Great Wall Motor (GWM) hat seine weiteren Pläne für den europäischen Markt vorgestellt und die Europapremiere des großen SUV Haval H7 gefeiert. Der chinesische Automobilhersteller verkündete zudem, gemeinsam mit Bulgarian Automotive Industry (BAI) erstmals ein Fahrzeug in Europa zu produzieren. Die Fertigung des vollelektrischen Kompakt-SUV Ora 5 BEV in Bulgarien soll im ersten Quartal 2027 beginnen.
Mit der geplanten Produktion vor Ort will GWM verstärkt auf Kundennähe und regionale Wertschöpfung setzen. Langfristig sieht die Strategie den schrittweisen Aufbau „integrierter Industrieparks“ für Fahrzeuge und Komponenten in Europa vor. Das Unternehmen ist bisher in acht europäischen Ländern im Vertrieb aktiv, darunter Deutschland, Italien und Spanien, und bereitet den Markteintritt in Frankreich sowie weiteren Ländern vor.
„Lokalisierung bedeutet nicht, Produkte lediglich an einen Markt anzupassen“, sagt Nicole Wu, Technologiechefin von GWM. „Entscheidend ist, die Anforderungen des Marktes von Anfang an in der DNA unserer Fahrzeuge zu verankern. Wir wollen in Europa nicht einfach nur Autos verkaufen – wir wollen Teil Europas werden.“
Eine zentrale Rolle bei der europäischen Fahrzeugentwicklung übernimmt das 2012 eröffnete Forschungs- und Entwicklungszentrum in München. Die dortigen Teams sind laut GWM bereits in frühen Projektphasen eingebunden und haben den Ora 5 sowie den Haval H7 auf mehr als 100.000 Testkilometern auf europäischen Straßen erprobt. Hinzu kämen mehrere Tausend Stunden Markt- und Kundenforschung, wobei unter anderem Fahrwerk, Lenkung, Antrieb und Sitze im Mittelpunkt stünden.
Der 4,80 Meter lange Haval H7 sei unter anderem auf deutschen Autobahnen, am Stilfser Joch und auf der Großglockner-Hochalpenstraße abgestimmt worden, heißt es. Mit dem SUV führt GWM seinen Hi4-Hybrid-Allradantrieb erstmals in Europa ein. „Ein Fahrzeug, das in China überzeugt, erfüllt nicht automatisch alle Erwartungen europäischer Kunden“, so Thomas Schemera, EU Product General Manager von GWM. „Für Europa zu entwickeln bedeutet, die tatsächlichen Fahrgewohnheiten der Menschen zu verstehen – von deutschen Autobahnen bis zu italienischen Bergstraßen.“
Für den deutschen Markt kündigt der China-Hersteller innerhalb der nächsten zwei Jahre sieben weitere Modelle an. Die Ora-5-Modellfamilie soll 2027 um eine Schrägheck- und eine Kombivariante erweitert werden.
