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Markt meldet Nachfrageüberschuss bei gebrauchten E-Autos

06.07.2026 in Autoindustrie von Thomas Langenbucher | 19 Kommentare

VW-ID3

Bild: VW

Auf dem Gebrauchtwagenmarkt für Elektroautos hat ein Wandel stattgefunden, da die Nachfrage mittlerweile das Angebot übersteigt. Lange Zeit galt das Segment als schwierig, da Kunden aufgrund von Sorgen um Reichweite und Ladeinfrastruktur bevorzugt Neuwagen oder Verbrenner kauverkauften. Dies führte bei Händlern, Leasinganbietern und Herstellern teilweise zu finanziellen Verlusten.

Seit dem Ausbruch des Iran-Kriegs hat sich die Marktlage jedoch verändert, berichtet die Automobilwoche. Die Gebrauchtwagenbörsen Mobile.de und AutoScout24 verzeichneten demnach bis Ende Mai eine Verdopplung der Kaufanfragen pro Inserat innerhalb eines Jahres. Mobile.de meldete für den Zeitraum seit Januar ein Plus von 62 Prozent. Ein Sprecher von Mobile.de bezeichnete die Situation gegenüber dem Branchenportal als einen eindeutigen Nachfrageüberschuss.

Die Bestände der Händler werden derzeit laut dem Bericht stark reduziert. Bei AutoScout24 sank die durchschnittliche Standzeit zwischen Online-Stellung und Löschung eines Inserats von durchschnittlich 55 Tagen im Januar auf 47 Tage im Mai, was einem Rückgang von 15 Prozent entspricht. Stefan Schneck zufolge, Chief Sales Officer bei AutoScout24, ist das Angebot an gebrauchten Stromern seit Jahresbeginn marktgetrieben um 25 bis 30 Prozent gesunken. Mobile.de meldete bei den Standtagen gebrauchter batterieelektrischer Fahrzeuge ein Minus von 30 Prozent seit Mai 2025.

Hohe Spritpreise, erschwinglichere Gebraucht-Stromer

Auch die Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts belegen diesen Trend. Im April dieses Jahres lag die Zahl der Besitzumschreibungen gebrauchter Elektroautos mit 42.500 Halterwechseln erstmals über den 35.500 gewerblichen Neuzulassungen. Martin Weiss, Leiter Fahrzeugbewertung bei der Deutschen Automobil Treuhand (DAT), sieht die Ursache für die gestiegene Nachfrage vor allem in hohen Spritpreisen und der Erschwinglichkeit gebrauchter Fahrzeuge. Elektroautos kosten laut der Automobilwoche nach drei Jahren derzeit etwa die Hälfte des ursprünglichen Listenpreises, während Verbrenner bei rund 60 Prozent liegen.

Die hohen Kraftstoffkosten fungieren als maßgeblicher Treiber für den Umstieg. Laut Stefan Schneck von AutoScout24 zeigen sich nun auch jene Personen für einen Wechsel offen, die zuvor aus emotionalen Gründen an Verbrennungsmotoren festhielten. Besonders gefragt sind ältere und günstigere Modelle mit zwei oder mehr Vorbesitzern. So erhielt ein drei bis vier Jahre alter VW ID.3 AutoScout24 zufolge bis zu dreimal mehr Anfragen pro Inserat als jüngere Modelle. Schneck beschrieb die Entwicklung mit den Worten: „Das Stiefkind älterer Elektro-Gebrauchtwagen ist jetzt auf einmal die Prinzessin.“

Ein Mangel an Fahrzeugen im Alter von drei bis vier Jahren verstärkt die Situation, da diese aufgrund der Lieferkrise in geringeren Stückzahlen produziert wurden. Laut DAT-Experte Martin Weiss bestätigen viele Händler, dass sie mehr gebrauchte Fahrzeuge verkaufen könnten, sofern diese im Bestand verfügbar wären, insbesondere bei Pkw unter 20.000 Euro.

