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Europas E-Fahrzeug-Investitionen nähern sich 200 Milliarden Euro

12.05.2026 in Autoindustrie von Thomas Langenbucher | 5 Kommentare

Mercedes-GLC-Elektro

Bild: Mercedes-Benz (Symbolbild)

Staaten im Europäischen Wirtschaftsraum und die Schweiz haben viele Milliarden Euro für ihr Elektrofahrzeug-Ökosystem zugesagt. Das geht aus Daten der Forschungsgruppe New Automotive hervor, von denen die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Genannt wird ein Volumen von 200 Milliarden Euro, entsprechend 235 Milliarden Dollar.

Die Zusagen verteilen sich auf mehrere Bereiche. Auf die Batterielieferkette entfallen 109 Milliarden Euro. Für die Elektrofahrzeug-Fertigung sind 60 Milliarden Euro vorgesehen. Für öffentliche Ladenetze werden zwischen 23 und 46 Milliarden Euro genannt. Mehr als eine Million öffentliche Ladepunkte sind bereits installiert.

„Europa produziert inzwischen Batterien für etwa jedes dritte im Inland verkaufte Elektrofahrzeug“, erklärt New Automotive. Angekündigte Kapazitäten könnten den künftigen Bedarf decken, wenn sie vollständig genutzt würden.

Deutschland steht für fast ein Viertel der Investitionen in der beleuchteten Region. Damit ist das Land nach Angaben der Marktexperten der größte nationale Knoten im europäischen E-Fahrzeug-Sektor. Deutschland verankere sowohl die inländische Produktion als auch weitere europäische Wertschöpfungsketten.

Die Kampagnengruppe E-Mobility Europe erklärte, die Investitionen unterstützten bereits mehr als 150.000 Arbeitsplätze. Weitere 300.000 Jobs seien möglich, wenn alle angekündigten Projekte umgesetzt würden. Analysten und Ökonomen erklärten, Europa brauche weiterhin Subventionen, Schutz und stabilere Energiekosten, um global konkurrieren zu können.

Rico Luman, Senior Economist bei ING Research, sagte, Europas Autoproduktion sei stets überwiegend auf wenige große Länder konzentriert gewesen. Laut Analysten haben die Investitionen trotz schwächerer Regulierung angehalten. Als Faktoren wurden steigende Ölpreise und ein wachsendes Angebot elektrischer Modelle genannt.

Die Europäische Kommission stellte im Dezember einen Plan vor, das faktische EU-Verbot neuer Verbrennerautos ab 2035 fallen zu lassen. Dies geschah nach Druck der europäischen Autoindustrie.

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Via: Reuters
Tags: EU, EuropaAntrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Jörg2 meint

    12.05.2026 um 13:15

    Es gibt eine Studie, die in Europa die Frage an Autokäufer gestellt hat, Autos aus welchem Land sie meiden würden und hat dies nach Verbrennerautos und E-Autos gesplittet.

    Verbrenner:
    Deutschland hat hierbei den niedrigsten Wert (sprich: positives Image).
    China schneidet am schlechtesten ab (sprich: schlechtes Image).

    BEV, hier umgekehrt:
    Hoher Wert für Deutschland (sprich: nicht nochmal ein deutsches BEV)
    Niedriger Wert für China (sprich: kann ich mir erneut vorstellen)

    Ursache, bezogen auf Autos aus Deutschland:
    Hohe Markenerwartung wird bei den BEV enttäuscht (s. z.B. ID-Serie). Der Technologie wird nicht getraut.

    Aktuelle Gegenreaktion (und hier schließt sich der Kreis zum Artikel):
    Es muss vermehrt investiert werden um den Rückstand in Europa aufzuholen.

    Auf den chinesischen Markt bezogen:
    Europäische Hersteller werden als Verbrennerhersteller verortet. Die Elterngeneration hat soetwas gekauft. Die bisherigen BEV europäischer Hersteller erfüllen nicht die Ansprüche der jungen Käufer an Qualität und Technologie, sie sind weit weg vom autonomen fahren. In China ist „autonomes Fahren“ ein wichtiger Kaufgrund (s. auch die Tests europäischer Hersteller auf diesem Markt oder die Zusammenarbeit mit chinesischen Anbietern).

