Der BBM Fuhrpark-Benchmark 2026 zeigt deutliche Umsetzungslücken bei Kostenkontrolle, Datenintegration und Elektrifizierung. Der Bundesverband Betriebliche Mobilität (BBM) hat dafür Angaben von 142 Fuhrparkbetreibern aus zwölf Branchen ausgewertet.
Zwar verfügen laut der Umfrage 93 Prozent der befragten Unternehmen über eine schriftliche „Car Policy“, bei Kostentransparenz, Datenintegration und systematischer Steuerung bestehen jedoch weiterhin Lücken. Besonders sichtbar wird die Differenz zwischen formaler Freigabe und Fahrzeugbestand bei der Elektrifizierung: In 90 Prozent der Car Policies sind batterieelektrische Fahrzeuge bereits erlaubt. Im tatsächlichen Fahrzeugbestand erreichen sie jedoch lediglich einen Median von 20 Prozent.
„Die grundsätzliche Entscheidung für Elektromobilität ist in vielen Unternehmen gefallen. Zwischen der Freigabe in der Car Policy und der Umsetzung im Fuhrpark liegt aber noch eine erhebliche Lücke“, erklärt BBM-Vorstandsvorsitzender Marc-Oliver Prinzing. „Ladeinfrastruktur, Budget, Wirtschaftlichkeitsrechnung und Nutzerakzeptanz müssen zusammen gedacht werden. Elektromobilität ist deshalb längst nicht mehr nur eine Frage des passenden Fahrzeugs, sondern eine Managementaufgabe.“
Auch bei der Kosten- und Datensteuerung weist die Erhebung Lücken aus. Nur 26 Prozent der befragten Fuhrparkbetreiber nutzen eine vollständige Total-Cost-of-Ownership-Betrachtung (TCO, auf Deutsch: Gesamtbetriebskosten), während 57 Prozent ihre Gesamtkosten erfassen und 38 Prozent ihre Kostenstruktur belastbar beziffern können. Ein integriertes System verwenden 53 Prozent der befragten Unternehmen.

MrBlueEyes meint
Unsere Firma hat vor Jahren schon komplett auf Elektro umgestellt und lacht sich gerade ob der exorbitanten Spritpreise kaputt… tja, es ist jedem seine freie Entscheidung… 🤷♂️
South meint
Also schwer zu glauben, dass die Profis nicht wissen, wie man eine TCO berechnet…
Der Punkt ist aber ein anderer. Momentan hinken die Flotten bei der BEV Quote den privaten Verkäufen deutlich hinterher. Bedeutet. Nach der Nutzung in wenigen Jahren werden die Fuhrparkbetreiber ihre Diesel/Benziner wieder loswerden müssen, die sie heute einflotten. Fraglich, was man dann als Restwert dafür bekommen wird… ähnlich wie bei den Händlern heute baut sich da ein Benziner/Diesel Tsunami auf, den der Markt nur schwer aufnehmen wird.
eBikerin meint
ach der Nutzung in wenigen Jahren werden die Fuhrparkbetreiber ihre Diesel/Benziner wieder loswerden müssen, die sie heute einflotten.
Dürfte den meisten egal sein, weil sie die Fahrzeuge leasen. Schwarz Gruppe ist da ja ne Ausnahme.
Mike meint
Da meist geleast, ist das das Risiko der Leasingfirmen.
Mäx meint
Bei PKW kann ich es auch nicht ganz nachvollziehen.
Wenn du Sprinter im Serviceeinsatz hast mit 300/400km Anfahrt, bleibt dir aktuell nicht viel übrig als Diesel zu nehmen. Wenn du Reichweite brauchst kannst du zwar 4,2t Regel nutzen, darfst dann aber aktuell nicht ins Ausland damit und was viel nerviger ist für solche Einsatzzwecke: max. 90km/h.
Da müssten sich die Regeln anpassen, dass man zumindest 120km/h fahren dürfte, dann ergeben die Fahrzeuge schon etwas mehr Sinn.