Gerd Walker ist seit etwa vier Jahren Vorstand Produktion und Logistik von Audi. In einem Interview mit der Automobilwoche hat er unter anderem über die Elektromobilität gesprochen.
Bei seinem Amtsantritt hat Walker die Digitalisierung der Produktion parallel zum Hochlauf der E-Mobilität als zentrales Ziel benannt. Doch dieser Hochlauf hat sich durch Softwareprobleme bei der E-Auto-Architektur Premium Platform Electric (PPE) erheblich verzögert. Danach gefragt, ob das den Digitalisierungsplan gebremst habe, sagte der Manager: „Nein, und wir haben auch unseren Zeitplan nicht verändert. Ich habe damals gesagt, dass wir bis Ende des Jahrzehnts unsere Werke elektrifiziert haben werden. Das war immer unser Ziel und wir sind voll im Plan. Bei der Digitalisierung der Produktion kommen wir sogar noch schneller voran als geplant.“
Die PPE in Ingolstadt sei mit der Produktion der Q6-e-tron-Familie seit 2023 und der A6-e-tron-Familie seit 2024 erfolgreich angelaufen. Und man sei „wirklich glücklich“ über die Fahrzeuge, die Audi jetzt am Markt habe.
Audi hat im letzten Jahr mit dem Concept C einen rein elektrischen Sportwagen vorgestellt, dessen Optik für die Designsprache der Zukunft stehen soll. „In der Umsetzung in der Großserie ist das Radical Next Design anspruchsvoll“, sagte der Produktionschef dazu. „Extrem wichtig sind auf der einen Seite die klassischen Werkzeugbaukompetenzen, bei denen wir bei Audi viel Know-How haben. Und genauso brauchen wir die entsprechenden KI- und Digitalisierungstools, um zunächst einmal simulieren zu können, was da auf uns zukommt.“
Zudem müsse man von einer Kleinserie kommend die Produktionsprozesse auf die neuen Produkte optimieren. Abgesehen vom Concept C mache Audi mit jedem Fahrzeugprojekt und bei jeder Plattform einen Sprung in Richtung Digitalisierung. Eine wichtige Rolle spiele hier die Kleinserienproduktion in den Böllinger Höfen am Standort Neckarsulm, wo die Batterie-Sportlimousine e-tron GT vom Band läuft. Der Standort sei zugleich das Reallabor des Premiumherstellers zum Ausprobieren neuer Technologien, die man vielleicht nicht sofort in der Großserie ausrollen würde.
Vorbereitungen für Elektro-Sportwagen „auf Hochtouren“
Die Vorbereitungen für die Serienversion des Concept C laufen laut Walker „auf Hochtouren“. Im Rahmen des normalen Produktzyklus habe Audi Ende 2025 Baumaßnahmen für die Produktionsanlagen in den Böllinger Höfen begonnen.
In der Zukunftsvereinbarung im vergangenen Jahr hat die Ingolstädter Volkswagentochter Investitionen in Höhe von acht Milliarden Euro in die deutschen Standorte zugesagt. „Wir befinden uns im Hochlauf der Elektromobilität. Entsprechend fließt ein Großteil in Infrastruktur, beziehungsweise in Produktionsanlagen für neue Modelle in der Umrüstung. In Ingolstadt rüsten wir ein kompaktes Elektromodell ein“, erklärte der Produktionschef.
Hinzu komme die Q3-Produktion, die im Verbund mit dem Audi-Werk in Ungarn umgesetzt werde. Darüber hinaus investiere die Marke in Innovationen, in ihre Digitalisierungs- und Technik-Roadmap, die man dann in die Werke bringe.
Mit Blick auf die Werksbelegung verwies Walker auf das Geschäft mit Stromern: „Der Hochlauf der Elektromobilität funktioniert wirklich gut. Wir haben im vergangenen Jahr eine Steigerung bei unseren Elektrofahrzeugen von rund 36 Prozent auf über 223.000 Einheiten erreicht und sind sehr zufrieden damit. Das zeigt uns, dass wir genau auf dem richtigen Weg sind.“

Justin Case meint
Nicht sicher, ob das schmale Oberlippenbärtchen („Kühlergrillersatz“) eine gute Idee für das Gesicht eines jeden Audi ist. Davon ab ein eher gelungenes Design.
Gerry meint
Langsam kommt Audi aus dem Tiefschlaf 🙄. Aus dem Vorsprung durch Technik ist leider ein Hinterherlaufen geworden.
Jörg2 meint
Betrifft die Planungsdehnung beim VW-US-Projekt „Scout“ nicht auch USA-Audi „Rugget“? Die hängen doch auch irgendwie an der Rivian-Entwicklungsleine (?).
Und nun kommen noch die 20%-Kostensenkung dazu.
Ich vermute: Entspannung ist da gerade wenig auf den Fluren. Plantreuer Hochlauf ist das wohl nicht.
M. meint
Da sucht wieder einer das Haar in der Suppe, das im Artikel nicht zu finden war.
Jörg2 meint
Hättest Du auch etwas zum Thema?
Wie passt diese Positivmeldung über (sinngemäß) „alles im grünen Bereich“ zur aktuellen Presselage von „20% Kosten sparen“, „Werksschließungen nicht ausgeschlossen“, „Scout&Co verzögern sich“, „bei Scout& Co gibt es Umplanungen auf Rex welche Rivian ins Schleudern bringen und Cariad soll es nun richten…“
Ist da ein kleines dünnes Haar in der PR-Suppe oder ganze Pferdeschwänze?
Wieso bist Du gegen faktenbasierte Kritik am VW-Konzern?
Future meint
Die PR-Abteilung von Audi ist zurück aus dem Skiurlaub in Ischgl. Jetzt werden wieder die guten Nachrichten produziert. Man muss sich nicht immer mit den schlechten Zahlen auseinandersetzen. Positives Denken ist auch wichtig – nicht nur nach den Urlaub.
Karl S meint
Das das so betont wird, dass Audi sich im Hochlauf befindet, schwächt die reale
Bedeutung von „Wir bringen jetzt viele neue BEVs auf den Markt“ ab.
Heißt auf deutsch: Bitte warten, (Sie werden sofort nach ausreichender Entwicklungszeit
mit einem SUV oder einem ähnlichen (unnützen) Fahrzeug bedient)
Audi produziert momentan total am wahren Kunden Bedarf vorbei.
Der Audi A6 e-tron hätte mich sehr interessiert, aber durch die etwas groß geratene
Bodengruppe ist das Fahrzeug zu lang geworden und für mich uninteressant.
Skodafahrer meint
Am einfachsten kann man mit einer großen Batterie, die ein Fahrzeug mit grossen Radstand passt, viel Reichweite erreichen. Ein Beispiel dazu ist der Mercedes EQS.
Bis wir die Reichweite eines A6 e-tron auch in einem elektrischen Golf haben werden, dauert es noch Jahre. Da reden wir schon mindestens vom Nachfolger des MEB+, der eine Verbesserung der heutigen MEB-Plattform ist.
Ben meint
Unnütze Fahrzeuge wie z.B. auch 5m lange Kombis die nie beladen werden und mit dem nur eine Person fährt und die mehr Verkehrs- und Parkfläche einnehmen als ein ID.4 ?
Werner Mauss meint
Jetzt schon? Naja, Vorsprung durch was eigentlich.