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EU fordert von China Exportgrenzen für Hybridautos

21.09.2026 in Autoindustrie, Politik von Thomas Langenbucher

Bild: Geely

Die Europäische Union hat laut einem Bericht China aufgefordert, die Ausfuhren von Hybridautos freiwillig zu begrenzen, um einen Handelsstreit zu verhindern. Brüssel strebt laut der Nachrichtenagentur Reuters an, den Absatz von Hybridfahrzeugen aus der Volksrepublik auf rund 15 Prozent des EU-Marktes zu beschränken. Ein EU-Vertreter sagte nach Informationen der Financial Times: „Wenn sie ihre Exporte auf unseren Markt nicht begrenzen, dann werden wir es tun.“

Die EU hat dem Bericht zufolge die Volksrepublik außerdem aufgefordert, die Exporte weiterer Produkte wie Chemikalien zu begrenzen. Zugleich strebt sie höhere chinesische Käufe europäischer Exporte an. Der EU-Vertreter bezeichnete das Vorgehen als Versuch, Deindustrialisierung zu stoppen und den Handel zu steuern.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte im September vor dem Europäischen Parlament, das Defizit der EU im Warenhandel mit China habe einen Wendepunkt erreicht. Europa erlebe bereits einen „China-Schock“ durch Deindustrialisierung. Von der Leyen kündigte an, die EU werde jedes verfügbare Instrument einsetzen, um das von ihr als „nicht nachhaltig“ bezeichnete Handelsdefizit mit China zu verringern.

EU-Handelskommissar Maros Sefcovic führt die Gespräche mit China über das Handelsdefizit. Er will bis Oktober greifbare Ergebnisse erzielen und soll voraussichtlich bis Anfang des kommenden Monats nach China reisen. Die EU führt den Anstieg chinesischer Exporte unter anderem bei Chemikalien, Batterien und Fahrzeugen auf Überkapazitäten zurück, so der Bericht.

China signalisiert kein Entgegenkommen

Die Volksrepublik hat sich inzwischen gegen freiwillige Exportbeschränkungen für Hybridfahrzeuge ausgesprochen. Das chinesische Handelsministerium erklärte Automotive News zufolge, sogenannte freiwillige Exportbegrenzungen verstießen schwerwiegend gegen die Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) und widersprächen den Prinzipien der Marktwirtschaft und des fairen Wettbewerbs. „China lehnt dies entschieden ab“, teilte das Ministerium mit.

Dabei bestätigte das Handelsministerium nicht, dass die EU China bereits offiziell zu einer Begrenzung seiner Hybridauto-Exporte aufgefordert habe. Die Stellungnahme bezog sich auf Medienberichte, wonach die EU eine solche Begrenzung anstrebt und andernfalls höhere Zölle möglich sind. Eine Lösung zwischen China und der EU müsse nach Darstellung des Ministeriums die Interessen beider Seiten berücksichtigen, den WTO-Regeln sowie den jeweiligen nationalen Gesetzen entsprechen und die Interessen der Industrien auf beiden Seiten einbeziehen.

Auch das chinesische Außenministerium reagierte auf die Entwicklung. Sprecher Guo Jiakun erklärte, China werde Maßnahmen der EU gegen die chinesische Elektrofahrzeugindustrie genau beobachten und Schritte zum Schutz der Rechte und Interessen chinesischer Unternehmen ergreifen. Zugleich forderte er die EU auf, ihre Zusagen zu Marktöffnung und Freihandel einzuhalten, die WTO-Regeln zu beachten und Unternehmen aus allen Ländern ein faires, gerechtes und diskriminierungsfreies Geschäftsumfeld zu bieten.

Chinesische Hersteller wie BYD exportieren verstärkt Plug-in-Hybridfahrzeuge nach Europa. Dies geschieht vor dem Hintergrund der Ende 2024 von der EU eingeführten Strafzölle auf Importe rein batterieelektrischer Fahrzeuge. Perspektivisch wollen einige Hersteller der Volksrepublik Autos auch in der EU fertigen, womit sie die zusätzlichen Zölle von Brüssel umgehen können.

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Via: Automotive News (kostenpflichtig) & Automotive News (kostenpflichtig)
Tags: China, Europa, ProduktionAntrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. M. meint

    21.09.2026 um 14:45

    „Eine Lösung zwischen China und der EU müsse nach Darstellung des Ministeriums die Interessen beider Seiten berücksichtigen, den WTO-Regeln sowie den jeweiligen nationalen Gesetzen entsprechen und die Interessen der Industrien auf beiden Seiten einbeziehen.“

    Aha?
    Stehen denn „gezielte Subventionen der eigenen Industrie zur Zerschlagung der Wirtschaft anderer Länder“ in den WTO-Regeln? Nein?
    Wie sieht es mit Wirtschaftsspionage aus?
    Auch nicht?

    Dss ist dann aber blöd. Sich selbst nicht an Regeln halten, die man von anderen einfordert…

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    • SB meint

      22.09.2026 um 07:45

      China macht das teilweise subtiler. Der China-Weg wäre es mit Verweis auf die nationale Sicherheit, sämtliche vernetzen Fahrzeuge aus China vom Markt auszuschließen wenn nicht zweifelsfrei belegt wird, dass die Daten in der EU bleiben. Und das von jetzt auf gleich.
      Alternativ ständig die Förderregeln für Hybride ändern, so dass man nur mit einer weitgehenden Produktion in der EU auf der sicheren Seite ist.

