Die EU-Kommission hat im März Vorschläge für „Local-Content“-Regeln unter dem Industrial Accelerator Act (IAA) vorgelegt. Der europäische Zuliefererverband CLEPA kritisiert diese Entwürfe als unzureichend und fordert eine Verschärfung. „Zentrale Schlupflöcher“ müssten geschlossen werden – andernfalls bestehe die Gefahr, „dass das Konzept ‚Made in Europe‘ eher symbolisch als wirksam wird”.
CLEPA verlangt, dass ein europäisches Fahrzeug erst dann als solches gelten darf, wenn mindestens 70 Prozent der Wertschöpfung in Europa entstehen. Der Verband warnt vor einer „Verwässerung“ dieser Regel. Signifikante Preiserhöhungen durch Local-Content-Vorgaben erwartet der Verband „zum jetzigen Zeitpunkt” nicht, berichtet die Automobilwoche.
Während CLEPA die Grundidee des IAA unterstützt – die Stärkung europäischer Industrie durch Protektionismus –, sieht der europäische Autoherstellerverband ACEA andere Probleme. Generaldirektorin Sigrid de Vries warnt vor zu starren Local-Content-Richtlinien: „Made in Europe“-Vorgaben allein lösten das Wettbewerbsproblem nicht. Diese liegt laut De Vries vor allem an Bürokratie, hohen Energiepreisen und umfangreicher Regulierung
Die Zulieferer-Branche leidet unter dem Wandel: CLEPA schätzt 350.000 Jobs in Gefahr, besonders durch den Aufstieg chinesischer Konkurrenten. Deutsche Autohersteller zeigen jedoch Skepsis gegenüber protektionistischen Maßnahmen, da sie weiterhin ein milliardenschweres Geschäft mit China betreiben.

M. meint
„Local Content“ ist auch nur eine Übernahme von Regeln des größten Automarktes der Welt.
Das war dort sehr erfolgreich, also warum nicht davon lernen?