Laut einer Studie der Beratung Accenture müssen die europäischen und US-Hersteller die Bedürfnisse der Autokäufer besser verstehen und sich auf Zuverlässigkeit, Reichweite und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis konzentrieren, um die Masseneinführung von E-Fahrzeugen zu beschleunigen.
Nur 20 Prozent der Nicht-Elektroauto-Fahrer in Europa können sich demnach vorstellen, in den nächsten fünf Jahren einen Stromer zu kaufen. Laut der Studie, für die 6.000 Autokäufer befragt wurden, sind die Verbraucher in Deutschland mit 16 Prozent am zögerlichsten.
Die Verbraucher in der EU erwarten nicht, dass sie vor 2048 ein Batteriemodell als erste Wahl beim Autokauf in Betracht ziehen werden. Die Verbraucher in Italien hingegen erwarten, dass E-Fahrzeuge bis 2043 ihre erste Wahl sein werden. Bei den US-Verbrauchern halten 25 Prozent der Nicht-Elektroauto-Fahrer die Anschaffung eines Stromers in den nächsten fünf Jahren für realistisch. Sie erwarten, dass E-Fahrzeuge bis 2045 ihre erste Wahl sein werden.
Chinesen beim E-Auto-Interesse vorn
Insgesamt planen 57 Prozent der befragten Autokäufer den Kauf eines Elektrofahrzeugs innerhalb der nächsten zehn Jahren. Spitzenreiter ist China, wo 44 Prozent der Nicht-Elektroauto-Besitzer vorhaben, innerhalb von fünf Jahren einen Stromer zu kaufen.
Um mehr Kunden zu gewinnen, sollten sich die Autohersteller laut Accenture auf intelligente Funktionen, Ladekomfort und die Flexibilität eines E-Fahrzeugs konzentrieren. Insbesondere sollten sie Zuverlässigkeit, Reichweite und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis in den Vordergrund stellen. Von den Autofahrern in der EU stuften 87 Prozent die Batteriegröße und die Reichweite als kritische Faktoren beim Kauf eines E-Autos ein, verglichen mit 78 Prozent der Autofahrer in den USA.
„Die Konzentration auf Aspekte wie Nutzererfahrung, Leistung, Reichweite, Ladekomfort und Erschwinglichkeit ist entscheidend für das Verständnis der unterschiedlichen Bedürfnisse und Erwartungen potenzieller Käufer von Elektrofahrzeugen. Daher müssen die Automobilhersteller weiterhin innovativ sein, investieren und Partnerschaften eingehen, um den Übergang zu Elektrofahrzeugen zu beschleunigen“, heißt es in der Studie.
Ein weiteres Ergebnis der Studie: Fast drei Viertel (70 %) der Autofahrer in Europa erwarten, dass sie ihr Elektroauto aufladen, wenn es geparkt ist, sei es zu Hause oder an einem öffentlichen Ort wie einem Supermarkt. Fast der gleiche Prozentsatz der US-Fahrer stimmte dem zu (68 %).


David meint
Wissenschaftler haben herausgefunden, sind dann aber wieder reingegangen.
eBikerin meint
@Ecomento – ich glaube hier stimmt etwas nicht, und zwar:
„Fast drei Viertel (70 %) der Autofahrer in Europa erwarten, dass sie ihr Elektroauto aufladen, wenn es geparkt ist, sei es zu Hause oder an einem öffentlichen Ort wie einem Supermarkt.“
Die Studie wurde von euch ja schon mal gebraucht und ich habe sie auch an anderen Stellen gefunden. Den „Supermarkt“ finde ich da aber nicht. Ein Stellplatz eines Supermarktes ist idR Privatbesitz, auch wenn er öffentlich zugänglich ist.
Daher wohl auch die Verwunderung vom E.Korsar. Ich glaube dass das “ ..wie einem Supermarkt“ nicht in der orginal Studie steht (die ist leider Paywall).
Könnt ihr das mal prüfen?
