Rolls-Royce geht von dem Ziel auf Abstand, ab dem Jahr 2030 nur noch Elektroautos zu verkaufen. Das dürfte vor allem auch daran liegen, dass der Absatz des Ende 2023 eingeführten ersten Vollstromers der Marke namens Spectre 2025 Prozent eingebrochen ist. Die britische BMW-Tochter registriert zudem hohe Kundennachfrage nach V12-Motoren und veränderte politische Rahmenbedingungen.
Der damalige Rolls-Royce-CEO Torsten Müller-Ötvös hatte 2021 erklärt, dass die Marke ab 2030 nur noch Elektroautos verkaufen werde. Bei der Vorstellung des ersten vollelektrischen Modells Spectre sagte der CEO, dass der Elektroanteil des Jahresabsatzes bereits 2028 bei 70 Prozent liegen sollte. „Bis Ende 2030 werden wir keine Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren mehr produzieren“, so Müller-Ötvös damals.
Seit Ende 2023 führt Chris Brownridge Rolls-Royce – und verwarf nun das Elektroauto-Ziel seines Vorgängers öffentlich. Als Begründung nannte er die Lockerung regulatorischer und gesetzlicher Vorgaben durch Regierungen sowie die Kundennachfrage: „Für jeden Kunden, der ein Elektroauto liebt, gibt es einen, der es nicht mag“, sagte Brownridge. „Manche Kunden wollen ein E-Auto, wir bauen, was bestellt wird.“ Doch wollten nach wie vor viele Kunden einen Rolls-Royce mit Verbrennungsmotor. „Wir verstehen, dass einige Kunden einen V12-Motor bevorzugen. Der V12 ist Teil unserer Geschichte“, so der CEO.
Ein neues konkretes Jahresziel für den Umstieg auf Elektroautos definierte Brownridge nicht. Er wollte gegenüber Medien auch keine konkrete Zahl nennen, wie viele neue Elektromodelle das Traditionsunternehmen in Zukunft anbieten wird.
Aus dem Geschäftsbericht des Mutterkonzerns BMW geht hervor, dass die Nachfrage beim vollelektrischen Spectre im vergangenen Jahr stark eingebrochen ist: Es gab nur 1002 Auslieferungen des Modells, das ist ein Rückgang von 47 Prozent gegenüber 2024 – dem ersten Jahr, in dem der Spectre durchgehend erhältlich war. Der Elektroanteil über alle Auslieferungen hinweg ist 2025 auf 17,7 Prozent gefallen, während er 2024 bei 33 Prozent gelegen hatte.

IDFan meint
Ich sehe den Spectre eher als Erfolg. Aber natürlich hat der Erfolg Grenzen. Menschen, die ihn sich leisten, sind grundsätzlich Energieverschwender und da passt eine Haltung der Verantwortung gegenüber unserer Umwelt bei der Mehrheit noch nicht ins Bild. Aber der Gedanke ist gesät.
R2D2 meint
Der Spectre ist ein toller Wagen, den der liebe Gott nicht besser machen hätte können. Fakt ist, die Zielgruppe versteht das nicht. Und warum das so ist, verstehen die üblichen Kommentarendene hier auch nicht. Da kommt die erlauchte Herrschaft im privaten Learjet an oder im Heli und dann muss man kurz noch 200 KM weit fahren zum xxx Hotel und der Akku muss da auf jeden fall 100% haben. Sonst wird wird der private wirlpool auf der Dachterasse mit 8 x 20 Meter schnell kalt. ne und dann keinen sound. Das kann einem schon mal den Tag ruinieren.
Jan meint
Doch, er hätte ihn besser machen können, indem er einen V12 Antriebsstrang eingepflanzt hätte.
Der Zielgruppe von RR kann es sich einfach leisten und der V12 beeindruckt immer noch. Die Verkaufszahlen von RR gehen im gesamten Automarkt gegen Null. Von daher ist es uninteressant, ob solche Autos weiterhin mit V12 oder als Elektro Seniorenmobil ausgeliefert werden.
M. meint
Sound beim RollsRoyce?
Die geben sich alle Mühe, den Antrieb akustisch in den Hintergrund treten zu lassen.
Für die Mühelosigkeit der Fortbewegung hat man dort sogar ein Wort: Waftability.
Ein (starker) elektrischer Antrieb macht nirgendwo im Luxussegment mehr Sinn als in einem RollsRoyce. Und kein anderer Antrieb passt besser.
Natürlich kann Familie Neureich das anders sehen, man denke da an die im TV, wo der Papa seinen Rolls mit Rostfolie ( schnell weiterzappen…) beklebt hat. Keine Ahnung, was dem Auto als nächstes angetan wurde. Dagegen richtet alle Tradition nichts aus.
200 km schafft ein Spectre wohl jederzeit, auch unter etwas härteren Bedingungen.
