Der vietnamesische Stromer-Hersteller VinFast meldete im zweiten Quartal 2025 einen höheren Nettoverlust, während das Unternehmen seine Ausgaben für weltweite Expansion und Marketing intensivierte. Trotz des gestiegenen Verlusts bestätigte VinFast am September erneut sein Ziel, bis Ende 2026 die Gewinnschwelle zu erreichen.
Gründer und CEO Pham Nhat Vuong hatte im vergangenen Monat zugesagt, dem Unternehmen weitere 1,5 Milliarden US-Dollar für Forschung und Entwicklung bereitzustellen, um die Expansionspläne voranzutreiben. Parallel dazu verstärkt VinFast seine Werbemaßnahmen im Heimatmarkt Vietnam und verändert das Vertriebsmodell: Statt eigener Showrooms setzt das Unternehmen künftig stärker auf ein händlerbasiertes System, um schneller zu wachsen und Kosten zu senken.
Zu den jüngsten Expansionsschritten zählt die Eröffnung einer neuen Montagefabrik in Indien sowie die geplante Errichtung einer weiteren Produktionsstätte in Indonesien. Diese Maßnahmen sollen die Präsenz von VinFast in Asien stärken. Ein geplantes Werk in den USA in North Carolina wurde auf Eis gelegt. „Wir halten an unserem Ziel für dieses Jahr fest und sind flexibel in unserer Marktstrategie angesichts der sich verändernden globalen Lage“, erklärte die Vorsitzende Thuy Le laut der Nachrichtenagentur Reuters.
Im zweiten Quartal verzeichnete VinFast einen Nettoverlust von 812 Millionen US-Dollar (695 Mio. Euro), was einem Anstieg von 15 Prozent im Vergleich zum Vorquartal entspricht. Der Umsatz stieg leicht um 1,9 Prozent auf 663 Millionen US-Dollar (567 Mio. Euro) und lag damit 91,6 Prozent über dem Vorjahreswert.
Die Auslieferungen der Fahrzeuge legten im Jahresvergleich um 172 Prozent auf 35.837 Einheiten zu. Im ersten Halbjahr 2025 wurden insgesamt 72.167 Einheiten ausgeliefert. Das Ziel für das Gesamtjahr sind 200.000 verkaufte Fahrzeuge. Der Heimatmarkt Vietnam bleibt dabei bislang der wichtigste Absatzmarkt des Unternehmens.

Futureman meint
Früher gab es ca. 30-40 Autohersteller weltweit. Durch die Einfachheit bei E-Autos sind es plötzlich Hunderte. Da der weltweite Gesamtmarkt aber ziemlich gleich bleibt, bedeuten auch nur geringe Verkaufszahlen von einigen neuen Herstellern fallende Verkaufszahlen von den etablierten Herstellern. Und dabei ist es egal, wie gut es in Deutschland läuft.
M. meint
Trotz im ersten Halbjahr (und im 2. Quartal) gestiegenem Verlust im 2 Halbjahr so dermaßen in die Gewinnzone rutschen zu wollen, dass das gesamte Jahr einen Gewinn aufweist?
Wo in aller Welt ist das realistisch?
IDFan meint
BYD hat die 50.000 Zulassungen für Deutschland auch noch nicht abmoderiert obwohl sie nach 2/3 des Jahres vierstellig sind.
Ossisailor meint
Die rechnen ja auch die PHEV mit rein.
IDFan meint
Das macht ja die Niederlage nur noch schlimmer. 8.563 Fahrzeuge und nur 5.809 BEV nach 8 von 12 Monaten. Kommt auf 12.800 Fahrzeuge im Gesamtjahr. 50.000 hatte man angekündigt…