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AMG Lithium nimmt Europas erste Raffinerie für Lithiumhydroxid in Bitterfeld-Wolfen in Betrieb

23.09.2024 in News & Trends von Thomas Langenbucher | 16 Kommentare

VW-ID3-Batterie

Bild: VW (Symbolbild)

Die Firma AMG Lithium hat in Bitterfeld-Wolfen in Sachsen-Anhalt Europas erste Lithiumhydroxid-Raffinerie in Betrieb genommen. Dort sollen pro Jahr bis zu 20.000 Tonnen Lithiumhydroxid für Elektroauto-Batterien produziert werden.

Die Menge sei ausreichend für die Batterien von jährlich rund 500.000 E-Autos, teilte das Unternehmen mit. Bis 2030 könne die jährliche Produktion auf bis zu 100.000 Tonnen Lithiumhydroxid in Batteriequalität hochgefahren werden, wenn es der Markt erfordere.

Über das Material schreibt der Hersteller: „Lithiumhydroxid wird in aktiven Kathodenmaterialien mit hoher Energiedichte eingesetzt. Der zukünftige Trend zu hochnickelhaltigen Kathodenmaterialien bevorzugt Lithiumhydroxid in Batteriequalität als Ausgangsmaterial. Die daraus resultierenden Li-Ionen-Batterien werden in einer Vielzahl von Anwendungen eingesetzt.“

Die eigenen Investitionskosten betragen laut AMG Lithium 140 Millionen Euro. 5,5 Millionen Euro seien zudem aus der regionalen Wirtschaftsförderung gekommen. In Bitterfeld entstanden in einem ersten Modul den Angaben nach 80 Arbeitsplätze. Abnehmer für das Lithiumhydroxid seien Kathoden- und Zellhersteller von Batterien in Ungarn und Polen.

„Mit der Raffinerie sind wir First Mover und leisten einen entscheidenden Beitrag zur Versorgungssicherheit der deutschen und europäischen Industrie mit dem kritischen Rohstoff Lithium“, sagte laut Berichten der Vorstandsvorsitzende und CEO der AMG N.V., Heinz Schimmelbusch. Lithiumhydroxid sei ein wichtiger Rohstoff für die Herstellung von Batterien in Elektroautos und damit für den Weg zur klimaneutralen Mobilität.

Der Grundstoff Lithium wird noch importiert. Ein Abbau in Deutschland ist AMG zufolge grundsätzlich möglich, stieß aber erst kürzlich auf den Widerstand der potenziell betroffenen Bevölkerung. Eine Alternative könnte die Gewinnung aus Thermalwasser sein.

„Die Industrie in Europa ist gerade dabei, sich zu etablieren. Die Batterie-Fertiger brauchen auch Kathoden-Materialien und damit auch Lithium. Da müssen wir dabei sein“, so Scherer. AMG prüft derzeit, ob Lithium-Abbaugebiete in Portugal und im sächsischen Zinnwald infrage kommen.

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Via: Tagesschau.de & Heise.de
Tags: RohstoffeAntrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Jeff Healey meint

    23.09.2024 um 13:11

    „Abnehmer für das Lithiumhydroxid seien Kathoden- und Zellhersteller von Batterien in Ungarn und Polen.“

    Frage in die Runde:
    Welcher Hersteller hat Zellproduktionen in Polen oder Ungern?
    Für mich jedenfalls eine überraschende Meldung, da ich bisher nichts von europäischer Lithiumhydroxid-Herstellung gehört habe. Eine gute Nachricht, auch vor dem Hintergrund dass das Lithium noch importiert werden muss.

    Ein interessanter Hinweis zu dem Thema:
    „Eine Alternative könnte die Gewinnung aus Thermalwasser sein“.
    Könnte das eine Anspielung auf „Vulcan Energy“ sein? (Gewinnung von thermalen Lithium im Rheingraben).

    Jetzt fehlt nur noch eine europäische Massenproduktion von Natrium.

