Deutschland tritt in eine neue Phase seiner E-Mobilitäts-Wende ein. Nach jahrelangen Investitionen in die Ladeinfrastruktur und einem rasanten Wachstum der Elektromobilität verfügt das Land 2026 über ein ausgereiftes Ladeökosystem und eine hohe Nachfrage auf Seiten der Verbraucher. Das ist eines der Ergebnisse des neuen „HERE-SBD EV Index 2026“. Der Studie zufolge entwickeln sich in Deutschland der Infrastrukturausbau und die Verbrauchernachfrage zunehmend in die gleiche Richtung, was die Bedingungen für den Umstieg auf E-Mobilität begünstigt.
Der HERE-SBD EV Index 2026 von HERE Technologies, einem Unternehmen für digitale Karten und ortsbezogene Daten, und den Automobil-Marktforschern von SBD Automotive kombiniert Daten zum Reifegrad verschiedener Elektrofahrzeugmärkte mit einer Umfrage unter mehr als 4000 Autofahrern in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, dem Vereinigten Königreich, den Vereinigten Staaten, Indien und Australien. Im deutschen Markt gleichen sich demnach Ladeinfrastruktur, Verbrauchervertrauen und Kaufabsicht zunehmend an.
Der Bericht identifiziert die Bundesrepublik und das Vereinigte Königreich als die beiden europäischen Märkte, in denen sich die Signale der Verbrauchernachfrage und der Reifegrad der Infrastruktur am meisten gegenseitig verstärken. Die Analyse der Wahrnehmungslücke stuft Deutschland als „umstiegsbereiten“ Markt ein, in dem ein ausgereiftes Ladeökosystem eine starke Wechselbereitschaft unterstützt. Unter den befragten Benzin- und Dieselfahrzeugbesitzern geben 27 Prozent an, dass sie als nächstes Auto höchstwahrscheinlich ein Elektrofahrzeug kaufen oder leasen werden – der höchste Anteil unter allen befragten Märkten.
Von der wachsenden Infrastruktur zum Kundenvertrauen
Deutschlands Fortschritte sind den Studienautoren zufolge die Folge umfangreicher Investitionen in die Ladeinfrastruktur. Insgesamt belegt Deutschland gemeinsam mit Österreich den sechsten Platz unter den 30 im HERE-SBD EV Index 2026 bewerteten europäischen Märkten – hinter Norwegen und den Niederlanden, die sich den ersten Platz teilen, gefolgt von Belgien, Dänemark und Luxemburg.
Während diese kleineren Märkte von einer außergewöhnlich hohen Ladestationsdichte, Ladeleistung und E-Fahrzeug-Durchdringung profitieren, bleibt Deutschland einer der stärksten großen Märkte für Elektrofahrzeuge in Europa. „Der sechste Platz spiegelt ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Ladeinfrastruktur, verfügbarer Ladeleistung und Elektrofahrzeugdichte wider, auch wenn das Land noch nicht den Reifegrad der führenden europäischen Märkte erreicht“, so die Analyse.
Dem Index zufolge umfasst das öffentliche Ladenetz in Deutschland aktuell mehr als 210.000 öffentliche Ladestationen, darunter über 55.000 Schnellladepunkte. Damit erreicht es die höchste Anzahl an Schnellladepunkten aller untersuchten europäischen Märkte. Auch liegt die gesamte öffentliche Ladeleistung in Deutschland um 48 Prozent höher als in jedem anderen europäischen Land im Index. Frankreich belegt hierbei den zweiten Platz.
Dieses wachsende Ladenetz scheint zu einem zunehmenden Vertrauen unter Elektroautofahrern zu führen: Fast zwei Drittel (64 %) der deutschen E-Autobesitzer geben an, noch nie eine Fahrt aus Sorge um die Verfügbarkeit von Ladestationen vermieden zu haben. Das ist der höchste Wert unter den in der Umfrage erfassten europäischen Märkten. Demgegenüber bewerten nur 39 Prozent aller deutschen Befragten die Verfügbarkeit öffentlicher Ladestationen vor Ort positiv. Zum Vergleich: Bei den Elektroautobesitzern in Deutschland steigt dieser Anteil auf 59 Prozent.