Redaktion meint
Hier die betreffende Stelle im Original: „Nearly three-quarters (70 percent) of drivers in Europe expected to charge their car when parked, whether at home or at public place, such as a supermarket. Nearly the same percentage of U.S. drivers agreed (68 percent).“
E.Korsar meint
„Ein weiteres Ergebnis der Studie: Fast drei Viertel (70 %) der Autofahrer in Europa erwarten, dass sie ihr Elektroauto aufladen, wenn es geparkt ist, sei es zu Hause oder an einem öffentlichen Ort wie einem Supermarkt.“
Das ist gleich auf mehreren Ebenen grotesk. 70 % sind fast drei Viertel? Mein Mathematikerherz blutet. Was erwarten die anderen 30 % – also die etwas mehr als ein Viertel? Logisch wäre ja, wenn es rollt. Ergo Oberleitung, Induktion, Laserstrahl, …?
M. meint
Ja, 75% wären 3/4, also sind 70% nur fast 3/4, aber mehr als 2/3. ;-)
Parken meint wohl eine aus anderen Gründen (als laden zu müssen) geplante Standzeit, also auch über Nacht.
Ich schätze mal, die übrigen 30% kommen mit Ladepausen klar, die das Auto vorgibt, nicht sonstige Aktivitäten. Die werden so, wie sie stattfinden, ja wegen dem Auto gemacht und andere Aktivitäten darum geplant – ansonsten würde man wohl an einem anderen Ort, zu einer anderen Zeit oder auch gar nicht anhalten.
Mäx meint
Vielleicht soll darunter auch „Auf dem Weg zur Arbeit“ fallen.
Also wie bisher fahre ich zur Tankstelle > dann Läudesäule, stelle mich da 20 Minuten hin und fahre danach weiter zur Firma oder nach Hause.
Dann lädt das Fahrzeug eben nicht zu Hause oder am Supermarkt sondern an einer dedizierten „Tankstelle“. Klar ein öffentlicher Ort im Sinne des Rechts aber vielleicht nicht im Sinne der Teilnehmer.
Ansonsten passt das doch (zumindest fast) mal wieder schön zum Paretoprinzip.
brainDotExe meint
„Was erwarten die anderen 30 % – also die etwas mehr als ein Viertel? Logisch wäre ja, wenn es rollt.“
Vermutlich wie beim Verbrenner und der Tankstelle bisher.
Halten Ladekabel anstecken, paar Minuten waren und weiter fahren.
eBikerin meint
„Ergo Oberleitung, Induktion, Laserstrahl, …?“
Wie wäre es mit Batteriewechsel. Soll da so einen Anbieter geben.
Oder „Tanken“ fahren wie jetzt halt auch (warum man das wollen soll, aber egal ist möglich).
eBikerin meint
Nachtrag – ich habe noch einen Bericht zu genau dieser Studie gefunden,
Da heisst es nur „an einem öffentlichen Ort“. Ein Supermarkt ist nämlich kein öffentlicher Ort in diesem Sinne. Und ohne „Supermarkt“ bedeutet das eben zu Hause oder auf einem öffentlichen Stellplatz aka. Laternenparker.
Noch ein Nachtrag – den Bericht gab es hier schon so in der Art am 19.12.2024 – da steht nur: „70 Prozent erwarten Lademöglichkeiten überall da, wo sie parken.“
E.Korsar meint
Das macht Sinn. Danke.
Jeff Healey meint
Ich habe schon vor einigen Monaten hier geschrieben, dass von den meisten Menschen erwartet wird an jeder zweiten oder dritten Laterne einen Anschluss für Niedrigvolt-„Schnarchladung“ vorzufinden, da sich die E-Mobilität sonst vermutlich nur sehr, sehr langsam in der Breite der Bevölkerung etablieren wird.
Wenn zukünftig dutzende Millionen von E-Autos auf unseren Straßen genutzt werden sollen, reichen die heutigen Lösungen wahrscheinlich nicht aus.