Die Durchschnittspreise auf den Gebrauchtwagenbörsen sind nach Informationen der Automobilwoche von etwa 33.000 Euro im Januar auf 37.600 Euro im Mai gestiegen. Dieser Anstieg resultiert Stefan Schneck zufolge primär aus dem Abverkauf älterer, günstigerer Fahrzeuge und dem Nachrücken jüngerer Gebrauchtwagen. Ob die Preise weiter steigen, hängt nach Einschätzung von Mobile.de von der Verfügbarkeit von neuem Inventar sowie den Auswirkungen der E-Auto-Prämie ab.

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Tags: Gebrauchtwagen, PreiseAntrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. M. meint

    06.07.2026 um 14:14

    Scheint so zu sein, wie der Bericht es sagt.
    Bei mobile kosten selbst viele der ID.3 „Pure“ Modelle (und der Name ist Programm) wieder oft um die 20k€. Was haben die Dinger 2021 neu gekostet? 31.500 Euro vor Förderung. Mit Umweltprämie ab 22k. Jetzt 18 oder 19k, 2022er Modelle auch mal 24k.
    Das könnte die Händler mit der E-Mobilität eher versöhnen als die Kunden.

    Antworten
    • Paule meint

      07.07.2026 um 09:20

      Vermutlich stehen deswegen so viele dort drin, weil kein Mensch kauft die für das Geld.

      Antworten
      • M. meint

        07.07.2026 um 11:34

        Ich vermute, dass du die Standzeiten selbst nicht untersucht hast, ganz im Gegenteil zu den Betreibern dieser Plattformen.
        Und dann kommt eben wieder Gurkensalat raus.

        Antworten
      • MK meint

        07.07.2026 um 15:46

        @Paule:
        Und wie erklären Sie dann die Kernaussage des Artikels, dass eben solche Fahrzeuge immer kürzer inseriert sind, bevor die Anzeige wegen Verkauf des Fahrzeugs gelöscht wird?

        Antworten
  2. David meint

    06.07.2026 um 13:19

    Naja, der Punkt ist natürlich ganz einfach: Elektroautos, die im Wesentlichen ein Erstauto ersetzen und auch im Alter zuverlässig sind, gibt es ja erst, seit VW mit seinen MEB-Fahrzeugen auf den Markt gekommen ist. Seien wir ganz ehrlich, ein i3 alter Art ist im Grunde genommen doch nur eine Alternative zu einem e-up. Das sind Fahrzeug für die Stadt, zum pendeln und für die eigene Wallbox. Unter diesen Bedingungen funktionieren sie ausgezeichnet. Sie haben ihren Markt, weil es zudem nur kleine Stückzahlen gab.

    Richtige Großserie kam erst mit der MEB. Und die Zuverlässigkeit ist sprichwörtlich gut – VW läuft und läuft und läuft. Ansonsten gibt es gebraucht in Stückzahlen nur Tesla und das sind fehlkonstruierte Fahrzeuge, wo man alle 15.000 km das Fahrwerk tauschen muss, gerne nicht über den TÜV kommt und wenn eine von 6000 Zellen aufgibt, kann man nach Kroatien auf den Hinterhof zum Akku ausbohren für 3000 €. Schade, dass der ADAC nicht mehr die silberne Zitrone vergibt, die wäre bei Tesla Dauergast.

    Insofern ist es ganz normal, dass jetzt Leute z.B. nach dem häufigsten Elektroauto in Deutschlands Straßenbild schauen, das ist der ID.3. Der neue Charme dieses Jahres sind die hohen Kraftstoffpreise und die neuen Schnelllader, die jetzt auch an vielen Einkaufsmärkten stehen. Wenn die in dem Markt aufgebaut werden, wo man sowieso einkauft, könnte man auf die Idee kommen, trotz Mietwohnung ohne Lademöglichkeit ein gebrauchtes Elektroauto zu kaufen. Zumal der Akkuzustand durch letzte Zertifikate für viele den Schrecken verloren hat.