Deutsche betrachten E-Autos zunehmend als praktische Wahl
Mehr als die Hälfte (54 %) der deutschen Befragten gibt an, dass sie heute eher als noch vor einem Jahr den Kauf eines Elektroautos in Betracht ziehen würden. Bei denjenigen mit steigendem Interesse sind Verbesserungen bei der Reichweite und der Ladegeschwindigkeit (37 %), steigende Kraftstoffkosten (34 %) sowie Verbesserungen bei der Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit der Ladeinfrastruktur (34 %) die wichtigsten Faktoren für diese Veränderung.
Bei den Abwägungen für ein Elektrofahrzeug spielen Kostenfaktoren eine wichtige Rolle für den Kauf. In Deutschland sind laut der Umfrage niedrigere Betriebskosten (41 %), ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis (38 %), Umweltvorteile (37 %) und steuerliche Anreize (36 %) die wichtigsten Gründe für die Wahl eines Elektrofahrzeugs.
Laden bleibt größtes Hindernis, doch die Bedenken sinken
Trotz wachsender Zuversicht gibt es nach wie vor Hindernisse. In allen untersuchten Märkten ist die Verfügbarkeit von Ladepunkten weiterhin das am häufigsten genannte Problem für den Umstieg auf Elektrofahrzeuge – 40 Prozent der Befragten nannten diesen Punkt. Allerdings ist dieser Wert im Vergleich zu 2025 um sieben Prozentpunkte gesunken.
In Deutschland sind die Reichweite (45 %), die Ladestationsdichte (40 %) und die Fahrzeugpreise (39 %) nach wie vor die am häufigsten genannten Bedenken. Der allgemeine Trend deutet jedoch auf ein wachsendes Vertrauen in die Elektromobilität hin.
„Die Zahlen aus Deutschland unterstreichen die kontinuierliche Entwicklung eines der wichtigsten Märkte für Elektrofahrzeuge in Europa“, sagt Robert Fisher, Senior Consulting Manager bei SBD Automotive. „Das Land profitiert von einem ausgereiften Ladeökosystem und wachsendem Vertrauen der Verbraucher:innen, was günstige Bedingungen für den Umstieg auf Elektrofahrzeuge schafft. Zwar gibt es nach wie vor Herausforderungen, insbesondere hinsichtlich der Erschwinglichkeit und Praxiseinschätzungen, doch ist die allgemeine Entwicklung eindeutig positiv.“
„Der deutsche Markt für Elektrofahrzeuge wird zunehmend von Vertrauen geprägt. Autofahrer:innen möchten sicher sein, dass Ladestationen verfügbar, zuverlässig und einfach in ihre täglichen Fahrten integrierbar sind“, so Denise Doyle, Chief Product Officer bei HERE Technologies.
Die Ergebnisse zeigen laut den Studienautoren, dass Deutschland die Startphase der Elektromobilität bereits hinter sich hat. Die Ladeinfrastruktur sei erheblich ausgebaut worden, das Vertrauen der Verbraucher wachse und die Kaufabsicht gehöre zu den höchsten aller untersuchten Märkte. Die nächste Phase der deutschen E-Mobilitäts-Wende hänge weniger vom Interesse ab. Jetzt komme es darauf an, Verbraucher durch adäquate Preise und einfache sowie verlässliche Ladevorgänge zu überzeugen, Elektrofahrzeuge zu kaufen.

Matthias meint
„Fast zwei Drittel (64 %) der deutschen E-Autobesitzer geben an, noch nie eine Fahrt aus Sorge um die Verfügbarkeit von Ladestationen vermieden zu haben“ während die frühen Käufer von E-Autos ohne CCS wie Renault Zoe und Smart ForTwo Electric Drive 22 kW wohl die 36% waren. An Autobahnen finden die E-Auto-Pioniere inzwischen kaum noch funktionierende Typ2-Anschlüsse oder gar Typ2-Kabel vor, Situation schlechter als vor Jahren.
