Der Prototyp der nächsten Generation der Alpine A110 soll bald ausführlich vorgestellt werden. Der kompakte Sportwagen mit Verbrennerantrieb wird künftig in einer neuen, rein elektrischen Generation angeboten. Vor der Präsentation veröffentlicht die französische Sportwagenmarke Bilder eines Testmodells mit modifizierter Karosserie der aktuellen A110.
Das Testfahrzeug trägt die Bezeichnung A110 Future und basiert auf der Alpine Performance Platform (APP). Diese Architektur wurde mit Fokus auf Gewichtsreduzierung entwickelt und nutzt eine Aluminiumkonstruktion sowie eine 800-Volt-Elektrik. Auffällig sind an dem Prototyp breite Radlaufverbreiterungen, was auf eine deutlich größere Spurbreite der neuen Generation hindeutet.
Ein besonderes Merkmal der APP ist die Verwendung von zwei Batteriepaketen anstelle einer einzelnen großen Einheit. Diese sind über den Vorder- und Hinterachsen platziert, wodurch eine Gewichtsverteilung von 40:60 erreicht wird. Damit liegt das Gewicht etwas stärker auf der Hinterachse als beim aktuellen Benziner, dessen Verteilung bei 44:56 liegt.
Alpine-CEO Philippe Krief erklärte gegenüber Autocar, dass das Design mit getrennten Batteriepaketen gewählt wurde, damit die elektrische A110 so tief sitzen kann wie der Vorgänger und gleichzeitig eine Reichweite von über 500 Kilometern ermöglicht. Das System sei zudem darauf ausgelegt, drei Runden auf der Nürburgring-Nordschleife ohne Leistungsverlust durch Hitze zu absolvieren.
Die Positionierung der hinteren Batterie in der Nähe des aktuellen Verbrennungsmotors bietet laut Krief die Möglichkeit, das Fahrzeug bei Bedarf wieder auf Benzinantrieb umzurüsten. Diese Option wurde jedoch nicht auf Kosten der Elektroauto-Eigenschaften verfolgt. „Wenn die Antwort darauf gewesen wäre, würde es das Elektroauto schlechter machen. Wir hätten das auf keinen Fall gemacht“, so Krief.
Der Antrieb der neuen A110 erfolgt über zwei am Heck montierte Motoren mit Siliziumkarbid-Invertern. Krief gab an, dass das Leergewicht des neuen Modells mit etwa 1500 Kilogramm auf dem Niveau aktueller Verbrenner-Konkurrenten liegen soll. Das Gewicht wird damit deutlich über den rund 1100 Kilogramm der aktuellen A110 liegen. Alpine setzt unter anderem auf Torque-Vectoring-Technologie, um das Elektroauto so agil wie vergleichbare Verbrenner zu machen.

Calimator meint
Wenn der noch vor dem seit langen angekündigten elektrischen Porsche Cayman/Boxster auf dem Markt kommen sollte, wäre das eine schallende Ohrfeige in Richtung Zuffenhausen.
M. meint
Die Idee ist erstmal interessant.
Falls der Hintergrund aber war, durch den niedrigeren Fahrzeugaufbau den Schwerpunkt abzusenken, wird das nicht funktionieren, da die Batterien über den Achsen liegend also höher liegen als zwischen den Achsen. Das wird (vermutlich) nicht dadurch kompensiert werden können, dass der Fahrer samt Gestühl (und Dach) nun niedriger sitzt, da er weniger Gewicht ins System bringt.
Falls die Idee aber war, weiterhin ein flaches Auto zu bauen, das das Gefühl vermittelt, ist der Weg natürlich richtig. Dass die 1.100 kg nicht zu halten sein werden, war auch klar. Aber 1.500 kg sind immer noch gut, wenn wir von einer mittelgroßen Batterie (immerhin 500 km Reichweite, also ca. 60 kWh) ausgehen.
Mike meint
Nicht selten bringt der Fahrer aber mehr Masse mit als die Akkus.
M. meint
Ich würde hier mal von 300 kg ausgehen.
Wie du einen solchen Fahrer in dieses Auto bekommst (und wieder raus), DAS will ich sehen.
Nicht selten? Doch. Sehr selten.
David meint
Naja, muss man halt mal sehen, wenn mehr Details bekannt sind, wobei im Kern am interessantesten ist, wie gut die Systeme für Torque Vectoring und ABS/ESP zusammenarbeiten, um Sportlichkeit zu realisieren. Möglich ist sehr viel. Nur ist davon bei den SUV mit Alpine-Badge wenig angekommen. Da muss man also deutlich mehr liefern, wenn man die alte Zielgruppe bedienen möchte.
EVrules meint
Die A390 (das SUV Modell) basiert auf der ehemals bezeichneten CMF-BEV (C-Segm) Plattform, zwischenzeitlich als AmpR-Medium beschrieben.
Das erste Modell der Plattform war die MéganE, dann gefolgt von der Scenic – das hat nichts mit der APP zu tun.
David meint
Naja, aber genau das war ja bisher der Fehler. Auf einer Plattform zu bauen, das macht Porsche mit seinem SUV genauso. Nur investieren die dann sehr viel in das Fahrwerk und in die Abstimmung der Regelsysteme, um einen Unterschied zu machen. Das hat man bei Alpine bisher nicht gesehen.
Matthias meint
„Nürhängring-Nordschleife“? Gemeint ist sicher der Burburbring.
Redaktion meint
Danke für den Hinweis – aktualisiert!
VG | ecomento.de
cbzac meint
„drei Runden auf der Nürhängring-Nordschleife“ … Donnerwetter, das hört sich krass an :)