Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) verteidigt die Förderbedingungen der neuen Kaufprämie für Elektroautos und Plug-in-Hybridmodelle. Im Gespräch mit Auto Motor und Sport betont der Minister das Ziel, endlich auch den Absatz von Elektroautos an Privatkunden anzukurbeln.
„Klimaneutrales Fahren muss möglich sein, auch wenn man nicht das größte Portemonnaie hat“, so Schneider. Zugleich wolle die Bundesregierung wirtschaftliche Impulse setzen. „Die Konjunktur stagniert, wir wollen Anreize für Wachstum setzen. Die Automobilbranche ist in Deutschland ein Leitmarkt – auch ein psychologischer. Der Pkw-Bestand in Deutschland ist so alt wie nie. Je mehr neue Elektroautos dazukommen, desto besser ist es. Da setzen wir an: Konjunktur, sozialer Ausgleich und Klimawirkung.“
Dass auch Modelle mit Plug-in-Hybridantrieb, also Autos mit Verbrenner- und Elektroantrieb mit extern aufladbarer Batterie für längere rein elektrische Strecken, gefördert werden, hält Schneider für sinnvoll, obwohl die SPD offenbar gegen diese Förderung eingetreten ist. „Diese Entscheidung der Koalition hat auch wirtschaftspolitische Gründe. Wir wollen angeschlagene Zulieferer stabilisieren. Nächstes Jahr kommt das Thema aber erneut auf den Tisch. Ich würde nämlich gerne die stärker belohnen, die ihren Plug-in-Hybrid wirklich elektrisch nutzen. Mittelfristig bin ich mir sicher, dass sich die rein batterieelektrischen Autos bei den Kunden durchsetzen werden.“
In Verbindung mit den hohen Rabatten und Prämien, die die Autohersteller beim Neukauf gewähren, glaubt Schneider an einen Durchbruch der Elektromobilität. „Die Hersteller haben wegen der EU-Flottenregulierung ein eigenes Interesse, viele E-Autos auf den Markt zu bringen. Sie haben jetzt 20 Milliarden in die Entwicklung gesteckt, also müssen sie die Autos jetzt verkaufen.“ Er werde sich die Preisentwicklungen genau ansehen. „Mein Gefühl ist: Da kommt jetzt was ins Rollen.“
Für sinnvoll hält es der Umweltminister auch, dass es die Kaufprämien auch für die Autos ausländischer Hersteller gibt. „Acht von zehn neu zugelassenen Elektrofahrzeugen waren 2025 Made in Europe. Und gerade die deutsche Volkswirtschaft profitiert von internationaler Arbeitsteilung“, so Schneider. „Als Exportland baue ich daher keine künstlichen Barrieren auf, wenn es nicht nötig ist. Und die deutschen Automobilhersteller haben so starke neue Modelle am Start, dass wir uns nicht zu verstecken brauchen.“

brainDotExe meint
Das ist doch genz einfach, Deutschland hat eine hohe Kaufkraft, Deutsche lieben Autos, Autos sind stark in unserer Kultur verankert (Stichwort Autoland, das Auto wurde hier erfunden).
Deutsche wählen eher Parteien, die dem Auto positiv gestellt sind.
brainDotExe meint
Sollte eine Antwort für Future sein.
Tt07 meint
Und täglich grüßt das Murmeltier….bitte nicht wieder verallgemeinern…es gibt genug Deutsche, bei denen das Auto nur eine sehr untergeordnete Rolle spielt. Und wenn die Kaufkraft so hoch ist, dann brauchst ja für die Leute mit gutem Einkommen keine Förderung. Da bin ich wieder bei Dir.
brainDotExe meint
„es gibt genug Deutsche, bei denen das Auto nur eine sehr untergeordnete Rolle spielt.“
Das ist aber halt eine Minderheit. Dazu gibt es Umfragen.
„Und wenn die Kaufkraft so hoch ist, dann brauchst ja für die Leute mit gutem Einkommen keine Förderung“
Wie schon oft erwähnt es geht nicht darum ob diese Leute eine Förderung „brauchen“.
Mir ist das egal, ich finde es unfair, aber das ist ja nur meine Meinung.
Was dann aber absolut nicht in Ordnung ist, sich darüber aufregen wenn diese Leute dann halt kein Elektroauto sondern einen Verbrenner kaufen.
Tt07 meint
Es beschwert sich keiner…und wenn alle Gutverdiener einen Verbrenner kaufen, bleibt mehr Fördergeld für die übrig, die es wirklich brauchen.
Die Mehrheit der Deutschen ist (leider) schlicht und ergreifend auf das Auto angewiesen (da geht es nicht um Spass oder sinnlos mit dem Sonntagsauto durch die Gegend zu fahren)und es bedeutet auch nicht, dass es ihnen automatisch auch wichtig ist.
brainDotExe meint
„Es beschwert sich keiner“
Dann hast du eine selektive Wahrnehmung in den Kommentaren hier. Hier gibt es einige Mitmenschen die immer wieder kommentieren, dass der BEV Anteil zu gering ist, warum Leute immer noch Verbrenner kaufen, das es ja überhaupt keinen Grunde mehr geben würde einen Verbrenner zu kaufen, etc.
