Daimler-Chef Ola Källenius hat kürzlich die neue Strategie für Mercedes-Benz Pkw vorgestellt. Wie von vielen gefordert, sollen in den nächsten Jahren mehr neue Elektroautos und moderne Technologien eingeführt werden. Källenius setzt dabei wieder stärker auf mittlere und große Premium-Modelle. Der Betriebsrat fürchtet, dass der beschleunigte Umstieg auf E-Mobilität zu stark zulasten der Arbeitnehmer geht.
Um die Investitionen in die Zukunft von Mercedes und der weiteren Marken des Daimler-Konzerns zu stemmen, sieht Källenius deutlich niedrigere Kosten und eine reduzierte Belegschaft vor. „Sparen oder Jobabbau ist keine Strategie“, sagte Betriebsratschef Michael Brecht im Gespräch mit der Automobilwoche. Für den langfristigen Erfolg von Daimler müssten die Standorte auf dem Heimatmarkt Teil der Planungen sein und bei der Erschließung neuer Beschäftigungsfelder führen.
Wie stark sich die neue Strategie auf die Beschäftigung auswirkt, werde noch geklärt. „Klar ist aber auch, und so ehrlich müssen wir sein, dass ein Mehr an Elektromobilität ein Weniger bei Arbeitsplätzen bedeutet“, so Brecht. Der Politik könne es hier jedoch auf einmal nicht schnell genug gehen. „Nein, das geht so nicht“, kritisierte der Betriebsrat. Es brauche einen realistischen Zeitplan, um die Transformation fair zu gestalten. Das gehe nur mit den Beschäftigten gemeinsam, nicht gegen sie.

Dass die EU die CO2-Vorgaben für den Verkehrssektor weiter verschärfen will, stelle Daimler „vor immense Probleme“, unterstrich der Arbeitnehmervertreter. Man dürfe den Verbrennungsmotor aber nicht verteufeln, diese Technik müsse – und werde – ein Teil der Lösung sein. Die Gesamtklimabilanz sei wichtig, nicht die Antriebsart. „Wer ohne Verbrenner plant, schlägt all denjenigen Kolleginnen und Kollegen ins Gesicht, die seit Jahrzehnten in diesen Bereichen eine hervorragende Arbeit leisten und diese Technik weiter verbessern“, meinte Brecht. Er begrüße daher Initiativen für die Entwicklung synthetischer Kraftstoffe. Mit diesen könne man die bestehende Tankstellen-Infrastruktur nutzen und auch ältere Fahrzeuge emissionsarm betreiben.
„Elektromobilität ist wichtig, ja“, so Brecht – man dürfe aber nicht alles auf eine Karte setzen. Um die alternative Antriebsart sei ein politisch und gesellschaftlich befeuerter Hype entstanden. Im Fokus stehe das langfristige Ziel, nach dem „alle Fahrzeuge elektrisch mit phänomenalen Reichweiten betrieben werden“. Dafür sei jedoch ein komplexer, anstrengender und teurer Transformationsprozess erforderlich. Der Betriebsratschef merkte an, dass die Lieferbarkeit von Batteriezellen und die Herkunft der Rohstoffe nicht geklärt sei. Auch beim Ausbau der Ladeinfrastruktur und der Verfügbarkeit von Ökostrom gebe es noch offene Fragen.
Laut Brecht machen die Personalkosten bei Daimler weniger als 15 Prozent der Gesamtkosten aus. Der Betriebsrat sei nicht dagegen, Prozesse und Abläufe besser und effizienter zu gestalten. So kürze man aktuell wegen der Coronavirus-Krise die Arbeitszeit und wandele Geld in Freizeit. Man sei aber gegen Kündigungen und das Schließen von Standorten. „Wir kämpfen dafür, dass Jobs in Deutschland bleiben und der Mobilitätswandel für unsere Kolleginnen und Kollegen ein Erfolgsmodell wird, keine Endstation“, betonte Brecht.