Besser-BEV-Wisser meint
Wenn ein Mittelschicht-Familie sagt ich kann mir aber ein neues E-Auto nicht leisten und kann im meiner Mietwohnung auch nicht laden, OK valides Argument.
Diese „Aber der V12 klingt so toll und hat Tradition und die Zukunft unserer Kinder geht mir am A++++h vorbei“-Attitüde geht mir mal echt auf den S***k !
Für diese Luxusgüter sollten die Regelungen echt strenger sein.
Ich wäre für eFuelspflicht für Privatjets. Und Luxus-CO2 Steuer für Verbrenner-Autos über 150 k€.
Alternativen gibt es ja genug….
eBikerin meint
„Diese „Aber der V12 klingt so toll und hat Tradition und die Zukunft unserer Kinder geht mir am A++++h vorbei“-Attitüde geht mir mal echt auf den S***k !“
Mein Gott – 2025 wurden gigantische 5664 RR weltweit verkauft – davon waren auch noch knapp über 1000 elektrisch. Wir sprechen hier also von rund 4600 Autos.
Glaube es gibt wichtigeres auf der Welt wie die paar Luxuskarren.
Mäx meint
Hat er nicht verdeutlicht, dass es um mehr als ein paar Luxuskarren geht?
Den Ansatz teure Fahrzeuge zusätzlich zu besteuern gibt es in anderen Ländern auch, China, Norwegen, Dänemark, Finnland, (oder wie Österreich die Nova auf Verbrauch).
Warum sollte übermäßiger Konsum nicht höher versteuert werden dürfen?
Dazu könnte man für Privatjets CO2 Steuer auf den Verbrauch erheben, wenn das schon nicht auf den gesamten Flugverkehr geht, zumindest mal da?
Aber nein, die Leistungsträger dieses Landes darf man nicht verstimmen.
Vermögenssteuer, Luxussteuern etc. bloß nicht anpacken, nicht dass noch eine Umverteilung von oben nach unten stattfindet, wo kämen wir denn dahin.
M. meint
Das hat er, und das sind alles sehr gute Fragen.
Um sich Luxus zu leisten, hat man ja überdurchschnittlich viel Geld, und das könnte man überdurchschnittlich besteuern. Ich glaube, nicht mal die Superreichen hätten etwas dagegen – das macht ihr Vergnügen nur noch exklusiver.
Bei RR heißt es nicht umsonst: „wer nach dem Preis fragen muss, kann ihn sich nicht leisten“.
Besser-BEV-Wisser meint
Ja, wer Genug Geld hat einen RR zufahren oder einen Privatjet zu nutzen, der kann auch ein CO2 Steuer zahlen die diese „Verschwendung“ auch voll ausgleicht.
Wer’s hat, dem will ich’s nicht neiden.
Aber seiner Verantwortung die Reichtum mit sich bringt sollte man dann gerecht werden. Zur Not über Verbrauschs-Steuern.
brainDotExe meint
Woher die Annahme, dass man sich rechtfertigen muss?
Es gibt Leute die bestehen einfach auf einen Verbrenner, genau so wie es Leute gibt die auf ein Elektroauto bestehen.
Ich würde von keinem eine Rechtfertigung verlangen.
Paule meint
Weil niemand das Recht hat, auf irgendetwas zu bestehen, nur weil ihm danach ist.
Skodafahrer meint
Die Luxusmarken Rolls-Royce und Bentley verbrauchen nur einen winzigen Anteil am gesamten Treibstoff. Momentan ist es noch wesentlich sinnvoller mehr Aufwand in die Entwicklung von Elektroautos von Volumen- und Premiummarken zu investieren, weil es dort Stückzahlen gibt.
cbzac meint
Was soll’s, die elektrische Konkurrenz aus China bietet gerade im Bereich Luxus ohnehin mehr fürs Geld und macht die Dinosaurier bald überflüssig.
eBikerin meint
Warum nur glaube ich, dass der typische RR Kunde wohl eher kein billiges China Auto kaufen wird?
M. meint
Wenn’s billig ist, ist es kein Luxus.
Daher funktioniert das nicht. Man kann ja auch auch Fake-Rolex für 200 Euro kaufen.
Demnach müsste Rolex eigentlich längst dichtgemacht haben.
Oder Plastikperlen für 10 Euro. Geht. Merkt auf 2 Meter niemand.
Justin Case meint
Geld zu haben um einen Rolls zu kaufen bewahrt auch nicht vor dem gleichen Level von Ignoranz wie im Rest der Bevölkerung. Schlimmer noch fliegen dazu Privatflugzeuge und schwimmen Luxusjachten durch die Gegend als gäbe es kein Morgen.
Zum Verzweifeln.
Jan meint
Wer kann, der kann!
Die Menschen haben sich ihr Geld erarbeitet und gönnen sich etwas. Manche kaufen zahlreiche Immobilien, andere eine große Yacht oder sammeln einfach Autos. Jeder wie er will.