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TotalEnergies Energy Outlook 2026: Drei Szenarien für die globale Energiezukunft

03.11.2026 in Studien & Umfragen von Thomas Langenbucher

Bild: TotalEnergies

Der Energiekonzern TotalEnergies hat die achte Ausgabe seines „Energy Outlook 2026“ veröffentlicht, der die Entwicklung des globalen Energiesystems bis 2060 anhand von drei Szenarien untersucht. Weltweit steigt demnach die Nachfrage nach Kohle, Öl, Gas und Strom weiter, während sich das Wachstum fossiler Energieträger und der damit verbundenen Treibhausgasemissionen verlangsamt.

Die Weltwirtschaft wächst weiterhin um mehr als drei Prozent, während für die gleiche wirtschaftliche Wertschöpfung weniger Energie verbraucht und weniger CO2 ausgestoßen wird, so die Prognose. Gleichzeitig hat mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung keinen Zugang zu ausreichend Energie, um ihren Entwicklungsstand in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Wohlstand zu verbessern.

Die Investitionen in CO2-arme Energien einschließlich der Elektrifizierung des Energieverbrauchs sind von 1200 Milliarden Dollar im Jahr 2015 auf 2100 Milliarden Dollar im Jahr 2025 gestiegen. China nimmt dabei eine führende Rolle ein und steht für rund 60 Prozent des weltweiten Solarmodulzubaus, 70 Prozent der Windturbinen und 60 Prozent der Elektroautoverkäufe. Der Stromanteil am globalen Endenergiebedarf wächst seit 2000 jährlich um 1,3 Prozent, wobei der zusätzliche Strombedarf 2025 vollständig durch neue CO2-arme Energiequellen gedeckt wurde.

Die Krise in der Straße von Hormus 2026 und die Ukraine-Krise 2022 haben die Versorgungssicherheit in den Vordergrund gerückt. TotalEnergies verweist auf die Bedeutung heimischer Energiequellen, einer Diversifizierung der Bezugsquellen und der Speicherung fossiler Energieträger. Seit dem zweiten Quartal 2026 hat sich der Elektroautoabsatz in Asien, Lateinamerika und Europa beschleunigt, während die vorgeschriebenen Beimischungsquoten für Biokraftstoffe gestiegen sind. Gleichzeitig bleibt Kohle für die Stromversorgung in Asien unverzichtbar.

Geopolitische Spannungen und Klimaziele prägen Energieversorgung

Für die Entwicklung bis 2060 beschreibt TotalEnergies drei Szenarien mit unterschiedlichen Annahmen zu Klimapolitik und internationaler Zusammenarbeit. Das „Trends“-Szenario schreibt die gegenwärtigen politischen, technologischen und verbraucherseitigen Entwicklungen fort, wobei insbesondere Stromnetze, geopolitische Spannungen und Kosten den Ausbau CO2-armer Technologien begrenzen. Die globale Nachfrage nach Erdölprodukten erreicht demnach in den 2030er-Jahren ein Plateau und sinkt anschließend langsam, während sich die Gasnachfrage in den 2040er-Jahren stabilisiert. Die OECD-Staaten erreichen in diesem Szenario bis 2050 keine Klimaneutralität, China nähert sich diesem Ziel bis 2060, und der geschätzte globale Temperaturanstieg bis 2100 beträgt 2,6 bis 2,8 Grad Celsius.

Das ambitioniertere „Momentum“-Szenario geht davon aus, dass sich die OECD-Staaten bis 2050 und China bis 2060 der Klimaneutralität annähern. Es sieht eine stärkere Elektrifizierung, einen weitgehenden Kohleausstieg in den OECD-Staaten, einen deutlichen Rückgang der Kohlenutzung in China sowie den Einsatz von Erdgas als Übergangsenergie und neuer Energieträger in schwer elektrifizierbaren Bereichen vor. Wegen unzureichender Investitionen in CO2-arme Energien decken fossile Energieträger in Indien und der übrigen Welt weiterhin die Hälfte des zusätzlichen Energiebedarfs, während die geschätzte Erwärmung bis 2100 bei 2,3 bis 2,4 Grad liegt. Das „Rupture“-Szenario setzt dagegen eine erheblich verstärkte internationale Zusammenarbeit zur Dekarbonisierung voraus und führt zu einer geschätzten Erwärmung von 1,8 bis 1,9 Grad, erscheint angesichts der gegenwärtigen geopolitischen Rivalitäten jedoch außer Reichweite.

Regional erwartet TotalEnergies zunehmend unterschiedliche Entwicklungen, wobei die USA weiterhin auf heimische fossile Energieträger setzen und ihre führende Position als Exporteur von Flüssigerdgas behalten sollen. Fossile Energien sollen dort 2060 noch rund 60 Prozent des Primärenergiebedarfs decken, verglichen mit derzeit 80 Prozent, während der Strombedarf insbesondere durch Rechenzentren und künstliche Intelligenz wächst. In China soll der Kohleanteil am Primärenergiebedarf zwischen 2025 und 2060 von rund 60 auf 25 Prozent sinken, während sich der Ölanteil durch die Elektrifizierung des Straßenverkehrs von rund 20 auf zehn Prozent verringert. Gleichzeitig baut China erneuerbare Energien und Kernkraftwerke aus, erhöht aber weiterhin seine installierte Kohlekraftwerkskapazität.

Die Europäische Union setzt ihre Dekarbonisierung der Stromversorgung fort, steht jedoch vor umfangreichen Investitionen in Stromnetze sowie Herausforderungen bei der industriellen Wettbewerbsfähigkeit und der Akzeptanz zusätzlicher Kosten. Fossile Energieträger sollen 2035 noch rund 60 Prozent ihres Primärenergiebedarfs ausmachen, weshalb die EU die Sicherung fossiler Energieimporte mit einer stärkeren Elektrifizierung insbesondere von Verkehr und Wärmeerzeugung verbinden muss.

Aurélien Hamelle, bei TotalEnergies verantwortlich für Strategie und Nachhaltigkeit, sagt, dass die 2026 beobachteten Entwicklungen den seit dem Pariser Abkommen eingeschlagenen Transformationspfad stützten. Es sei jedoch keine ausreichende Beschleunigung zu erkennen, um die Erderwärmung auf unter zwei Grad zu begrenzen.

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Via: TotalEnergies (PDF/FR)
Tags: China, Emissionen, Europa, Nachhaltigkeit, Ölmultis, Stromversorgung, USAUnternehmen: TotalEnergies
Antrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

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