South meint
An Autobahnen waren AC Stecker schon immer eine Ausnahme, weil die allermeisten Kunden ja DC Schnellladen. Die AC Lader waren früher schon eher in den Kommunen und nicht an den Schnellstraßen, weil man eben sehr lange zum Laden brauchen würde. Würde, weil Theorie, weil die ersten eAutos eher nicht für Fernfahrten eingesetzt wurden, da nur bedingt langstreckentauglich. Trotzdem sind ersten eAutos noch sehr gut brauchbar, weil es eben ausgezeichnete Zweitwagen sind.
Mein Cousin hat nen kleinen ZOE, mit dem er keine Langstrecken fährt, aber damit die meisten Kilometer zurücklegt. Das ist auch der Grund warum die ersten eAutos noch ordentlich genutzt werden, obwohl es heute technisch viel besserers gibt…
MK meint
@South:
Matthias hat aus meiner Sicht schon recht: Zu Beginn hatten fast alle Schnellladesäulen noch zusätzlich eine AC-„Steckdose“ für Autos, die kein DC können. Da diese Autos aber nur noch einen winzigen Anteil ausmachen, haben die heute standardmäßig verwendeten Alpitronic-Schnelllader so etwas nicht mehr. Und bis in wenigen Monaten müssen per Gesetz auch alte Ladestellen mit Bezahlmöglichkeiten für EC-Karten nachgerüstet sein, womit die alten Ladesäulen, die das noch können, endgültig aussterben dürften: Die wenigsten alten 50 kW oder 100 kW-Säulen werden dafür nachgerüstet. Die meisten werden durch moderne 300 oder 400 kW Säulen ersetzt.
PS: Erste Vorlesung im Ingenieursstudium: Das „beste Produkt“ ist nun Mal nicht das „technisch beste“, sondern das, dass zu billigsten Preis die Bedürfnisse des Kunden erfüllt. Ich sage ja bei meinem Elroq auch, dass der mit seiner verglichen mit dem technisch möglichen „langsamen“ Ladeleistung immer schneller fertig mit der Pause ist als ich. Und damit ist eine „technisch bessere“ Lösung für mich genau 0,00 € wert.
South meint
Ne, da muss wohl eher ein imaginärer Professor herhalten, denn schwer vorstellbar, dass ein seriöser Professor so einen ausgemachten Unsinn gesagt hätte, dass „nicht das „technisch beste“, sondern das, dass zu billigsten Preis“ durchsetzen würde, dann da würde ihm jeder Grundschüler mit etwas nachdenken sofort widersprechen, denn weder kaufen die Leute immer das billigste (du auch nicht, sonst hättest du keinen Elroq) und es lässt die Leistung völlig ausser acht.
Denn die allermeisten Kunden nehmen ja auf Fernstrecken genau die technisch bessere Lösung in Anspruch, anstatt für 4€ (in Blaue 40kW*10ct) stundenlang an der Autobahn rumzustehen.
Und wie gesagt. Leute die nur mit nem alten AC ladefähigem Auto Langstrecken fahren sind extrem überschaubar. Bedeutet. Der Markt wird eben nicht für jede noch so kleine Ausnahme ein extra Netz bereitstellen… mal davon abgesehen würde das AC Laden dort auf Dauer sogar teuer werden, weil ja da auch kaum einer mehr laden würde…
MK meint
@South:
Genau lesen würde helfen: Ich habe geschrieben, das Produkt, das zum billigsten Preis DIE BEDÜRFNISSE DES KUNDEN ERFÜLLT: Natürlich wäre der Dacia Spring billiger gewesen, aber erfüllt meine Anforderungen an Reichweite (Arbeitsweg auch im Winter auf der Autobahn mehrfach pro Woche 300 km ohne Ladepause zwischendurch) und Platz im Innenraum (u.a. mit Frau und großem Hund) halt nicht annähernd. Ein BMW iX z.B. hätte diese Bedürfnisse aber alle erfüllt und wäre technisch deutlich besser gewesen. Gekauft habe ich ihn aber nicht, weil er teurer ist.
