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T&E: Europas Lkw-Hersteller könnten ein Viertel des E-Lkw-Marktes verlieren

10.09.2026 in Studien & Umfragen, Transport von Thomas Langenbucher | 13 Kommentare

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Bild: Daimler Truck (Symbolbild)

Die Umweltorganisation Transport & Environment (T&E) warnt, dass die EU-Hersteller ihre Marktführerschaft nur mit ambitionierten Flottengrenzwerten für Nutzfahrzeuge behaupten können.

Eine T&E-Analyse zeigt, dass europäische Lkw-Hersteller bis 2030 ein Viertel des Marktes für E-Lkw an neue Wettbewerber verlieren könnten, wenn sie die Elektrifizierung nicht schneller vorantreiben. Für die Auswertung wurden die Kosten, technischen Anforderungen und Ziele der Hersteller untersucht. T&E fordert, dass sich die Bundesregierung in Brüssel für den Erhalt ambitionierter CO2-Flottengrenzwerte für Lkw einsetzt, damit EU-Hersteller ihre Marktführerschaft behaupten können.

2025 waren laut der Organisation 5,6 Prozent aller in der EU neu verkauften Lkw emissionsfrei, doppelt so viele wie im Vorjahr. In Deutschland waren im selben Jahr bereits 7,1 Prozent aller neuen Lkw elektrisch – ein Anstieg um über 60 Prozent gegenüber 2024. Deutschland ist damit Spitzenreiter unter den fünf größten europäischen Märkten (inkl. Frankreich, Spanien, Italien und Polen).

Diese Beschleunigung ist laut T&E auf die seit Juli 2025 geltenden CO2-Flottengrenzwerte für Lkw und auf sinkende Batteriepreise zurückzuführen. EU-Hersteller würden mittlerweile mehr Elektro-Lkw zu günstigeren Preisen anbieten, stünden jedoch vor zunehmendem Wettbewerb, da Modelle neuer Marktteilnehmer kurz vor der Markteinführung stehen.

Die Gesamtbetriebskosten eines chinesischen E-Lkw können der Analyse (ENG/PDF) zufolge verglichen mit einem gleichwertigen europäischen Modell um bis zu 12 Prozent niedriger liegen. Das entspreche einer Ersparnis von bis zu 43.000 Euro über einen Zeitraum von fünf Jahren. E-Lkw von neuen Wettbewerbern würden bei wichtigen Kennzahlen wie Reichweite, Ladezeit, maximaler Nutzlast und Energieeffizienz genauso gut abschneiden wie europäische Lkw. Die neuen Anbieter hofften, bis 2030 bis zu einem Viertel des E-Lkw-Marktes zu erobern, basierend auf ihren erklärten Zielen für den europäischen E-Lkw-Markt.

Johanna Braun, Managerin E-Mobilität Lkw und Infrastruktur bei T&E Deutschland: „Wettbewerbsfähige E-Lkw aus China und den USA kommen bereits auf den europäischen Markt, weitere Modelle sind angekündigt. In diesem kritischen Moment sollten die Lkw-Hersteller aus den Fehlern der Automobilindustrie lernen. Die Elektrifizierung jetzt zu bremsen, würde den Wettbewerbern aus den USA und China den Weg frei machen. Sie könnten in Europa und weltweit einen erheblichen Marktanteil gewinnen.“

Investitionen in Lkw sind in erster Linie Kostenabwägungen. Niedrigere Gesamtbetriebskosten von mehr als zehn Prozent könnten in der Transportbranche, die mit Gewinnspannen von nur 1,5 bis 2 Prozent arbeitet, entscheidend sein, so T&E. Nach Berechnungen der Umweltorganisation kann ein chinesischer Elektro-Lkw die Gesamtbetriebskosten um 12 Prozent senken.

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(Zum Vergrößern anklicken) Bild: T&E

Ein deutsches Transportunternehmen, das sich heute für den E-Lkw eines neuen Marktteilnehmers statt eines europäischen Modells entscheidet, könnte die Gesamtbetriebskosten von 0,63 Euro/km auf 0,55 Euro/km (einschließlich Restwert) senken. Über eine Nutzungsdauer von fünf Jahren entspreche das Ersparnissen von insgesamt 43.000 Euro.