    Antworten
    • South meint

      06.07.2026 um 14:50

      Nö, und da reicht ein einfacher Blick in die Zulassungen. Das erste eAuto was im Wesentlichen als Erstauto nutzbar war, war eindeutig das Model3 von Tesla. Und das war Jahre vor den ID’s. Ich müsste jetzt zwar nachkucken, aber auch heute sind weltweit noch deutlich mehr Tesla als eVW’s unterwegs….mal davon abgesehen verdient Tesla Geld und VW nicht ….
      Aber auch hier wieder der notorische dumpfe Blick in den Rückspiegel, Tesla vs. VW spielt schon lange keine Rolle mehr, längst vergangenen Zeiten. Mittlerweile sind deutlich mehr Wettbewerber in den Markt eingetreten…..

      Antworten
      • David meint

        06.07.2026 um 19:28

        Das ist ja zugestanden, dass das Model 3 grundsätzlich als Erstauto nutzbar gewesen wäre. Nur hatte sich herausgestellt, dass die Fahrzeuge überhaupt keine Qualität haben. Wer ein Model 3 der ersten Jahre hat, kann in keiner Komponente auf eine Langzeittauglichkeit vertrauen. Bei jeder Luftdruck und Temperaturschwankung arbeiten die Umbrella-Valves im Akku und werden dabei im Laufe der Zeit durch Verschmutzung undicht. Ebenso hält das Fahrwerk nur etwa 15.000 km. Ein weiteres Problem ist die Bremsanlage und so könnte man über das ganze Auto weitermachen.

        Wir sind hier übrigens in Europa und, genauer gesagt, in Deutschland. Der Artikel bezieht sich in erster Linie auf den deutschen Gebrauchtwagenmarkt. Und du weißt ganz genau, dass das häufigste BEV hierzulande der ID.3 ist und insgesamt MEB-Fahrzeuge in der deutlichen Übermacht gegenüber sämtlichen Fabrikaten sind. Trotzdem spielt Tesla noch auf dem Gebrauchtwagenmarkt eine gewisse Rolle. Weil es eben eine Bewertung der Vergangenheit ist. In Zukunft wird ihr Einfluss extrem schwinden, da gebe ich dir recht. Denn Tesla ist in die Bedeutungslosigkeit abgerutscht.

        Antworten
        • Tesladriver meint

          07.07.2026 um 23:09

          Also ich fahre seit gut 6 Jahren mein Model 3, insgesamt 140.000 km, TÜV bisher ohne Probleme, Fahrwerksprobleme wurden im Rahmen der 80 TKM Garantie behoben – das beste, zuverlässigste und günstige Auto, was ich je hatte.
          Beim nächsten TÜV wird sicher der ein oder andere Fahrwerkslenker fällig, aber wenn ich mal zusammenrechne, was dieses Auto bisher an Inspektionskosten NICHT hatte, dann zahle ich die locker.

        • M. meint

          09.07.2026 um 11:28

          Der Fehler ist halt zu glauben, dass der TÜV dir eine Inspektion durchführt.
          Ist dem egal. Der betrachtet den Zustand im Bereich der Verkehrssicherheit im Moment der Begutachtung.
          Sonst. Nichts.

      • hu.ms meint

        07.07.2026 um 10:57

        1. Es geht hier um D !
        2. M3 gab es in D ab 4/19 – ID.3 ab 9/20.

        Antworten
      • South meint

        07.07.2026 um 16:32

        Also da könnt ihr beiden in die Tischkante beißen. Das erste Volumenauto was man als ein Erstauto definieren würde, kam von TESLA, auch in Deutschland… Punkt.

        Antworten
    • Futureman meint

      06.07.2026 um 21:58

      Wieso haben Teslas dann den geringsten Wertverlust aller E-Autos? Einen gebrauchten ID3 kauft sich auf jeden Fall keiner, der sich auch nur kurz mit dem neuen MG4 Urban beschäftigt hat. Der bietet als Neuwagen zum gleichen Preis wie ein veralteter VW doppelte Leistung mit doppelter Garantie. Wobei, bei VW gibt es ja nicht mal für Neuwagen volle Garantie.