Anders gesagt: Hätten Sie mit Ihrer Aussage recht, dann müssten wohl die BMW- und auch die meisten Mercedes Modelle in den Top10 der BEV-Zulassungsstatistik stehen und sich ID.4, ID.3 oder die Skoda-Modelle eher auf den hinteren Rängen tummeln. Es ist aber genau umgekehrt: Der Elroq hat auch im August wieder vom oberen Ende der Statistik gegrüßt. Warum? Weil er in seiner Klasse (4,5 m Länge, min. 100 kW Ladeleistung, je nach Variante deutlich über 500 km WLTP-Reichweite) der günstigste ist. Natürlich wäre z.B. der Mercedes GLB größer, hätte mehr Reichweite und würde schneller laden…und trotzdem verkauft er sich schlechter: Das, was er besser kann, bietet den meisten Menschen keinen Mehrwert, der die Mehrkosten aufwiegt.
Selbst der Vergleich Elroq/Enyaq macht es doch schon deutlich: Wenn sie die auf eine identische Konfiguration einstellen, beträgt der Preisunterschied weniger als 500 €: 100% identische Technik aus dem gleichen Werk und 20cm längerer Kofferraum für rund 1% Aufschlag. Dennoch verkauft sich der Elroq besser als der Enyaq: Auch ein kleineres, kürzeres Fahrzeug zu bekommen scheint für viele Menschen ein entscheidendes Kriterium zu sein, dass das vermeintlich bessere Kofferraumvolumen und Preis-Leistungsverhältnis überwiegt ;)
South meint
Nö, MK, ich habe dich vollkommen richtig verstanden, es stimmt halt nur nicht. Weder du noch ein anderer Kunde ist ein rational handelnder Homo oeconomicus der genau nach seinen Bedürfnissen handelt, wie er eher vielleicht mal vor vielen Jahren gerne in dann wohl eher theoretischen Vorlesungen von vermutlich einem sogar damals schon alten Professor dargestellt wurde. Der Kunde kauft so gut wie gar kein Produkt nach „seinem Bedürfnis“, das er oft nicht einmal genau kennt und beeinflussbar ist, ein einem Wort, Werbung. Von billig mal ganz zu schweigen. Heute würde man deshalb über solche Lebensweisheiten eher schmunzeln.
Und wie deine eigenen Beispiele von Dacia, bis ID bis zu den Premiumherstellern wie BMW zeigen, ja, da geht es weit auseinander, was ja genau mein Argument ist.
Aber hey… witzigerweise ist das nicht mal der Punkt. Weil du nur von der Nachfrage redest, der Markt aber eben auch ein Angebot braucht und genau da hakts. Egal was du als Kunde willst, es wird für die paar Nachfrager nur wenig oder sogar gar kein Angebot mehr geben. AC hat ja noch nie ne große Rolle gespielt und wenn dein Auto technisch veraltet nur 100-150kw Laden kann, dann wirst du trotzdem den Preis an nem 300-400kw Lader zahlen, weil das eben der neue Standard ist.
In Kürze. Alles Theorie von euch beiden. So ein eAuto für Fernfahrten hat so gut wie keiner mehr und deshalb gibts das Angebot auch bald nicht mehr. Und das ist völlig ok so…
MK meint
@South:
Ich habe an keiner Stelle behauptet, dass ein bestimmtes Markenlogo oder eine 30farbige Ambientebeleuchtung nicht von manchen als Bedürfnis definiert werden auch wenn das objektiv gar keinen Sinn macht. Oder anders: Ich habe nie gesagt, dass die Bedürfnisse objektiv von den Leuten definiert sind, das kann durchaus rein subjektiv und unlogisch sein. Ich meine: Niemand braucht unbedingt ein Apple iPhone…dennoch ist es das meistverkaufte Smartphone…und die wenigsten Kunden werden das als Geldverschwendung betrachten, sondern Ihnen genau erklären, warum das iPhone irgendeinen vermeintlichen Mehrwert bietet.
Und ja, ich habe hier ja auch schon geschrieben, dass die AC-Lademöglichkeiten an Autobahnen meiner Meinung nach Anfang kommenden Jahres, wenn die EC-Zahlung gesetzlich vorgeschrieben ist, weitgehend verschwunden sein werden. Abseits der Autobahnen sehe ich aber doch einen recht starken Ausbau der öffentlichen AC-Lademöglichkeiten, zumindest bei uns in Mittelhessen…stärker auf jeden Fall als DC-Schnelllader.