    Die Studie kommt zu dem Schluss, dass, trotz hoher Investitionen, die angestammten europäischen Hersteller auf dem Weltmarkt nicht auf die chinesischen Hersteller aufschließen können. Grund: Die Investionen werden begleitet durch Kosteneinsparungen am Produkt. Das vergrößert die Schere im Bereich Qualität und Technologie zwischen den alten Herstellern und den neuen Herstellern. Dies wiederrum verringert die „kaufe ich wieder“-Käufergruppe der alten Hersteller.

    Antworten
  2. Matthias meint

    12.05.2026 um 12:41

    „Auf die Batterielieferkette entfallen 109 Milliarden Euro.“ Stolze Summe dafür dass koreanische und chinesische Firmen, evtl. irgendwann auch eine amerikanische, in Europa Zellen produzieren die dann zu Akkupacks verarbeitet werden. Die Lithiumionenakkuzellproduktion in Deutschland, von LiTec für den Smart der Jahre 2012 bis 2015, wurde von Daimler im Keim und in Dieselabgasen erstickt, während Porsche jüngst einen schüchternen Anlauf aufgab. Northvolt in Schweden scheiterte an einer galoppierenden Wokeness die „Mitarbeiter*innen“ aus 100 Ländern haben wollte, aber offenbar zu wenig Zellproduktionsfachleute aus den zwei bis drei ostasiatischen Ländern die es können.

    Kleine Rechnung: will man die 250 Millionen Personenkraftwagen in der EU durch BEV mit bescheidenen 50 kWh ersetzen so benötigt man 12500 GWh und ca. 1 TWh im Jahr, also enorme Quantität die selbstredend auch in Sachen Qualität und Preis auf Weltmarktniveau mithalten können muss. Es ist absehbar wie dieser Hase im Sande verlaufen wird. Wenn ich geschäftstüchtig wäre würde ich mich irgendwie als EU-Subventionsempfänger gesundstoßen wollen. Es wird darauf hinauslaufen dass man Chinesen auf Dauer für Akkus bezahlt so wie man Araber, Russen usw. über Jahrzehnte für Öl bezahlt hat und es weiterhin tun wird.

    Antworten
    • Mäx meint

      12.05.2026 um 13:29

      Genau, der single point of failure bei northvolt war definitiv die „galoppierenden Wokeness“…

      Klar wäre eine Zellproduktion in Europa wünschenswert.
      Der Unterschied zu Öl ist aber, dass man die Akkus nicht ständig neukaufen muss um überhaupt fahren zu können.
      Einmal gekauft ist der im Fahrzeug und muss dann nur noch geladen werden.
      Das Öl brauche ich um das Fahrzeug überhaupt bewegen zu können.

      Antworten
    • Future meint

      12.05.2026 um 13:50

      Interessante These, dass Northvolt wegen der Wokeness gescheitert ist. Richtig macht es wohl Stellantis mit der neuen großen Giga in Spanien: Als Partner ist CATL dabei und die bringen 2000 freundliche chinesische Experten mit, damit es in in Zaragoza nicht wie bei Northvolt endet. In Spanien hat Wokeness allerdings auch nicht so einen schlechten Ruf wie in Deutschland oder Amerika.

      Antworten
    • South meint

      12.05.2026 um 16:49

      Sag mal wie leichtgläubig kann sich da veralbern lassen und das auch noch nachplappern? Denkst du nicht, dass sich da mal ein paar Leute, Experten mit Grips, Gedanken darüber gemacht haben?
      Es gibt ja nun genug seriöse Studien dazu und gleich vorweg, viele andere Staaten elektrifizieren ja auch den Verkehr, is ja nun kein Sonderding. Die Elektrifizierung der ca. 45m PKW in der BRD wird den Strombedarf um ca. 1/6 erhöhen, und für den Ausbau haben wir fast zwanzig Jahre Zeit.
      Der Rest is nun wirklich nicht nur falsch, sondern schon fast wirr. Natürlich werden wir auch in Zukunft Ressourcen aus dem Ausland beziehen, auch aus Ländern wie Russland und Co., trotzdem ist die Abhängigkeit bei weitem nicht mehr so groß.
      Einfaches Beispiel. Ohne Öl, sofort Probleme. Den Strom können wir mit EE selber produzieren und auch bei Accus ist die Abhängigkeit nicht unmittelbar und man kann sogar zum Teil recyclen. Das ist also ein wirklich großer, großer Unterschied, das sollte sogar leicht denkenden einleuchten… da reicht doch ein Blick aktuell an die Tankstelle…

      Antworten

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