Ferraris erstes vollelektrisches Serienmodell, der Luce, ist auch für das Jahr 2027 ausverkauft. Wie Vorstandschef Benedetto Vigna laut der Nachrichtenagentur Reuters am 3. November 2026 bei der Vorstellung der Quartalszahlen erklärte, sind sämtliche für das kommende Jahr geplanten Verkäufe bereits durch Kundenbestellungen abgedeckt. Die ersten Auslieferungen sollen im vierten Quartal 2026 erfolgen. Konkrete Produktions- oder Verkaufszahlen für den Luce im Jahr 2027 veröffentlichte Ferrari nicht.
Die vollständige Zuteilung folgt auf die kontroverse Vorstellung des ersten rein elektrischen Ferrari im Mai. Insbesondere das ungewöhnliche Fahrzeugdesign hatte unter Markenanhängern und in sozialen Netzwerken Kritik ausgelöst. Nach Angaben von Vigna fällt die Resonanz bei persönlichen Fahrzeugpräsentationen jedoch positiv aus. Ferrari organisierte demnach bislang mehr als 50 regionale Premieren und private Vorführungen in den USA, Europa, dem Nahen Osten und der Asien-Pazifik-Region sowie fünf öffentliche Veranstaltungen.
Technisch setzt der über eine halbe Million Euro teure Luce auf vier Elektromotoren mit einer Systemleistung von bis zu 772 kW beziehungsweise 1050 PS. Die Batterie besitzt eine Bruttokapazität von 122 kWh und ist Teil einer 800-Volt-Architektur, deren maximale Batteriespannung Ferrari mit 880 Volt angibt. Nach Herstellerangaben erreicht der Elektro-Ferrari eine Reichweite von mehr als 530 Kilometern gemäß WLTP-Norm, beschleunigt in 2,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 310 km/h. Die maximale Gleichstrom-Ladeleistung beträgt den Angaben zufolge 350 kW.
Für neue Interessenten bedeutet die vollständige Vergabe des Verkaufskontingents längere Wartezeiten. Vigna erklärte, dass Neukunden derzeit mit einer Wartezeit von rund einem Jahr rechnen müssten, ohne konkrete Liefertermine für einzelne Märkte zu nennen. Internationale Medienprobefahrten sind für das erste Quartal 2027 vorgesehen, anschließend sollen Kunden das Fahrzeug selbst testen können.
Die Meldung fällt mit einer positiven Geschäftsentwicklung bei Ferrari zusammen. Im dritten Quartal 2026 stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um sieben Prozent auf 1,896 Milliarden Euro, während sich das operative Ergebnis um zwölf Prozent auf 563 Millionen Euro erhöhte. Die Auslieferungen gingen dagegen leicht auf 3368 Fahrzeuge zurück. Ferrari führt die Ergebnisverbesserung insbesondere auf den Modellmix, die Auslieferungen des limitierten F80 und höhere Einnahmen aus individuellen Fahrzeugkonfigurationen zurück. Der gesamte Auftragsbestand des Herstellers reicht inzwischen bis in das Jahr 2028.
Der Luce ist Bestandteil einer langfristigen Elektrifizierungsstrategie, die weiterhin mehrere Antriebstechnologien vorsieht. Ferrari entwickelt nach Angaben von Vigna bereits weitere vollelektrische Modelle und hält an seiner 2030-Planung fest. Demnach sollen Elektroautos rund 20 Prozent des Modellangebots ausmachen, während jeweils etwa 40 Prozent auf Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor und Hybridantrieb entfallen. Diese Anteile beziehen sich auf die Anzahl der angebotenen Modelle und nicht auf deren Verkaufsvolumen.