Futureman meint
Gestern noch eine Studie, das kaum jemand ein E-Auto haben will, heute das Gegenteil. Kommt halt immer darauf an, wer die Studie in Auftrag gibt.
Die aktuellen Verkaufszahlen sind auf jeden Fall klar und da stehen reine Verbrenner klar auf dem Abstellgleis. So kommt Deutschland bestimmt auch bald an chinesische Verhältnisse. Denn im September liegen die Verkaufszahlen bei Autos mit Stecker schon bei über 70%
M. meint
Jetzt fälscht du ja selbst.
Nicht alles mit Stecker ist ein BEV, die 70% daher uninteressant.
South meint
Natürlich sind PHEV nicht umweltfreundlich und man sollte sie auch nicht mehr fördern, aber viele Kunden kommen eben über den PHEV zum eAuto, weil man eben sehr schnell merkt…. man braucht das Benzinmotor schlicht nicht mehr…so gesehen sind PHEV um die Ecke doch zum Teil sinnvoll…
Powerwall Thorsten meint
Mein Bruder bekommt in 2 Wochen seinen X-Peng X9 – stolzer Preis, aber dafür ist wirklich alles drin, was man sich vorstellen kann.
Ich freu mich schon, das alles kennen zu lernen.
mipu meint
Klingt doch gut, bei mir steht ein G6 LR vor der Tür, aber der X9 ist da nochmal was gaaaaanz anders. Spaß machen beide, kannst ja, falls er noch nicht da war, deinem Bruder das xpeng-fahrer Forum empfehlen oder selber mal reinschauen.
David meint
Und ich freue mich, dass die Tesla-Oldtimer von den eigenen Fans als Waffe für untauglich erklärt wurden. Bis vor anderthalb Jahren kauften alle im Umfeld permanent Tesla. Jetzt fährt diese persönliche Stichprobe Chinesen.
South meint
Ich würde mittlerweile auch behaupten, dass die eAutos von Tesla technisch nicht mehr vorne dabei sind und es einfach deutlich mehr Konkurrenz gibt, nicht nur von den Chinesen, aber trotzdem liefert Tesla eben noch eine gute Preis- Leistung ab. Und. Anstatt einer persönlichen Stichprobe kann man ja ganz einfach den Absatz eines Hersteller ankucken und da ist Tesla zumindest aktuell noch gut dabei.
Envision meint
Danke Donald Trump (und sonst für nix…)
Aber Winter wird da zur nationalen Herausforderung, deutsche Winter Stromerzeugung leider auch nicht mehr üppig und auf 100km verballere ich da im Elektroauto so viel wie mein ganzes Haus mit vierköpfiger Familie einen Tag bei 0 Grad zum heizen mit WP braucht… wer das jeden Tag pendelt fügt schon ordentlich Verbrauch hinzu.
Futureman meint
Und mit einer Gasheizung und Verbrenner wäre es mindestens das vierfache an Energie. Daher ist zu hoffen, das vor dem Winter noch viele entsprechend umsteigen.
Thomas meint
Tatsächlich sparen ein eAuto und eine WP selbst dann Gas bzw. Energie ein, wenn der Strom vollständig aus Gaskraftwerken erzeugt wird. Was er nicht wird. Mehr Verbraucher sorgen für weniger Abregelungen im Stromnetz, so dass mehr Wind- und Solarstrom genutzt werden kann, der sonst verfallen wäre.
MK meint
@Thomas:
Das ist das, was scheinbar viele nicht sehen (wollen): Wärmepumpen und BEVs sparen gegenüber ihren Alternativen Energie. Und nur darum geht es: Insgesamt weniger Energie zu verbrauchen.