Der EU-Lkw-Markt mit einem Jahresvolumen von 245.000 Fahrzeugen wird von wenigen etablierten Herstellern dominiert: Daimler Truck, Traton, IVECO, DAF und Volvo-Gruppe. Das bedeutet T&E zufolge, dass wettbewerbsfähige neue Marktteilnehmer schnell einen großen Marktanteil erobern könnten, indem sie vergleichbare Qualität zu niedrigeren Preisen anbieten.

„Der Wettlauf um die Marktführerschaft bei E-Lkw ist in vollem Gange“, sagt Johanna Braun. „Bundeskanzler Friedrich Merz sollte sich auf europäischer Ebene für ambitionierte Dekarbonisierungs-Ziele einsetzen, wenn er verhindern will, dass im Lkw-Sektor eine ähnliche Krise folgt, wie wir sie gerade bei den Autoherstellern sehen. Stärkerer Wettbewerb kann Logistikunternehmen und Verbraucherinnen und Verbrauchern nützen. Die europäischen Hersteller sollten keine Zeit mehr mit dem Widerstand gegen die Flottengrenzwerte verlieren, sondern wie ihre neuen Wettbewerber konsequent auf E-Lkw setzen.“

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Via: T&E (ENG/PDF)
Tags: China, EU, Kosten, Lkw, T&EAntrieb: Elektro-Nutzfahrzeuge

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Jörg2 meint

    11.09.2026 um 16:01

    „Ich habe bisher noch keine flächendeckende LKW Servicezentren chinesischer Anbieter gefunden..“

    Die Suchanfrage: Alltrucks Truck & Trailer Service

    Antworten
  2. Michael meint

    11.09.2026 um 03:52

    Vorhandener 24h Service ist auch ein wichtiger Faktor. Was nutzt es im Einkauf gespart zu haben wenn die 43.000 Euro dann wieder durch Ausfallzeiten aufgefressen werden.

    Ich habe bisher noch keine flächendeckende LKW Servicezentren chinesischer Anbieter gefunden..

    Wenn das da sein sollte kann man wirklich Angst haben. Vorher nicht.

    Antworten
  3. SB meint

    10.09.2026 um 20:33

    Die chinesischen Hersteller profitieren von den gigantischen Subventionen in Form der künstlich verbilligten chinesischen Währung,
    Wichtig ist, dass jetzt der EU Industrial Accelerator Act kommt: Förderungen,wie der Verzicht auf die LKW-Maut, nur für Fahrzeuge aus europäischer Produktion. Europäische Produktion nach chinesischem Vorbild nur im Joint Venture,
    Ein fairer Deal: Marktzugang gegen Technologietransfer und Wertschöpfung. So gewinnen alle.

    Antworten
  4. Futureman meint

    10.09.2026 um 15:27

    Mit E-LKW Bereich wird sich das „Spiel“ zum Vorteil chinesischer Hersteller wiederholen. Mit dem Unterschied, das bei vielen europäischen Kunden in der E-Mobilität entsprechende Hersteller schon bekannt sind und die Qualität bei inzwischen etablierten Herstellern nicht so schlecht ist wie erwartet. Wenn jetzt noch der Service aufgebaut wird, sieht es schlecht bei den bisherigen Herstellern aus. Denn der größte Posten beim E-LKW sind die Akkus und da sind die Chinesen nun einmal führend, sei es Preis oder Qualität. Zu dem bauen sie entsprechende Modelle schon in ganz anderen Stückzahlen.

    Antworten
    • Jörg2 meint

      10.09.2026 um 16:29

      Ein üblicher Weg, um den Service organisatorisch zu zentralisieren und den Unternehmen, die letztendlich den Transport benötigen, die Unsicherheiten einzugrenzen: Die Zusammenarbeit mit großen flottenbetreibenden Dienstleistern, die beide Punkte abfedern. S. hierzu Amazon USA und die Auslagerung der Transportdienstleistung an ENRIDE die hierfür den Semi von Tesla einsetzen werden.

