Lamborghini wird den Lanzador nicht wie ursprünglich angekündigt als vollelektrisches Modell in Serie bringen, sondern mit Plug-in-Hybridantrieb. CEO Stephan Winkelmann erklärte kürzlich gegenüber CarBuzz, dass sich das schon vor der Einführung als die richtige Strategie herausgestellt hat. „Wir haben uns entschieden, den Lanzador von einem reinen Elektrofahrzeug auf einen Plug-in-Hybrid umzustellen, und dies wurde von den Kunden sehr positiv aufgenommen. Sie sind darüber sehr erfreut.“
Vorgestellt hatte Lamborghini den Lanzador im August 2023 noch ausdrücklich als Vorschau auf das erste nur mit Strom betriebene Serienmodell der Supersportwagenmarke. Das 2+2-sitzige Konzept besitzt je einen Elektromotor an Vorder- und Hinterachse, Allradantrieb und laut Hersteller eine Spitzenleistung von mehr als 1000 kW/1360 PS. Für Verbrennungsmotor, Elektromaschinen, Batterie, Systemleistung oder elektrische Reichweite des neu geplanten Plug-in-Hybridantriebs wurden bisher keine konkreten Daten veröffentlicht.
Der Zeitplan für den Crossover wurde seit der Präsentation mehrfach verändert. 2023 nannte Lamborghini zunächst 2028 als geplantes Einführungsjahr. Ende 2024 sprach CEO Winkelmann von einer Verschiebung des ersten Elektroautos auf 2029. Reuters berichtete im März 2026 anschließend, der Lanzador solle als Plug-in-Hybrid 2030 auf den Markt kommen. Damit ist 2030 der jüngste belastbar berichtete Termin.
Der Wechsel passt zur inzwischen vollständig plug-in-hybridisierten Lamborghini-Modellpalette. Die Supersportwagen Revuelto und Temerario sowie das potente SUV Urus SE kombinieren bereits Verbrennungs- und Elektroantriebe. Ob ein Antriebsstrang dieser Modelle auf den Lanzador übertragen wird, ist offen.
Urus als Basis?
Am geeignetsten dürfte das Set-up des Urus sein, der einen 456 kW (620 PS) leistenden 4,0-Liter-V8-Biturbo mit einem 141 kW (192 PS) starken E-Motor für Allradantrieb mit 800 PS (588 kW) Systemleistung kombiniert. Damit geht es von 0 auf 100 km/h in 3,4 Sekunden und weiter bis Tempo 312. Die 25,9-kWh-Fahrbatterie ermöglicht mehr als 60 Kilometer rein elektrisches Fahren. Ob technische Komponenten dieses Systems tatsächlich für den Lanzador vorgesehen sind, hat Lamborghini bislang nicht bestätigt.
Für Kunden verändert der neue Antrieb vor allem das Nutzungskonzept: Ein Plug-in-Hybrid verbindet eine extern aufladbare Batterie und elektrische Fahranteile mit einem Verbrennungsmotor, während der ursprüngliche Lanzador ausschließlich batterieelektrisch vorgesehen war. Bisher haben die Italiener bei der Elektrifizierung nicht maximale E-Reichweiten in den Fokus gerückt, sondern zusätzliche Leistung und Fahrdynamik. Beim Lanzador könnte sich dieser Ansatz fortsetzen.
Stefano Cossalter, Produktdirektor für den Urus und Lanzador, beschrieb die kommende, vierte Baureihe kürzlich als etwas Besonderes, das sich zwischen einem Supersportwagen und einem SUV positioniere. Konkreter wird man bei Lamborghini noch nicht.
Das Unternehmen arbeitet laut Berichten weiter an Technik für reine Stromer wie Zellchemie und Software. Komponenten aus dieser Forschung könnten auch in hybriden Modellen Verwendung finden. Ein rein elektrisches Modell wird erst nach 2030 erwartet. Details zur Form oder zum Design eines solchen Modells der Volkswagentochter sind derzeit noch nicht bekannt.

Daniel S meint
Das wird einer der allerschnellsten Omdtimer direkt ab Werk.
Paul meint
Also setzt man auf die Kombination aus Klimaschutz (Elektroantrieb) und Fahrspaß/ Alltagstauglichkeit (Verbrenner). Natürlich freut das die Kunden.
David meint
Glaube ich sofort. Das ist das Problem im Luxussegment, dass die Kunden eine sehr bestimmte Klientel sind, denen nicht nur die Umwelt völlig egal ist. Das schrieb ich schon mal die Tage über Mercedes und deren gute Kunden. Wenn man Autos verkauft und damit viel Geld verdienen möchte, muss man seine Zielgruppen kennen, aber man muss die Zielgruppen nicht lieben. Porsche und Lamborghini aus dem VW Konzern wollten ja die Elektromobilität in diese Klasse bringen. Aber sie stoßen da an Grenzen. Und die Grenze ist der Kunde. Das mag sich in zehn Jahren geändert haben. Nur haben wir aus dieser Sicht jetzt vor zehn Jahren.
Future meint
Es ist interessant, dass die alten Supersportwagenbauer sich jetzt alle melden. Lange hat man von den nichts gelesen. Aber jetzt kommt alle paar Wochen eine PR-Meldung von denen mit dem Hinweis, dass sich doch die »Kunden« über die Verbrenner so freuen würden. Vielleicht haben alle den gleichen PR-Manager.