Abgesehen davon fehlt für eine vollständige „Energiewende“ aktuell nur eines Speicher: Würden alle 50 Mio. PKW BEV sein und im Schnitt nur einen für heutige Verhältnisse eher unterdurchschnittlichen Akku von 50 kWh haben, wären das 2,5 Milliarden kWh Speicherkapazität nur in deutschen PKW, die im Schnitt 23 Stunden am Tag geparkt sind und theoretisch diese 23 Stunden für bidirektionales Laden mit dem Netz verbunden sein könnten: An einem sonnenreichen Sommertag tagsüber auf der Arbeit das Auto voll laden und nachts, wenn es dunkel ist, damit daheim den Kühlschrank betreiben. Durch die schon heute an der Strombörse bestehenden Preisdifferenzen im Tagesverlauf beim Strom lässt sich das auch für die Endkunden wirtschaftlich sinnvoll darstellen.
Gerry meint
100%👍
M. meint
https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Gasversorgung/aktuelle_gasversorgung/_svg/Gasspeicher_Fuellstand/Speicherfuellstand.html?nn=652300
Kati bekommt die Gasspeicher nicht voll, aber die Stromversorgung ist das Problem… 🤦♂️
eBikerin meint
Kati bekommt die Gasspeicher nicht voll, aber die Stromversorgung ist das Problem… schau dir mal bei Energie-charts Woche 2-7 an. dann denk mal nochmal über die Gasspeicher nach. Gas wird nicht nur zum Heizen verwendet,
MK meint
@Envision:
Der Witz ist doch: Würden Sie sich ein Dieselaggregat in die Garage stellen um damit den Strom für Ihr BEV zu erzeugen, würde das immer noch weniger Diesel brauchen wie die Nutzung eines vergleichbaren Diesel-LKW.
Es geht nicht um „Strom sparen“ oder „Gas sparen“ oder „Benzin sparen“, sondern ganz allgemein um Energie sparen. Und das tun Sie mit dem BEV definitiv…im schlimmsten Fall kommt der Strom eben aus Dieselaggregaten und Deutschland als Volkswirtschaft hat immer noch Geld beim Import von Rohöl(-produkten) gespart.
PS: Da Windkraft in Deutschland viel relevanter ist als Solarstrom, viele Biogasanlagen richtig hochdrehen, weil sie auch mehr Wärme verkaufen können und Wasserkraft viel mehr Strom bringt als im Sommer (insbesondere als in diesem Sommer) ist die Ökostromerzeugung in Deutschland im Winter eigentlich ziemlich gut. Oft kommt halt viel Gasstrom dazu. Aber nicht, weil es keinen Ökostrom gäbe, sondern aus dem gleichen Grund wie beim Biogas: Die Gaskraftwerke werden zur Wärmeerzeugung zwingend benötigt und der Strom ist dann quasi ein „Abfallprodukt“. Stadtwerke, die den Gasstrom dann quasi kostenlos so oder so bekommen, ist dann Windstrom schon für einen Cent zu teuer, also wird die WKA (oder auch das Wasserkraftwerk) abgeschaltet.
South meint
So ganz verstehe ich den Kommentar nicht. Ja, wer mit dem eAuto weit pendelt, der verbraucht logischerweise mehr Strom, aber nicht nur im Winter, sondern auch im Sommer. Zudem pendelt man ja nicht zum Spaß, sprich, man muss ja zur Arbeit und fügt damit immer einen Verbraucher hinzu, egal welcher Antrieb. Also wenn schon, dann ist ein eAuto die deutlich bessere Option, nicht nur wegen Umweltschutz, sondern auch wegen der Kosten.
Das gleiche zählt übrigens für die Wärmepumpe. Natürlich würdest du ohne WP weniger Strom verbrauche, aber du musst ja eben heizen und bräuchtest eine entsprechende Alternative.
Es ist ja immer das gleiche Spiel. Am besten wäre es selbstverständlich den Energieverbrauch zu vermeiden oder zu reduzieren, das war ja schon immer so. Aber wir werden immer Ressourcen und Energie brauchen und da wählt man clevererweise die umweltfreundlichere und mittlerweile sogar günstigere Option….
R. D. meint
Möglicherweise hast du keine Ahnung welchen Verbrauch deine Wärmepumpe bei 0° C hat, oder du fährtst bei dieser Temperatur im Winter mit 200km/h über deutsche Autobahnen.
Envision meint
Doch, in meiner gut gedämmten kleinen Doppelhaushälfte komme ich schon mal mit 20-25 kwh über den Tag.