      In Europa geht Amazon einen anderen Weg. Hier werden die Mercedes voll in die eigene Flotte integriert und eine eigene Ladeinfrastruktur auf den eigenen Betriebshöfen aufgebaut.

      Aber auf welchen Weg und mit welchen eLkw das auch immer passiert: Wenn so große wie Amazon für ihre Werksverkehre auf „E“ umstellen, dann ist das ein gutes Zeichen an alle Frachtführer, dass das System aus Fahrzeug/Laderei/Instandhaltung nicht nur technisch sondern wohl auch kaufmännisch funktioniert.

      Meine Vermutung: Wir werden im Bereich der Frachtführerei eine Verschärfung des Wettbewerbes um die Transportaufträge sehen. Es wird über die Frachtraten gehen. Der, der die geringsten innerbetrieblichen Kosten pro km hat, hat dann hier einen Marktvorteil. DAS wird, mMn, den Umstieg auf „E“ im Frachtbereich sehr befeuern.

      Antworten
  5. Jörg2 meint

    10.09.2026 um 13:08

    Ja, es wird ähnlich laufen, wie wir es im Pkw-Bereich seit langer Zeit sehen:

    Die s.g. etablierten Markteilnehmer mit ihrer jahrzehntelangen Ausrichtung auf Verbrenner halten ihr Verbrennergeschäft hoch und verschlafen den Umstieg auf „Elektro“ (Sicherung einer preiswerten Vorkette, kostenreduzierte Produktion, Software…).

    Die großen chinesischen Hersteller werden in den europäischen Markt kommen und mit niedrigeren Stückkosten in den Wettbewerb eintreten.

    Es ist dann eine Frage der Zeit, bis Teile des Marktes übernommen sind.

    Antworten
  6. David meint

    10.09.2026 um 12:47

    Gehen die einem mit ihrem Unsinn auf den Sack. Man schließt aus dem Fakt, dass der Markt fest in der Hand etablierter Hersteller ist, dass neue wettbewerbsfähige Teilnehmer schnell einen großen Markt erobern könnten? Aber wann ist man das, wettbewerbsfähig? Wenn der Truck 12% billiger ist? Das glauben die doch wohl selber nicht! Denn du musst das Fahrzeug ja auch in fünf Jahren zu einem guten Preis verkaufen können und bis dahin müssen Zuverlässigkeit und Service mindestens genauso gut sein wie bei etablierten Herstellern. Ebenso müssen alle Kunden noch an Bord bleiben, obwohl man mit einem chinesischen LKW vorfährt. Dieses Gesamtrisiko würde ich deutlich höher bewerten als dass mir 12 % Abschlag genügen würden.

    Antworten
    • Future meint

      10.09.2026 um 19:12

      1,6 Prozent Elektrotrucks beim Daimler sind jetzt nicht so wirklich viel. 98,4 Prozent Dieseltrucks beim Daimler sind also das Problem (2025). Was ist die Lösung? Nun, da stehen die chinesischen Anbieter natürlich vor der Tür. Anders als bei den Privatkäufern von BEV geht es in der Logistik ja um jeden Cent: Mit den chinesischen Trucks sinken die Gesamtbetriebskosten von 0,63 Euro/km auf 0,55 Euro/km (einschließlich Restwert), steht im Text. Man muss es also ganz unemotional sehen, denn es sind saubere LKW für eine sehr schmutzige Branche.

