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Kia-Manager erwartet 2030 in Europa mehr E-Auto- als Verbrenner-Verkäufe

22.10.2026 in Autoindustrie von Thomas Langenbucher | Kommentieren

Kia-EV3-GT-Line

Bild: Kia

Kia verzeichnet in Europa einen hohen Anteil batterieelektrischer Fahrzeuge. Im ersten Halbjahr lag der Elektroanteil der Marke bei mehr als 30 Prozent, in Deutschland nach sechs Monaten bei rund 42 Prozent. COO Sjoerd Knipping sieht in den vergangenen Monaten eine Beschleunigung des Markthochlaufs und nennt im Gespräch mit der Autogazette mehr Modelle, steigende Spritpreise sowie staatliche Förderprogramme als Treiber der Nachfrage.

Eine wichtige Rolle spielt das Angebot kompakter und bezahlbarer Elektroautos. Der EV3 ist derzeit Kias volumenstärkstes Elektromodell, während der vor einigen Monaten gestartete EV2 eine noch breitere Kundengruppe ansprechen soll. „Er ist nicht einfach unser kleinstes Elektrofahrzeug. Er ist unsere Antwort auf die Frage, ob ein bezahlbares, kompaktes Elektroauto auch das Hauptfahrzeug eines Haushalts sein kann“, sagt Knipping.

Die Nachfrage nach dem EV2 liegt über den Erwartungen. Das ab 26.600 Euro angebotene Modell startete mit einer 42,2-kWh-Batterie und 314 Kilometern Reichweite und ist inzwischen auch mit 61 kWh und bis zu 430 Kilometern erhältlich. Knipping wertet die Nachfrage nach der kleineren Batterieversion als Zeichen für wachsendes Vertrauen in die tatsächliche Reichweite moderner Elektroautos.

In Norwegen entfallen bereits nahezu 99 Prozent der Neuzulassungen auf Elektroautos. Knipping nennt finanzielle Anreize, praktische Vorteile und eine gute Ladeinfrastruktur als entscheidende Faktoren, betont aber zugleich die Unterschiede zwischen den europäischen Märkten. Während einige Länder Elektroanteile von 50, 80 oder mehr als 90 Prozent erreichen, liegen Spanien und Italien bei rund 10 Prozent oder darunter. In Deutschland entfielen im Vormonat 32,4 Prozent der Neuzulassungen auf batterieelektrische Fahrzeuge.

Bei der Ladeleistung hält Knipping eine dauerhaft hohe Leistung für wichtiger als möglichst hohe Spitzenwerte. Der EV3 erreicht maximal bis zu 128 kW, der EV2 bis zu 118 kW. Entscheidend sei, wie schnell ein Elektroauto im alltäglichen Bereich zwischen zehn und 80 Prozent geladen werden könne.

Neben rein batterieelektrischen Fahrzeugen bietet Kia weiterhin Hybride, Plug-in-Hybride und andere Antriebe an, solange dafür Nachfrage besteht. Knipping bezeichnet die Erschwinglichkeit als eine der größten Hürden für die noch breitere Akzeptanz von Elektrofahrzeugen. Er erwartet einen schnelleren Wandel, wenn der Preisunterschied zu Verbrennern kleiner wird. Einen Range Extender, also einen E-Auto-Antrieb mit Verbrenner als Stromgenerator, sieht er derzeit nicht als Schwerpunkt.

Bis August erreichte Kia in Deutschland ein Wachstum von 7,8 Prozent auf rund 44.000 Neuzulassungen. Weiteres Potenzial sieht Knipping insbesondere durch den EV2, neue Allradvarianten und sportliche GT-Modelle. Für 2030 erwartet er, dass Kia in Europa mehr Elektroautos als Verbrenner verkaufen wird.

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Via: Autogazette
Unternehmen: Kia
Antrieb: Elektroauto, Hybridfahrzeuge

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

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