Thrawn meint
Dass man die ganze Zeit mit dem Verbrenner „alles auf eine Karte“ setzte, war wohl nicht so schlimm…
ze4you meint
Michael Brecht, Jahrgang 1965, ein Daimler-Urgestein, vom Schlosser zum Gesamtbetriebsrat. Dass er sich in dieser Funktion vor allem um die Jobs seiner Kollegen Sorgen macht ist, wer mag es ihm verübeln. In Gaggenau hat er begonnen, in Gaggenau ist er immer noch, und in jeder seiner Aussagen ist genau dieses Beharren, dieses Festhalten am Bewährten erkennbar, alles soll doch bitte so bleiben wie es schon immer war. Höchstens in kleinen Tippelschrittchen Richtung Zukunft, bloß ned huddle. Aber halt, da gab es doch die schönen Sprüche: „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“ oder „Stillstand ist Rückschritt“. Liebe Gaggenauer, wacht auf, bevor es zu spät ist! Euer Vorstand hat das evtl. schon verstanden, aber er braucht auch Mitarbeiter, die bereit sind mitzugehen.
Andy meint
Lieber Herr Brecht,
über den Zeitplan entscheiden nicht sie, sondern der Markt bzw. die Verbraucher. Wenn die Nachfrage da ist und Daimler kann nicht liefern, dann machen eben andere das Geschäft. Die Zeiten, wo Mercedes seine Autos verteilt hat, sind vorbei…
Frank meint
Das Wiedersinnige ist, dass es unserer Autoindustrie heute und in Zukunft besser ginge wenn Merkel alles für die Einhaltung ihres 1Million Elektroauto Ziel für 2020 getan hätte -und sich eben nicht von den Lobbyisten hätte beschwatzen lassen. Ihre Schwäche auf Lobbyisten zu hören wird uns viele Millionen Arbeitsplätze kosten.
Ich hatte 2012 mal die Aussage gehört: Wir müssen bereit sein uns selbst (mit dem Elektroauto) zu kannibalisieren sonst werden wir von den anderen (Tesla und Chinesen) aufgefressen.
hermann meint
Sobald ein Artikel auftaucht, der Wasserstoff, SynFuels oder sonst etwas anderes als Batterie auch nur am Rande erwähnt, geht die ewig gleiche Leier los. Irgendwie ein Runnig Gag.
Erstaunlich ist, dass einige Schreiber scheinbar tatsächlich der Meinung sind, Batterieelektrisch sei die Krönung der Fahrzeugschöpfung, danach komme nichts mehr. Denn wie anders lassen sich die abfälligen Kommentare einordnen, die erscheinen, sobald jemand über BEV hinausgehende Forschung und Entwicklung anmahnt oder ein Unternehmen berichtet, es entwickle auch Alternativen.
MichaelEV meint
Was soll NACH Batterieelektrisch denn noch kommen?
MichaelEV meint
Sollten sie wirklich Wasserstoff oder Synfuels meinen, ist ihnen wirklich nicht mehr zu helfen.
Wenn Anwendungsfälle einmal wirtschaftlich und sinnvoll batterieelektrisch betrieben werden können, gibt es kein Zurück mehr. Wasserstoff und Synfuels sind nur Möglichkeiten zur Überbrückung, bis der batterieelektrische Betrieb möglich wird.
C.W. meint
Nein, es ist nicht die Krönung der Schöpfung, aber wenn man Wasserstoff oder SynFuels CO2 neutral herstellen will, braucht es Strom!! Brennstoffzelle braucht dreimal mehr Energie, SynFuels fünfmal mehr wie BEV!! Das ist Fakt. Über was diskutieren wir? BEV haben eine Produktivitätssteigerung von 2% pro Jahr, Verbrenner 1%. Prognosen gehen davon aus, daß BEV im Jahr 2025 gleich teuer wie Verbrenner sind. FCEV sind wartungsintensiver und die Lebensdauer der Brennstoffzelle ist kürzer. Was die Zukunft bringt, werden wir sehen. Ich sehe für Verbrenner spätestens 2030 schwarz.
Marco meint
Batterieelektrisch ist die Krönung, sagen die neuesten Studien!
DIE WAHRHEIT meint
Die Zukunft ist Technologie Offen damit hat er recht nur leider vordern Betriebsräte immer Staatshilfen und das ist einfach schlecht. Siehe ThyssenKrupp statt zu akzeptieren das Unternehmen Pleite gehen . Wird gerettet und damit unser alles Geld verschwendet.