    • Pferd_Dampf_Explosion_E meint

      23.09.2024 um 13:41

      Ja, und das ist erst der Anfang:
      „Jedes Modul sei für eine jährliche Produktionskapazität von 20.000 Tonnen ausgelegt, was für die Batterien von jeweils rund 500.000 Elektrofahrzeugen ausreiche. AMG plane, die Produktion entsprechend der Nachfrage schrittweise zu erhöhen. Sind bis 2030 alle fünf Module mit einer Gesamtkapazität von 100.000 Tonnen pro Jahr in Betrieb, können dem Unternehmen zufolge rund 14 Prozent des für Europa prognostizierten Bedarfs an Lithiumhydroxid gedeckt werden.“

    • OnlyAFoolUsesGoogleAndroid meint

      23.09.2024 um 21:17

      „Welcher Hersteller hat Zellproduktionen in Polen oder Ungern?“

      LG Energie Solution produziert in Breslau Zellen.

      • Jeff Healey meint

        23.09.2024 um 22:43

        Ok, danke für die Info! 👍

  2. M3P_2024 meint

    23.09.2024 um 12:53

    So wie ich das auf die Schnelle rausfinden konnte hat AMG Lithium nichts mit AMG (Mercedes) zu tun. Darum sollte man den Namen wohl auch eher nicht abkürzen und vielleicht noch ein Hiweis platzieren. Ich weiss jetzt nicht wer sich eher mit fremden Federn schmücken möchte, denke aber AMG (Mercedes) dürfte es deutlich länger geben.

    • banquo meint

      23.09.2024 um 18:09

      In dem Artikel steht doch immer AMG Lithium.

    • M. meint

      24.09.2024 um 18:35

      Die heißen so, die Muttergesellschaft* auch, Verbindungen zu Mercedes-AMG habe ich nicht geprüft – würde mich aber überraschen. Wie die von Mercedes-AMG damit umgehen, ist zum Glück nicht mein Problem.
      https://amglithium.com/de/unternehmen/ueber-uns

      * Advanced Metallurgical Group

  3. Pferd_Dampf_Explosion_E meint

    23.09.2024 um 12:18

    Ausgerechnet in Sachsen, wo die AF.D vor kurzem über 30% Stimmenanteil erreicht hat, wird die AF.D-Lieblingslüge gegen die E-Mobilität „Lithium wird mit Kinderhände geschürft“ nun endgültig und nachweisbar zu Gr.abe getragen. Mal sehen, was jetzt als Ersatz herhalten muss.

    • Futureman meint

      23.09.2024 um 12:29

      Irgendeine andere Lüge wird die KI schon ausspucken. Ansonsten wird die KI so lange „gefüttert“ bis etwas passendes raus kommt. Mit Realität brauch man heute (leider) den meisten nicht mehr kommen.

    • M. meint

      23.09.2024 um 12:51

      Geschürft wird es dort ja nicht, „nur“ raffiniert.
      Und bei der Kinderarbeit geht es eher um Kobalt.
      Also zumindest für die AfD.

      Was das „Schürfen“ angeht, haben wir noch einen Weg vor uns. In Portugal gibt es Widerstand gehen eine Mine (man hat trotzdem angefangen, aber wie das ausgeht…), die Thermalwassergewinnung in D kommt (im kommerziellen Maßstab) auch nicht in die Pötte.
      Da ist schon noch Luft nach oben.

    • Freak_dd meint

      23.09.2024 um 13:09

      Zur Info: Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Angelsachsen ………..das befindet sich alles nicht in Sachsen !

      LG

      • Pferd_Dampf_Explosion_E meint

        23.09.2024 um 13:37

        Stimmt, in Sachsen-Anhalt ist der AF.D-Anteil noch höher als in Sachsen.

        • David meint

          23.09.2024 um 13:46

          Außerdem wurden Kinder mehr mit Kobalt in Verbindung gebracht.

        • Quayle meint

          23.09.2024 um 14:49

          „ist der AF.D-Anteil noch höher als in Sachsen“

          Bei der letzten Wahl (2021) lag die AFD bei um die 20%.
          Seither kann sich natürlich einiges getan haben.
          Wir werden es nächstes Jahr sehen.

    • OnlyAFoolUsesGoogleAndroid meint

      23.09.2024 um 21:24

      Müsste das nach deiner Logik nicht der AfD in die Hände spielen, da ja in Sachsen sicher keiner Kinder beim Abbau beteiligt sein werden?

  4. Powermax meint

    23.09.2024 um 11:28

    Schöne News :) Ich habe 2023 ein paar kleine Tragwerke für AMG entworfen und berechnet.

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