Der Staatssekretär im Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) Hartmut Höppner hat gemeinsam mit Studienautor Robert Follmer von infas die ersten Ergebnisse der neuen Ausgabe der Verkehrserhebung Mobilität in Deutschland 2023 (MiD) vorgestellt.
Zwischen Mai 2023 und Juni 2024 wurden für die Auswertung über 218.000 Haushalte und rund 420.000 Personen in Deutschland zu ihrem Mobilitätsverhalten befragt. Die Ergebnisse bilden national als auch regional eine Grundlage für die Verkehrsplanung vor Ort. Die Befragung soll unter anderem Politik und Verwaltung bei verkehrspolitischen Entscheidungen unterstützen.
Höppner: „Wir wollen Mobilitätsangebote, die sich an den Bedürfnissen und Wünschen unserer Bürgerinnen und Bürger orientieren. Das geht nur, wenn wir das Mobilitätsverhalten und die Mobilitätsbedürfnisse der Menschen im Alltag besser verstehen. Die umfangreichen Daten der neuen MiD helfen uns dabei. Die MiD ist nicht nur eine elementare Datengrundlage für Wissenschaft und Forschung, sondern auch eine wichtige Entscheidungshilfe auf dem Weg in eine attraktive, klimafreundliche Mobilität der Zukunft.“
Zentrale Ergebnisse
Die Alltagsmobilität der Bürger stützt sich – wie bereits bei der Vorgängerstudie im Jahr 2017 erhoben – auf einen breiten Verkehrsmittelmix aus motorisiertem Individualverkehr (MIV), Fahrrad, Fußgänger- und öffentlichem Verkehr. Die Entwicklung zeigt mit Blick auf die zurückgelegten Wege eine immer noch hohe Bedeutung des MIV und leichte Steigerungen des Wegeanteils des öffentlichen Verkehrs (10 % im Jahr 2017 auf 11 % der Wege im Jahr 2023) sowie Stabilität im Radverkehr (11 %).
Der Fußverkehr erlebt eine Renaissance und hat die höchsten Zuwächse (22 % im Jahr 2017 auf 26 % im Jahr 2023). Demnach wurde bundesweit mehr als jeder vierte Weg als reiner Fußweg zurückgelegt, die Zu- und Abwege zu anderen Verkehrsmitteln kommen noch hinzu.
Der Anteil des motorisierten Individualverkehrs liegt im Verkehrsmittelmix im Jahr 2023 zwar etwas niedriger als im Jahr 2017, dennoch behält er seine dominante Bedeutung für die Alltagsmobilität: Der Anteil der Wege, den die Befragten selbst hinter dem Lenkrad fahren, liegt bei 40 Prozent (im Jahr 2017 43 %), die Mitfahrt erreicht 13 Prozent (im Jahr 2017 14 %). Noch deutlicher wird dies bei der zurückgelegten Wegstrecke: Bürger in Deutschland legen knapp drei Viertel aller Kilometer mit dem Auto zurück. Im ländlichen Raum bleibt das Auto für nahezu alle Verkehrsteilnehmer unverzichtbar. Mehr als 80 Prozent der Wegstrecke entfallen hier auf den MIV.
In Städten hingegen nimmt die Nutzung von Fahrrädern und Fußwegen zu, während die Dominanz des Autos abnimmt. 31 Prozent der Wege legen die Bewohner der großen Metropolen zu Fuß zurück – fast so viele wie mit dem MIV (33 %). Das Fahrrad erreicht in den Metropolen einen Wegeanteil von 15 Prozent, Bus und Bahn von 21 Prozent.
Der Radverkehr profitiert außerdem von einer immer größeren Zahl an elektrisch unterstützten Rädern. Der Anteil der elektrisch unterstützten Fahrräder (Pedelecs) hat zugenommen und macht bundesweit mittlerweile ein Drittel der Fahrrad-Kilometer aus. Die Fahrradflotte wächst von 75 Millionen Räder im Jahr 2017 auf 80 Millionen Räder 2023, davon mittlerweile ein Viertel mit Elektroantrieb.
Gleichzeitig hat das 2023 von Bund und Ländern eingeführte Deutschlandticket laut dem Verkehrsministerium den öffentlichen Nahverkehr wesentlich dabei unterstützt, seine coronabedingten Nachfrageeinbußen zu überwinden. Die Ergebnisse der MiD 2023 zeigten die Beliebtheit des Deutschlandtickets und bestätigten die Bedeutung des Deutschlandtickets für eine nachhaltigere und effizientere Mobilität in Deutschland.
Für das Verkehrsministerium seien die Ergebnisse der Auswertung wichtig, um die Politik am Alltag der Menschen auszurichten, erklärte Staatssekretär Hartmut Höppner. Die Alltagsmobilität setze sich weiter aus einem breiten Mix aller Verkehrsmittel zusammen – „für uns im Verkehrsministerium heißt das, wir müssen auch in Zukunft alle Verkehrsträger im Blick behalten, um allen Mobilitätsbedürfnissen gerecht zu werden“.
Ihre Meinung