      Antworten
      • hu.ms meint

        07.07.2026 um 10:59

        Die zulassungszahlen in D werden zeigen, dass das wieder mal eine sehr subjektive aussage ist…

        Antworten
  3. Paule meint

    06.07.2026 um 11:41

    Im Ernst? Nachfrageüberschüss diagnostiziert wegen mehr Clicks?

    Bei Autoscout24 stehen alleine 5.000 IDs zum Verkauf. 4.600 e-tron. In Summe über 57.000 BEVs, die weg müssen. 24.000 Stück unter 5.000 km. 7 Davon sind Teslas, nebenbei erwähnt.

    Antworten
    • Gunnar meint

      06.07.2026 um 12:11

      Nein, nicht wegen Clicks.
      Die Antwort steht doch im Artikel, einfach in Ruhe lesen, hier eine kleine Auswahl:

      „Bei AutoScout24 sank die durchschnittliche Standzeit zwischen Online-Stellung und Löschung eines Inserats von durchschnittlich 55 Tagen im Januar auf 47 Tage im Mai, “

      „Mobile.de meldete bei den Standtagen gebrauchter batterieelektrischer Fahrzeuge ein Minus von 30 Prozent seit Mai 2025.“

      „Im April dieses Jahres lag die Zahl der Besitzumschreibungen gebrauchter Elektroautos mit 42.500 Halterwechseln erstmals über den 35.500 gewerblichen Neuzulassungen. “

      „So erhielt ein drei bis vier Jahre alter VW ID.3 AutoScout24 zufolge bis zu dreimal mehr Anfragen pro Inserat als jüngere Modelle. “

      „bestätigen viele Händler, dass sie mehr gebrauchte Fahrzeuge verkaufen könnten, sofern diese im Bestand verfügbar wären, insbesondere bei Pkw unter 20.000 Euro.“

      „Die Durchschnittspreise auf den Gebrauchtwagenbörsen sind nach Informationen der Automobilwoche von etwa 33.000 Euro im Januar auf 37.600 Euro im Mai gestiegen. „

      Antworten
    • Thorsten 0711 meint

      06.07.2026 um 12:13

      Der Vegleich mit Tesla ist wenig aussagekräftig aufgrund der geringen Leasingquote.

      Mein ID.3 Pro S zB war ein vierjähriger, gewerblicher Leasungrückläufer.

      Antworten
    • brainDotExe meint

      06.07.2026 um 12:29

      Die sind aber allesamt teurer geworden, ID.3 für unter 10.000€ sucht man vergeblich, wenn man Inserate über 200.000km rausfiltert.

      Antworten
      • Thorsten 0711 meint

        06.07.2026 um 15:25

        brainDotExe

        Dies ist mir auch schon aufgefallen. Ich habe meinen Tour (HUD, elek. Massage-Sitze etc pp) im Mai 2025 mit 35500 km vom Händler mit neuem TÜV und VW Gebrauchtwagengarantie für 25150€ gekauft.
        Für diesen Preis wäre er aktuell schwierig zu ersetzen.

        Antworten
    • MK meint

      06.07.2026 um 14:31

      @Paule:
      Nein, „Nachfrageüberschuss“ wegen der verkürzten Zeiten zwischen Schalten der Anzeige und Löschen der Anzeige.
      PS: Schauen Sie noch mal wie viele der IDs denn tatsächlich sofort verfügbare Gebrauchtwagen sind (denn nur um die geht es hier)…die Händler inserieren dort auch massenhaft Neufahrzeuge, die entweder erst nach Kundenbestellung beim Hersteller geordert werden oder zumindest wegen der langen Lieferzeit vorbestellt sind.
      PPS: Setzen Sie die Zahlen mal ins Verhältnis zu den Verkaufszahlen an Firmen. Das passt dann schon.

      Antworten

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