Der niederländische Betreiber von Schnellladestationen Fastned hat im dritten Quartal 2026 einen Ladeumsatz von 51,3 Millionen Euro erzielt und sein europäisches Schnellladenetz weiter ausgebaut. Das Bruttoergebnis stieg gegenüber dem Vorjahr um 44 Prozent auf 37 Millionen Euro. Auf vergleichbarer Basis erreichte der Ladeumsatz 46,3 Millionen Euro, ein Plus von 47 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im ausgewiesenen Umsatz sind 5,1 Millionen Euro an niederländischen E-Credits für das erste Quartal enthalten, die erst im dritten Quartal übertragen wurden.
Der Gesamtabsatz erhöhte sich um 43 Prozent, während die annualisierte durchschnittliche Liefermenge pro Station auf 596 MWh stieg. Der annualisierte Umsatz pro Station erreichte seit Jahresbeginn 395.000 Euro und lag damit nahe am oberen Ende der für 2026 prognostizierten Spanne von 350.000 bis 400.000 Euro.
Beim Netzausbau unterzeichnete Fastned im dritten Quartal Vereinbarungen für 26 neue Standorte und nahm 17 Stationen in Europa in Betrieb. Weitere 65 Stationen befinden sich im Bau, nahezu doppelt so viele wie im Vorjahr. Das Unternehmen hält an seinem Jahresziel von 70 bis 100 neuen Stationen fest und will Ende 2026 insgesamt 476 bis 506 Standorte betreiben. Auch die Prognose einer operativen EBITDA-Marge von rund 45 Prozent bleibt bestehen.
In Deutschland hat Fastned inzwischen 17 Autobahnstandorte im Rahmen des Deutschlandnetzes gebaut und steuert auf insgesamt 70 Stationen zu. Ausschreibungen auf Autobahn- und Regionalebene ermöglichen dem Unternehmen den Zugang zu staatlicher Förderung sowie weiteren Standorten und Suchgebieten.
Auch das Angebot für Privatkunden, Unternehmen und Flotten wurde erweitert. Im September vereinbarte Fastned eine Partnerschaft mit dem niederländischen Mobilitätsverband ANWB, über die das Unternehmen bei mehr als 600.000 Nutzern der ANWB Charge Card beworben wird. Abonnenten erhalten zehn Prozent Rabatt beim Laden an Fastned-Stationen in Europa. Zusätzlich umfasst die Kooperation Informationsangebote zur Elektromobilität.
Zur Finanzierung des Netzausbaus startete Fastned im dritten Quartal die dritte Anleiheemission des Jahres 2026 innerhalb seines Retail-Bond-Programms, deren Zeichnungsfrist bis zum 30. Oktober läuft. Gleichzeitig erreichte das Unternehmen einen Meilenstein seines 2019 eingeführten Mitarbeiteroptionsplans. Nachdem der Jahresumsatz 2025 die Marke von 100 Millionen Euro überschritten hatte und die Marktkapitalisierung im dritten Quartal auf mehr als 700 Millionen Euro gestiegen war, werden Optionen im Umfang von einem Prozent aller ausstehenden Aktien zur Verteilung an Mitarbeitende freigegeben.
„Der Blick auf ganz Europa zeigt einen klaren Trend hin zur Elektromobilität, und hier in Deutschland halten wir Schritt“, so Deutschlandchefin Linda Boll. „Möglich machen das auch Ausschreibungen, die uns fairen Zugang zu attraktiven Flächen eröffnen, sowohl an Autobahnen als auch in einigen der am dichtesten besiedelten Regionen des Landes. Mit 17 eröffneten Stationen im Rahmen des Deutschlandnetzes an deutschen Autobahnen haben wir einen wichtigen Meilenstein erreicht, und wir bauen weiter, sodass wir bald 70 Stationen in Betrieb haben.“
Fastned-Chef Michiel Langezaal betont das Wachstum des Unternehmens und die zunehmende Geschwindigkeit beim Stationsbau. Das Unternehmen konzentriert sich den Angaben nach weiterhin auf steigende Ladeumsätze, eine verbesserte Stationsleistung und den geplanten Ausbau seines europäischen Netzwerks.

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