„bleibt mehr Fördergeld für die übrig, die es wirklich brauchen“
Deine Meinung, sehe ich absolut nicht so.
„Die Mehrheit der Deutschen ist (leider) schlicht und ergreifend auf das Auto angewiesen“
Leider? Glücklichweise!
„da geht es nicht um Spass oder sinnlos mit dem Sonntagsauto durch die Gegend zu fahren)und es bedeutet auch nicht, dass es ihnen automatisch auch wichtig ist.“
DAT-Report 2020:
„80 Prozent der privaten Neuwagenkäufer bestätigen, dass sie sich freuen, wenn sie ihr Fahrzeug sehen. Mehr als 90 Prozent haben – trotz Staugefahr – Spaß am Autofahren. Etwa jeder fünfte private Fahrzeughalter gibt an, dass er gern einfach nur zum Spaß mit dem Auto ausfährt.“
Steffen meint
DAT-Report 2025:
„Jüngere Pkw-Halter (unter 29 Jahre) haben den höchsten Spaßfaktor beim Autofahren und liegen mit 91% über dem Durchschnitt. Sie sind zudem am aufgeschlossensten gegenüber neuen Technologien wie der E-Mobilität.“
Das lässt ja hoffen, dass die Spaßfahrer in Zukunft hauptsächlich BEV fahren. Und auch das:
„Generell zeigt die Befragung für den DAT Report 2025, dass Personen, die bereits E-Erfahrungen haben, E-Autos deutlich positiver sahen. Etwa zwei Drittel der Menschen mit BEV-Erfahrung schätzten die Nutzung als umweltfreundlich (66%) und den Fahrspaß als hoch (62%) ein. Unter
den Pkw-Haltern insgesamt waren dies nur 54% (umweltfreundlich) und 34% (hoher Fahrspaß). Immerhin für fast die Hälfte der BEV-Erfahrenen sei das BEV das perfekte Alltagsauto. Generell unter allen Pkw-Haltern lag dieser Wert bei nur 30%“
Die Passage „Etwa jeder fünfte private Fahrzeughalter gibt an, dass er gern einfach nur zum Spaß mit dem Auto ausfährt.“ ist so übrigens nicht mehr in 2025 zu finden, da geht es nur noch um Spaß und die Freude das Auto anzusehen. Nutzlose Ausfahrten zum Glück nicht mehr. Zumindest nicht abgefragt.
Future meint
Ja, das Autoland mit den berühmten Autobahnen. Ich wundere mich, dass gleichzeitig der Anteil der alten Autos (über 10 Jahre) noch nie so hoch war wie jetzt. Vermutlich wechseln manche jedes Jahr ihr Auto und andere nur ganz selten.
brainDotExe meint
Alte Autos sind ja nichts Schlechtes, im Gegenteil das ist Kultur.
„Vermutlich wechseln manche jedes Jahr ihr Auto und andere nur ganz selten“
Das ist ja vollkommen normal. Jeder handhabt das unterschiedlich.
Ich halte meinen Daily immer so ca. 7 Jahre, dann will ich was neues haben.
Meinen Sonntagswagen hingegen halte ich jetzt schon über 15 Jahre.
Manche leasen auch immer für 2 Jahre (davon halte ich nichts).
Es bietet sich aber auch an den Daily nach der typischen Haltedauer als Zweit- oder Drittwagen weiter zu nutzen.
Steffen meint
Alte Autos sind so schlecht wie alte Kühlschränke, Gefriertruhen oder Waschmaschinen; sie verbrauchen zu viel Energie und verursachen zu viel Umwelt- und Klimagifte. Eigentlich ganz einfach.
brainDotExe meint
Glaubst du jemand fährt Young- und Oldtimer, weil ihn diese Punkte interessieren?
Future meint
Die Branche sei auch ein »psychologischer« Leitmarkt – das Argument gefällt mir gut. Konsum hat immer mit Psychologie zu tun und da wirken Reize natürlich immer.
Ich habe ja nie verstanden, dass ein kleines Land wie Deutschland einen so großen Automarkt hat. Bei der Bevölkerung liegt Deutschland auf Platz 19 in der Welt, beim Autokauf ist es aber Platz 5. Vielleicht hat das ja doch mit diesem Dienstwagenprivileg zu tun.
eBikerin meint
„Vielleicht hat das ja doch mit diesem Dienstwagenprivileg zu tun.“
Oder mit der Kaufkraft?
Future meint
Wenn es die starke Kaufkraft ist, dann ist Deutschland doch viel besser aufgestellt, als es die regelmäßige Jammerei im Kand vermuten lässt. Ein hoher Konsum soll sich ja auch positiv auswirken auf das Wohlbefinden und das Glücksgefühl.
Wenn es das Dienstwagenprivileg ist, dann ist es halt auch eine versteckte steuerliche Subvention des Automobilsektors.
eBikerin meint
Vielleicht solltest du auch mal schauen was für Länder so vor Deutschland sind. Vielleicht fällt dir dann was auf. Ach und die reine Anzahl sagt leider auch relativ wenig aus. Angeblich hat Andorra die weltweit mit Abstand höchste Dichte an PKW. Was glaubst du wohl wie viele Autos da so im Jahr verkauft werden?