      Natürlich hat man auch die künstliche Unterbewertung der eigenen Währung, was eine gigantische Industriesubvention ist.
      Aber die Mühlen der WTO malen langsam…

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    • Crassus meint

      24.09.2026 um 14:19

      Die Chinesen produzieren effizienter die Deutschen bauen für jedes Hybridmodell einen eigenen Verbrenner Motor. Bei BYD gibt es für den DMI phev vom Kleinwagen (Dolphin) bis zum größten (Denza) eine Maschine. Die unterschiedliche Leistung wird über den Elektromotor abgegeben. Das Prinzip stammt übrigens aus Deutschland so produziert ein berühmter Pumpenhersteller seine Pumpen seit den vierziger Jahren des letzten Jahrhunderts das spart immense Entwicklungskosten. Die Skaleneffekte sind auch beachtlich. Dann sind die Produktionsstrassen in China stärker auf die Tesla Produktions Konzeption ausgerichtet mit großen Fertigung pressen als die kleinteilige deutsche Produktion. Was nutzen gute deutsche Autos, wenn die Entwicklungskosten zu hoch sind und die Produktion den Regeln des 19. Jahrhunderts folgt.

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  2. Powerwall Thorsten meint

    21.09.2026 um 12:35

    Fordert China von der EU auch Exportgrenzen für irgendwelche Autos?
    – ich frage für einen Freund.
    Was sagt denn die EU, wenn China auf die Idee kommt, irgendwelche Exportgrenzen chinesischer Akkus in die EU zu fordern?

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    • SB meint

      22.09.2026 um 07:39

      China hat längst Exportgrenzen, z.B. für Seltene Erden.
      Oder Fachkräfte, siehe Dekret 841

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    • eBikerin meint

      22.09.2026 um 08:39

      Fordert China von der EU auch Exportgrenzen für irgendwelche Autos?
      Kannst deinem Freund sagen: Nein. Dafür gibts aber heftige Importzölle.

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    • M. meint

      22.09.2026 um 10:57

      Das können die Chinesen gerne tun, ich glaube, im Juli wurden 104 Autos nach China exportiert.
      Mehr als das kann also nicht verloren gehen.
      Das liegt natürlich daran, dass die Autos – wie von China gefordert – in China gebaut werden.
      Klingelt da was?

      Wenn China keine Zellen mehr exportieren möchte, müssen die eben außerhalb Chinas hergestellt werden. Das ist zwar eine zähe Angelegenheit, aber immerhin hat das angefangen.
      Das ist ja das Ziel: weniger Akkus aus China importieren. Mehr in der EU herstellen.

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      • Future meint

        22.09.2026 um 14:28

        Die Experten der wirtschaftswissenschaftlichen Denkfabrik Bruegel (Brüssel) haben gerade ausgerechnet, dass ein E-Auto mit einer typischen Batterie aus EU-Fertigung rund 2100 Euro teurer sei als mit einer importierte Batterie aus chinesischer Produktion.

        Bruegel führt in seiner aktuellen Studie auch viele weitere Gründe an, warum Protektionismus der heimischen Industrie und den Käufern wenig bringen wird. Die Lektüre lohnt sich, auch wenn sie nicht jedem gefällt.

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        • M. meint

          22.09.2026 um 16:36

          2100 Euro nur?
          Das ist besser als erwartet. Wir haben dann nämlich die Wertschöpfung hier, und die liegt bei über 2100 Euro.
          Also eigentlich billig, da es Arbeitsplätze schafft. Die leben davon, zahlen Steuern statt Geld für ALG zu kosten, können mehr komsumieren (auch auf dem Binnenmarkt)… sollte man machen!
          Klar, für einfache Naturen, die nur die Zahlen nach größer / kleiner sortieren, ist das natürlich nichts.

        • SB meint

          22.09.2026 um 17:24

          In der Studie werden Subventionen und Skaleneffekte genannt.
          Subventionen gibt China um den lokalen Produzenten unfaire Wettbewerbsvorteile zu verschaffen. Kurzfristig mag der europäische Verbraucher dadurch billiger einkaufen können. China zahlt diese Subvention aber nicht, damit wir Europäer billige Batterien kaufen, sondern will langfristig davon finanziell profitieren. Und dann zahlt langfristig der europäische Verbraucher drauf. Oder er bekommt gar keine Batterien in seinem Wunschauto mehr, weil es chinesische Batterie nur noch für chinesische Hersteller gibt oder Batterien insgesamt nicht mehr in den Export gehen. Hatten wir alles schon: seltene Erden, Schutzkleidung in 2020.
          Wenn das Volumen der europäischen Batterieproduktion nicht mehr durch unfairen (!) Wettbewerb reduziert wird, gibt es die Skalen-Effekte auch bei Batterien aus europäischer Produktion.

    • MainTower meint

      22.09.2026 um 11:38

      Es ist nachvollziehbar wenn die EU auf unlauteren Wettbewerb seitens China mit entsprechenden Maßnahmen reagiert.

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