Peter W meint
… Auch beim Ausbau der Ladeinfrastruktur und der Verfügbarkeit von Ökostrom gebe es noch offene Fragen. …
Ja, da hätte ich eine Frage: Warum stehen bei uns ganze Windparks still, wenn doch angeblich nicht genur Ökostrom fürs Auto zur Verfügung steht? Wir bezahlen mit unserer EEG-Umlage die Verluste die durch Abregeln der Windkraftanlagen entsteht, anstatt den Strom ins BEV zu laden. Es gibt genug Ökostrom, er muss nur genutzt werden.
Andreas_Nün meint
Die stillstehenden Windparks werden hoffentlich in 1-2 Jahren Geschichte sein. Könnte mit größeren Batterie-Packs problemlos abgefangen werden.
alupo meint
Warum Daimler sich jetzt hinter der Politik zu verstecken versucht weil die jetzt erst aufgewacht wäre kann ich das absulut nicht nachvollziehen.
Klar, gepuscht hat das die Regierung sicher nicht, aber Frau Merkel hat vor vielen Jahren persönlich das Ziel ausgegeben, bis in knapp 3 Monaten (also Ende 2020) 1 Mio. eAutos auf den Strassen in Deutschland zu haben, schon vegessen, H. Betriebsrat? Da gibt es keinen Spielraum für „Überraschung“.
Oder einfach beobachten was es so alles schon auf der Welt gibt. Wann kam der Roadster von Tesla auf den Markt? Vergessen? Schon ein paar Jahre vor dem Model S das ab 2012 verkauft wurde. Einfach hinschauen anstatt wegschauen hätte geholfen.
Abgesehen davon, selber denken ist zumindest in unserer Demokratie nicht verboten. Insbesondere da Gewerkschafter von solch großen Unternehmen doch ca. Hierarcheebene 3 bezahlt werden. Für ca. 250.000 € pro Jahr Gehalt (ohne die Nebenleistungen wie damsls beim VW Konzern, ihr wisst, diese horizontalen Besuche auf Firmenkosten…) sollte man auch bereit sein, sein, mitzudenken.
wiesmaim meint
Der Konstruktionsfehler liegt wohl darin, die CO2-Ziele an den Flotten zu bemessen und dann auch noch Pooling mit anderen Herstellern zu erlauben. Sinnvoller wäre es doch gewesen, von vornherein höher in die Förderung von reinen Elektroautos (ohne Plugins) zu gehen. Das begünstigt bei der gleichen Fördersumme pro Auto von selbst die kleineren Einheiten.
Daniel S meint
Wer ohne PFERDEKUTSCHEN plant, schlägt all denjenigen Kolleginnen und Kollegen ins Gesicht, die seit Jahrzehnten in diesen Bereichen eine hervorragende Arbeit leisten und diese Technik weiter verbessern.
So sieht Herrn Brechts Aussage auch nicht besser aus.
Daniel S meint
Der Betriebsrat behauptet E-Autos kosten Arbeitsplätze und tut so, als ob die Problematik neu sei und spielt auf Zeit.
Nur weiter so…
Peter W meint
… und wenn der Betriebsrat sich durchsetzt, fallen ohne E-Autos noch mehr Arbeitsplätze weg, weil diese dann von anderen Herstellern gebaut und verkauft werden.
xdaswarsx meint
Liebes Ecomento-Team, Ihr habt aus Versehen einen Artikel aus 2010 veröffentlicht! ;-)
Peter W meint
… der war gut. Als damals Helmut Kohls Neujahrsansprache des Vorjahres ausgestrahlt wurde hat es aber zunächst auch keiner gemerkt.
Landmark meint
sehr gut… :-D
Mike meint
Wenn sie meinen, finanziell so gut dazustehen, mehrgleisig fahren zu koennen, koennen sie es ja gern versuchen. Mir scheint das eine sehr riskante Wette zu sein.
Torsten meint
„Wer ohne Verbrenner plant, schlägt all denjenigen Kolleginnen und Kollegen ins Gesicht, die seit Jahrzehnten in diesen Bereichen eine hervorragende Arbeit leisten…“
Gelächter. Wer jetzt noch Verbrenner plant, läuft wissentlich aber mit den Händen vor den Augen ins eigene Verderben.
