht nennen.

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