Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall warnt laut der Bild vor einem umfangreichen Stellenabbau in der deutschen Metall- und Elektroindustrie. Verbandschef Oliver Zander zufolge sind demnach in den kommenden zwei bis drei Jahren weitere 300.000 Arbeitsplätze bedroht, was einem monatlichen Verlust von etwa 10.000 Stellen entsprechen würde.
In den vergangenen sieben Jahren verzeichnete die Branche nach Angaben Zanders bereits einen Rückgang von 350.000 Stellen sowie ein jährliches Produktionsminus von 42 Milliarden Euro („Wertschöpfungsverlust“). Die Zahl der Beschäftigten in deutschen Metallunternehmen könnte von aktuell 3,7 Millionen auf 3,4 Millionen weiter sinken. Das würde den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung bedeuten.
„Angesichts der Unterauslastung sind weitere 300.000 Arbeitsplätze allein in der Metall- und Elektro-Industrie in den nächsten zwei bis drei Jahren bedroht“, sagte Zander zu Bild. Der befürchtete zusätzliche Wohlstandsverlust für Deutschland beträgt rund 35 Milliarden Euro pro Jahr.
Als Ursachen für die Krise werden Billigkonkurrenz aus China, hohe Arbeits- und Energiekosten in Deutschland, Bürokratie sowie US-Zölle genannt. Die IG Metall führt zusätzlich Managementfehler an, insbesondere in der Automobilbranche.
In der anstehenden Tarifrunde fordert die Gewerkschaft trotzdem eine Lohnsteigerung von fünf Prozent und droht mit Warnstreiks. Das Angebot der Arbeitgeber von 1,8 Prozent mehr Lohn bis Ende 2028 wird von der IG Metall laut der Bild als „lausig“ bezeichnet. Gesamtmetall-Chef Zander kritisierte gegenüber der Zeitung die Forderung als „unverantwortlich“, da sie noch mehr Arbeitsplätze in der Industrie gefährde. „Die Lage ist katastrophal. Die Unternehmen kämpfen vielfach um das Überleben, und eine Besserung ist nicht in Sicht.“