Btw: „Niemand braucht mehr als 640 Kilobyte Arbeitsspeicher in seinem PC.“
Tommi meint
„Wer ohne Pferde plant, schlägt all denjenigen Kolleginnen und Kollegen ins Gesicht, die seit Jahrzehnten in diesem Bereich eine hervorragende Arbeit leisten“
Ja, es ist bitter für die Anhänger von Pferdekutschen aber dem Automobil gehört die Zukunft. Wer jetzt noch eine Ausbildung als Pferdepfleger setzt, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt.
Heureka meint
Aber Kaiser Wilhelm II. hat doch gesagt: „Ich glaube an das Pferd. Das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung.“ Soll er sich etwa doch geirrt haben? ;-)
LiPo meint
Dieses angebliche Zitat stammt nicht von Wilhelm II, sondern wurde ihm erst nach 2000 in den Mund gelegt. Kaiser Wilhelm war im Gegenteil sehr Technik und Autobegeistert. Er hatte einen großen Fuhrpark an Automobilen, seine Lieblingsfahrzeuge waren Sonderumbauten von Daimler und Opel.
Heureka meint
@LiPo
„Dieses angebliche Zitat stammt nicht von Wilhelm II, sondern wurde ihm erst nach 2000 in den Mund gelegt.“
Sorry, aber das stimmt so erst einmal nicht. Tatsache ist, dass er das sehr wohl gesagt hat und obendrein ist mir der Ausspruch bereits seit meiner Jugend in den 70ern geläufig. Ach ja, selbst mein Großvater, der dem Kaiser in seiner Jugend persönlich begegnet ist, hat in seinen späten Jahren diesen Ausspruch mit einem rückblickenden „Wer hätte das gedacht …“ zitiert.
„Kaiser Wilhelm war im Gegenteil sehr Technik und Autobegeistert.“
Ungeachtet deiner Rechtschreibung mag das durchaus zutreffen, ist aber ebenfalls nicht geeignet, seine Aussage „Das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung“ zu entkräften.
Btw, was hatten wir nicht alle Begeisterung für, sowie Spaß und Freude mit Dingen, die auch nur eine vorübergehende Erscheinung waren oder sind, etwa Schallplatten, VHS, Benzinmotoren etc.
LiPo meint
@Heureka
Tut mir leid für dich, aber da hat dein Großvater gelogen, falls deine Geschichte überhaupt stimmt. Es gibt hervorragende Biografien über Wilhelm II, darin wird dieses Zitat als Unsinn beschrieben. Es gibt auch keinen einzigen historischen Beleg für dieses angebliche Zitat. Sehr wohl aber für seine Begeisterung für Automobile und Technik im allgemeinen. Das hat auch mit seiner körperlichen Behinderung zu tun.
ExExperte meint
Vllt kann ich die Sache mit dem Zitat entwirren: Das es ein Falschzitat ist kann man ja leicht googeln, es tauchte zum ersten Mal 2000 im Usenet auf, dann nochmal 2003, 2005
Das echte Zitat lautet: “ Die Sozialdemokratie ist eine vorübergehende Erscheinung“
EMfan meint
Kaiser Wilhelm ist doch der eigentliche Vater der E-Mobilität in Deutschland. In seiner Regierungszeit wurde Berlin elektrifiziert, Strassenbahnen gebaut, Elekro Lieferwagen, usw. Er schuf die Rahmenbedingungen dafür.
Eigentlich müsste jeder E Auto Begeisterte ihm grossen Respekt zollen. Das angebliche Zitat geistert zwar schon in den 1960 Jahren rum, aber nie im Zusammenhang mit Wilhelm2, das kam erst ab 2001
ExExperte meint
Als Pferdebesitzer muss ich dazu was sagen: Es gibt in Deutschland über 1 Million Pferde, viermal so viel wie noch in den 50ern. Pferdefachwirt ist ein anspruchsvoller Beruf und sehr begehrt. Auch Hufschmiede haben keine Probleme Arbeit zu finden, ganz im Gegenteil!
