Unterhändler der drei großen Mitte-Fraktionen im Europäischen Parlament haben sich am 20. Oktober 2026 auf einen Kompromiss zur Lockerung der CO₂-Vorgaben für Neuwagen verständigt. Vertreter der konservativen Europäischen Volkspartei (EVP), der sozialdemokratischen S&D und der liberalen Renew-Fraktion wollen das bisherige Reduktionsziel für 2035 abschwächen.
Nach der Vereinbarung könnten auch über dieses Datum hinaus neue Pkw mit Verbrennungs- und Hybridantrieb in der Europäischen Union zugelassen werden. Die Einigung der Unterhändler muss allerdings noch von den beteiligten Fraktionen bestätigt werden.
Der Kompromiss sieht nach Medienberichten vor, dass die durchschnittlichen CO₂-Emissionen neuer Pkw ab 2035 gegenüber dem Referenzjahr 2021 um 87,5 Prozent sinken müssen. Weitere 7,5 Prozentpunkte sollen die Hersteller durch den Einsatz von CO₂-arm produziertem Stahl aus der EU zur rechnerischen Zielerfüllung beitragen können. Zusammen ergäbe sich damit eine angerechnete CO₂-Reduktion von 95 Prozent.
Das geltende EU-Recht schreibt dagegen ab 2035 eine Verringerung der CO₂-Flottenemissionen um 100 Prozent vor. Die EU-Kommission hatte bereits im Dezember 2025 vorgeschlagen, das Ziel auf 90 Prozent zu reduzieren und die verbleibenden Emissionen durch die Anrechnung emissionsarmen Stahls sowie nachhaltiger erneuerbarer Kraftstoffe auszugleichen.
Weitere Lockerungen für Transporter
Neben den Vorgaben für 2035 enthält die Vereinbarung weitere Änderungen an den europäischen Flottenzielen. Für leichte Nutzfahrzeuge soll ab 2035 eine CO₂-Reduktion um 80 Prozent gelten. Für 2030 sind nach dem Kompromiss Minderungsziele von 55 Prozent bei Pkw und 35 Prozent bei leichten Nutzfahrzeugen vorgesehen. Die Hersteller sollen ihre Zielerreichung zudem über den Durchschnitt der Jahre 2029 bis 2031 berechnen können. Fahrzeuge, die mit erneuerbaren Kraftstoffen betrieben werden, könnten unter bestimmten Voraussetzungen als emissionsfrei anerkannt werden. Kleine und besonders effiziente Elektroautos sollen zusätzliche Anrechnungsvorteile erhalten.
Der Kompromiss folgt auf eine deutsch-französische Verständigung vom 16. Oktober 2026. Deutschland und Frankreich hatten sich zuvor für eine CO₂-Reduktion von 90 Prozent ab 2035 ausgesprochen, ohne eine zusätzliche Kompensation der verbleibenden Emissionen vorzuschreiben. Teil der politischen Vereinbarung sind außerdem europäische Herkunftsvorgaben für öffentlich geförderte Fahrzeuge, wobei auch eine mögliche Einbeziehung Großbritanniens vorgesehen ist.
Für Automobilhersteller würde eine entsprechende Gesetzesänderung zusätzliche Möglichkeiten bei der Zusammensetzung ihrer Neuwagenflotten schaffen. Neben batterieelektrischen Fahrzeugen könnten weiterhin Modelle mit Verbrennungsmotor, Plug-in-Hybridantrieb oder anderen Hybridkonzepten angeboten werden, sofern die Hersteller ihre jeweiligen Flottenziele erfüllen.

Frank meint
Wahrscheinlich steuern die weniger gegen die Erderwärmung bei, weil sie an der Übersterblichkeit der Rentner in diesem Jahr festgestellt haben, dass sich so das Rentenproblem
von ganz alleine in Luft auflöst. ;-)
Satire aus: Für die deutsche Wirtschaft ist das allerdings sehr schlecht – aber das ist Reiche und Co nicht ganz so wichtig