      Antworten
    • South meint

      11.09.2026 um 08:03

      Ein LKW ist im Gegensatz zum PKW eben ein Nutzfahrzeug, sprich eine Investition. Auch wenn mal der eine oder andere Unternehmer etwas mehr Geld ausgeben mag, prinzipiell dominieren hier die Kosten, den was die Logistik mehr kostet geht eben voll auf deinen Unternehmensgewinn.
      Deshalb nimmt man Unternehmer eben alle Kriterien auf, eben auch Zuverlässigkeit und Service, und übersetzt das in Kosten, eine Investitionsrechnung. Jetzt kommt halt drauf an, ob der Service günstig ist und eben einen echten Nutzen hat oder ob man nicht einen alten Kostenrucksack vor sich her schiebt, denn das kann man vorallem im PKW Bereich beobachten.
      Im Grunde ist es beim LKW genauso wie beim PKW, es geht um Preis-Leistung, sogar nen Ticken schärfer, weil eben eine Investition und es hängt an den deutschen Herstellern, ob die Produkte und Preis passen. Sprich. Auch hier müssen sie an die Kosten ran. Nachdem es die Chinesen sogar in der BRD im PKW Bereich geschafft haben, einen breiten Markteintritt hinzulegen, kann man davon ausgehen, dass auch beim eLKW das so passieren wird….

      Antworten
      • David meint

        11.09.2026 um 11:27

        Dann sag mir doch mal, mit wie viel Prozent Zuverlässigkeit, Service und Wiederverkauf anzusetzen sind. Wir haben ja hier eine konservative Branche und eine maximale Ersparnis von 12 % sollten diese drei Kriterien so makellos sein, wie bei den Etablierten mit 70 Jahren Erfahrung im europäischen LKW-Geschäft. Merkst du selber. Oder besser gesagt, merkst du natürlich nicht. Aber sicher alle anderen, die hier lesen.

        Antworten
        • Jörg2 meint

          12.09.2026 um 09:51

          Du hast auch beim Thema Transportlogistik schon mehrmals unter Beweis gestellt, dass Du zwar eine „starke Meinung“ (oft mit haltloser Beschimpfung anderer) aber halt keine Ahnung hast.

          Der europäische Service im Bereich Lkw-Instandsetzung ist fest in der Hand des Mittelstandes. Die Hersteller stellen nur (teilweise) die Zentrallager. Geschraubt wird auf den Betriebshöfen der Frachtführer, in mittelständischen Servicezentren….

          Und dort wird jedweder Verbrenner-Lkw und (wenn die Werkstätten es wollen) jedweder E-Lkw geschraubt. Der mobile Service kommt von dort.

          Die Hersteller sind da außen vor.

          Lagerlogistiker und Ersatzteil-„im 4 Stunden Takt“-Transporteure gibt es ausreichend.

          Du hast total keine Ahnung.

        • South meint

          12.09.2026 um 10:11

          Ein Kumpel von mir hat das mal etwas derb auf den Punkt gebracht. Wenn Erfahrung in Alzheimer übergeht. Es geht um Preis- Leistung bei der eTechnik und da hat die alte Branche eben nicht 70 Jahre Erfahrung, sondern im Gegenteil, muss da erstmal mithalten können. Und wie gesagt, fraglich, ob die alte Struktur da nicht mehr Altlast als echter Vorteil ist.
          Auch anhand dem Wandel beim Auto kann man da seriöse Parallelen für den LKW Sektor ziehen. Konnte man am Anfang den Rückgang beim Chinageschäft noch als „patriotischen“ Kauf der Chinesen abtun, haben die chinesischen Hersteller in Europa, sogar in der BRD den Markteinstieg geschafft, obwohl man da auch mit Wiederverkaufswert, Service und Zuverlässigkeit argumentieren könnte.
          Die eTechnik in der Mobilität ist eben tatsächlich ein Disruption und das bedeutet, wer nicht mithält, verschwindet. Das restliche Phrasengedresche wie konservative Kunden, Markentreue, Erfahrung, bringt einem da überhaupt nix.
          Die Zeiten, als wir die Chinesen noch belächeln konnten, sind definitiv vorbei. Mittlerweile belächeln die Chinesen eher uns…. und zum Teil sogar zu recht. Trotzdem. Das ist nicht in Stein gemeißelt. Wir müssen eben unserer Hausaufgaben machen, oder wir verschwinden… nennt sich Marktwirtschaft…

        • Jörg2 meint

          13.09.2026 um 20:18

          „Wir müssen eben unserer Hausaufgaben machen, oder wir verschwinden ….“

          Was eine realistische Einschätzung der Lage braucht.
          Die TitanicMusikbox ist da meilenweit weg von. Wie sollte es auch anders sein. Er hat keine Ahnung, nur Meinung.

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