Betriebsratschef Peter Schlagbauer bewertet die aktuelle Lage bei Audi trotz schwacher Anfangsmonate optimistisch. Er betont gegenüber der Automobilwoche, dass die verjüngte Modellpalette Audi wieder sichtbarer am Markt macht und man einen Aufschwung im Fahrzeugabsatz erwartet. Wichtige Impulse erhofft er sich zudem von politischer Klarheit bei Fördermaßnahmen, da derzeit die Kundenverunsicherung den Markt bremst.
Schlagbauer widerspricht der Einschätzung, Audi sei das Sorgenkind im Volkswagenkonzern. Vielmehr stehe die Marke „in einem großen technologischen Umbruch innerhalb sehr unsicherer Märkte“. Probleme resultierten aus einer frühzeitigen, starken Fokussierung auf Elektromobilität, die die Produktionsflexibilität einschränkte. Zudem habe die politische und wirtschaftliche Lage die Transformation erschwert.
Neben externen Ursachen nennt Schlagbauer auch interne Probleme. Zwischen dem Abgang von Rupert Stadler 2018 und dem Antritt von Gernot Döllner habe Audi eine führungslose Phase erlebt, in der wichtige Entwicklungen ausblieben und Innovationen zurückgingen. Die Corona-Pandemie und eine lange Phase ohne klaren Vorstandsvorsitzenden verschärften die Lage. Nun sieht er mit Döllner einen entschlossenen CEO, der Audi effizienter und präziser transformieren will.
Zur Auslastung des Standorts Ingolstadt äußert Schlagbauer Zufriedenheit, da dort bald ein neues Verbrenner-Modell produziert wird. Er warnt seit Mitte 2024 vor einer zu einseitigen Elektrostrategie und setzte sich für eine zusätzliche Verbrenner-Produktion ein. Parallel soll ab Herbst 2026 auch ein neues Einstiegs-Elektromodell im SUV-Format vom Band laufen, was den Standort stärken werde.
Schlagbauer stellt die Elektromobilität nicht infrage, hält aber einen schnellen Umstieg bis 2035 für unrealistisch. Das Ökosystem sei noch nicht ausreichend entwickelt. Wichtig sei, die Kunden schrittweise an E-Mobilität heranzuführen, statt ihnen Vorschriften zu machen. Deshalb begrüßt er den Ausbau des Angebots an leistungsstarken Plug-in-Hybriden bei Audi.

Die Wahrheit meint
Vorsprung durch Betrug hat sich nicht ausgezahlt. Dazu kam sinkende Qualität und ein aufgewühlter Markt.
Jetzt drängt auch noch BYD mit sehr interessanten Modellen immer stärker nach Europa.
Dieseldieter meint
Meinst du den hybrid Kombi von neulich, oder die 40.000€ Autos mit 85kw Ladeleistung?
Mary Schmitt meint
Naja, komm! Musk kann ja nicht anders. Allerdings sind die Tesla auch häßlich. Insofern hat der Absturz viele Gründe. Aber hier geht es ja um Audi, die zwei Elektro-Oberklasseautos in der Zulassungs-Top 10 haben. Da gibt es keinen Handlungsbedarf außer Sekt kalt zu stellen.
Gerry meint
…für die Titanic-Untergangsfeier 😂👍.
Halber Akku meint
Er hat ja recht mit dem Satz „Man muss Kunden an die E-Mobilität heranführen“. Allerdings sollte gerade VW / Audi erst mal damit anfangen, so manche Vertragshändler an die E-Mobilität heranzuführen. Da ist es bei dem einen oder anderen Verkäufer besser, wenn man als Kunde sein Wissen zur E-Mobilität selber mitbringt. Was wiederum nicht verwundert, wenn mein VW Audi Vertragshändler vor Ort (kein kleiner Laden) in den Stellenanzeigen für neue Azubis auch im hier und jetzt noch mit dem Slogan „Du hast Benzin im Blut“ wirbt….
Daniel meint
Ja, sehe ich ähnlich. Warum bekommt man selbst als Elektroautofahren beim VAG Händler als Ersatzwagen immer einen Verbrenner? Warum wird nicht auch an Verbrennerfahren eine Elektroauto als Ersatzwagen mit Ladekarte bereitgestellt?
E.Korsar meint
Das Problem von Audi ist der Innenraum.
In den 2000er und frühen 2010er Jahren (z. B. Audi A4 B8, A6 C6/C7, A8 D4) galt Audi als unangefochtener Maßstab für Innenraumqualität. Die Verarbeitung, die Materialwahl und das taktile Feedback der Knöpfe waren herausragend.
Materialien: Echtes Aluminium, offenporiges Holz, hochwertiges Leder und Soft-Touch-Kunststoffe, die sich anfühlten, als wären sie aus einem Guss.
Haptik: Jede Taste, jeder Drehregler und jeder Schalter hatte einen präzisen, satten Klick. Das spürbare Feedback (z.B. bei der Klimaanlage) war ein Markenzeichen.
Design: Das Design war eher klassisch, aber extrem hochwertig und funktional. Es gab viele physische Knöpfe und Regler, die blind bedient werden konnten.
Was ab 2019 ausgeliefert wurde ist entsetzlich – IMHO.
F. K. Fast meint
Zustimmung. Bei den aktuellen Audi-Modellen spricht mich kein Innenraum an. Wenn ich einen Touchscreen haben will, nehm ich ein Handy oder Tablet. Wenn ich ein zusammengewürfeltes Cockpit will, nehm ich einen T*ta.
Gerry meint
Plugin war vor 10 Jahren🙄,
auch der BR bei Audi ist eine Riesenschlafmütze.
Von „Vorsprung durch Technik“ könnte man anderes erwarten.
Dieseldieter meint
Plugin ist anscheinend immer noch, auch im gelobten Land (China).
Powerwall Thorsten meint
Es gibt sie eben überall die Diesel Dieter
brainDotExe meint
Erfolg gibt einem Recht.
Future meint
Der Konzern hat ja auch jahrelang mit viel PR daran gearbeitet, dass die Dieseldieters mit Argumenten gegen Elektromobilität versorgt werden. Nun kriegen die Hersteller das alles aus den Köppen der Leute nicht mehr raus.
Besser-BEV-Wisser meint
So besonders Erfolgreich ist Audi trotz seiner PlugIns leider nicht…
Q6/A6 E-tron sind tolle Autos. Aber deren Preise sind im Vergleich zu den Audi-Verbrennern zu hoch.
BMW bekommt das besser hin, daher ist dort die E-Quote auch besser.
Dieseldieter meint
Plugins sind ja meistens Benziner
brainDotExe meint
@Besser-BEV-Wisser:
Plugins allgemein sind erfolgreich.
Future meint
Was soll der Betriebsrat auch erzählen im Interview. Man muss sich die Sache schönreden. Vorstände kommen und gehen. Betriebsräte ebenso. Hersteller auch. Man sieht ja, was Audi in China macht: Die Ringe weglassen und die Buchstaben auf ein chinesisches Auto kleben. Das ist dann Strategie. Wir werden sehen, ob es Audi in 10 Jahren noch in dieser Form gibt.
Tinto meint
7 Jahre, nicht 10! Die Aussage der Audi Vorständin ist von 2022. Du solltest deine immer gleichen Textbausteine mal ab und an aktualisieren. :-)