ShullBit meint
Offenbar einer der ewig Gestrigen, der potentiell zum Untergang von Daimler beiträgt. Laut der neuestens Strategie plant Daimler mindestens die nächsten 20 noch mit dem Verkauf von Verbrennern. Auch in 10 Jahren – also 2030 – soll die Mehrheit der ausgelieferten Fahrzeuge noch einen Verbrennungsmotor haben. Das ist dann ein zu schneller Wandel? Wie viel langsamer hätte es der Betriebsrat denn gern? Man kann sich natürlich ganz vieles wünschen, nur wird der Rest der Branche und werden gerade die Chinesen keine Rücksicht darauf nehmen, dass man hier gern mehr Zeit hätte. Die sehen Elektromobilität als ihre Chance, endlich auch bei Fahrzeugen den Weltmarkt aufzurollen, was ihnen bei Verbrennern nie gelang.
Es ist ausgeschlossen, dass synthetische Kraftstoffe die Lösung für den Strassenverkehr sein werden. Wir verbrauchen heute in Deutschland im Straßenverkehr 751 TWh an Energie – fast ausschließlich aus Mineralöl. Um einen Liter Sprit synthetisch zu erzeugen, muss man 16 kWh aufwenden. Überschlägig müssten wir in Deutschland 100 neue Atomkraftwerke oder 100.000 neue Großwindkraftanlagen bauen, um ausreichend Strom für 751 TWh an synthetischem Sprit zu produzieren. Tatsächlich haben wir schon genug damit zu tun, die Kapazitäten von wegfallenden Atomkraftwerken und Kohlekraftwerken zu ersetzen.
Synthetische Kraftstoffe werden kommen, aber wir werden sie nicht in unbegrenzter Quantität haben. Wir werden sie da einsetzen müssen, wo uns die technologischen Alternativen fehlen. In der Luftfahrt ist elektrisches Fliegen (abgesehen von Minifliegern auf Ministrecken (z.B. Inselhüpfen)) auf Jahrzehnte unrealistisch. Da werden wir synthetischen Sprit brauchen, um die Luftfahrt klimaneutral zu bekommen. Für den Straßenverkehr wird es quantitativ nicht reichen und da haben wir einfach viel bessere Alternativen, nämlich batterielektrische Fahrzeuge. 16 KWh Strom aufzuwenden, um einen Liter synthetischen Sprit zu erzeugen, aus dem man dann nur 4 kWh Vortrieb bekommt, macht einfach keinen Sinn. Beim batterielektrischen fahrzeug bekommt man aus 16 kWh eingesetzter Energie ca. 13 kWh Vortrieb.
Andreas_Nün meint
„Synthetische Kraftstoffe werden kommen, aber wir werden sie nicht in unbegrenzter Quantität haben. Wir werden sie da einsetzen müssen, wo uns die technologischen Alternativen fehlen. “
Jep, exakt für diese Bereiche werden SynFuels kommen, sonst nirgends.
Pferd_Dampf_Explosion_E meint
Aber die synthetischen Kraftstoffe werden erst dann kommen, wenn der letzte billige Erdöltropfen gefördert ist.
Fällt der Verbrauch wg. des Einsatzes von BEV im PKW zunehmend kleiner aus, werden die Erdöl-Vorräte sehr, sehr lange reichen.
alupo meint
Und dann sind wir bei wievielen ppm CO2 in der Luft?
Und wieviel CH4 aus Verlusten aus der Erdgasgewinnung zusätzlich?
Wenn wir diese Konzentrationen erreicht haben, dann köcheln wir bzw. unsere Enkel schon wie ein Schmorbraten im Backofen.
Vorher gibt es aber ein hauen und stechen wenn gleichzeitig zur Erwärmung auch der Meeresspiegel steigt und hunderte Millionen sich nicht rechtzeitig zum „Fisch zurückentwickelt“ haben und somit Milliarden Menschen nicht mehr in Bangladesh oder aufgrund der Hitze in +/- ca. 6000 km in Äquator-„Nähe“ leben können. Zufluchtsländer sind dann Kanada, Skandinavien, Sibiren, na dann viel Spass, ist dann ca. die bekannte Oktoberfestdichte, nur 24h/7T/52W/100.000J lang, d.h. de facto „für immer“. Oazapft is schoa.
Jörg2 meint
@Pferd….
Bei sinkender Erdölnachfrage wird bei (halbwegs) gleichem Erdölangebot sich der Preis nach unten bewegen. Unterhalb einer Preisschwelle wird die Förderung und Verarbeitung zu einem Minusgeschäft und wird eingestellt werden. Eine Gegensteuerung durch preiswerterer Förder- und Verarbeitstechnologien ist nicht in Sicht.
In den letzten Monaten war dies beim Fracking in den USA zu beobachten. Durch ein Hochfahren der Fördermenge bei den üblichen Anbietern ging der Marktpreis nach unten und durchbrach die Preisschwelle nach unten, die die US-Frackingindustrie braucht, um wirtschaftlich fördern zu können. Fracking ist aktuell tot in den USA. Nur die zurückgelassenen Bohrlöcher sauen nun vor sich hin.
Ich vermute, mit sinkender Erölnachfrage werden sich die Anzahl der Förderer stark reduzieren. Privatunternehmen werden die Förderung einstellen. Es werden staatsgelenkte Anbieter übrig bleiben, die für die Staaten als Einnahmequelle sehr wichtig sind und deren Kosten vernachlässtigt werden können (Russland, Naher Osten). Es wird eine neue „OPEC“ geben, welche bemüht sein wird, den Preis so hoch zu halten, dass die Einnahmen noch so halbwegs stimmen aber gleichzeitig so niedrig, dass kein Neuer in den Markt geht (oder sich reaktiviert).
Pferd_Dampf_Explosion_E meint
@ alupo: Genau das ist die Problemtik, aber es gibt auf unserer noch schönen Erdkugel zuviele Trumps, Merkels, Altmaiers, Scheuers, Kretschmanns, Källenius etc. und leider nur eine Greta und nur eine Luisa Neubauer.
Andi meint
„16 KWh Strom aufzuwenden, um einen Liter synthetischen Sprit zu erzeugen,…“
Hast du dazu Quellen? Wäre für mich sehr interessant.
Peter W meint
Das was er schreibt ist absolut korrekt. Als Quelle kann ich Dir eine Suchmaschine empfeheln.
ShullBit meint
Vor 2-3 Jahren wurden meist noch 20-30 kWh als Energiebedarf für die Produktion eines Liters Sprit genannt. Jüngst gab es Meldungen, dass das nun mit 16-17 kWh möglich wäre. Damit man mir nicht vorwirft, SynthFuels absichtlich schlecht aussehen zu lassen, habe ich mit den positivsten Zahlen gerechnet.
Ich weiß nicht, ob man hier verlinken darf, suchen Sie z.b. mal nach „synthetische kraftstoffe kwh pro liter chemieanlagenbau chemnitz“
Hans meint
Die Herren bei Mercedes sollen doch mal den Begriff Evolution auf Google eingeben.
Was sich nicht den neuen Bedingungen schnell genug anpassen kann, verschwindet einfach von der Bildflaeche.
Dinos halt.
Peter meint
Ich kann die Belegschaft verstehen Aber der Schlag ins Gesicht erfolgte schon durch Zetsche & Co. und hat bereits vor Jahren stattgefunden, in dem die seit 2009 bekannten und von der Industrie mitverhandelten CO2-Ziele bewusst ignoriert wurden. Wenn man die Transformation weiter hinaus schiebt, verschiebt man dasselbe Problem nur zeitlich. Es wird dann weiter so wie bisher gehen und in 5 oder 10 Jahren wird nix passiert sein. Jetzt geht es leider nur noch darum, ob 10% den Arbeitsplatz verlieren (bei gelingender Transformation), oder 80% (weiter aussitzen wollen). Die Fehler dazu wurden bereits auf vielen Ebenen gemacht.
Andreas_Nün meint
Ja, bitte möglichst viel Geld in Brennstoffzellen-PKWs versenken und noch einiges in SynFuels. Dort ist die Zukunft….
Peter W meint
… die Zukunft für die Konkurrenz, denn die werden Daimler dann überrollen und einstampfen. Daimler sollte wohl besser gleich an Geely übergeben, dann hätten sie vielleicht eine Zukunft.
(Ich weiß, dass der Kommentar ironisch gemeint war, meiner aber nicht.)
Klaus Schürmann meint
Sorry : Die Zukunft von Wasserstoffantrieb bei BMW und MERCEDES war doch schon vor 30 Jahren geplant und wurde getestet ? Alter Wein in neuen Schläuchen ? Hauptsache wir dummen Steuerzahler subventionieren jetzt diese „technologieoffenen“ Antriebsarten…
Torsten meint
Ja aber die Arbeitsplätze….