Tesla hat seine Geschäftszahlen für das erste Quartal des Jahres veröffentlicht. Der US-Elektroautobauer meldete einen Umsatz von rund 22,4 Milliarden Dollar (19,1 Mrd. Euro), im Vorjahresquartal waren es 19,3 Milliarden Dollar (+16 %). Der Nettogewinn lag bei 477 Millionen Dollar (407,4 Mio. Euro) – in Q1 2025 waren es noch 409 Millionen Dollar (+17 %).
Der Großteil des Umsatzes entfiel in den Monaten Januar, Februar und März mit rund 16,2 Milliarden Dollar auf das Automobilsegment (Q1 2025: 14,0 Mrd. Dollar, +16 %). 380 Millionen Dollar (Q1 2025: 595 Mio. Dollar, -36 %) wurden durch den Verkauf sogenannter Regulatory Credits an Hersteller mit weniger umweltfreundlichen Pkw zum Verbessern ihrer CO2-Bilanz erlöst. Die operative Marge des Konzerns betrug im ersten Quartal des laufenden Jahres 4,2 Prozent, im Vorjahresquartal waren es 2,1 Prozent.
Tesla stellte in Q1 2026 insgesamt 408.386 Elektroautos her, 358.023 wurden ausgeliefert. Das entspricht einem Plus zum Vorjahresquartal von 13 beziehungsweise 6 Prozent. Den größten Anteil hatten mit 394.611 produzierten und 341.893 ausgelieferten Exemplaren die Mittelklasse-Modelle Model 3 und Model Y. Die Premium-Stromer Model S und Model X sowie der Pick-up-Truck Cybertruck und der Lkw Semi kamen auf 13.775 gebaute und 16.130 gelieferte Einheiten.
Tesla hat im ersten Quartal 2026 nach eigenen Angaben weitere Fortschritte beim Ausbau der Infrastruktur und der KI-Software (Künstliche Intelligenz) erzielt, die das Robotaxi-Geschäft und künftige Robotik-Anwendungen tragen sollen. Zugleich wurden zusätzliche KI-Rechenkapazitäten hochgefahren, neue Fabriken für Batterien und Batteriematerialien angelaufen und Produktionslinien für den gewerblichen Großspeicher Megapack, das Selbstfahr-Auto Cybercab und den Semi vorbereitet.
Bei der Nachfrage sieht das US-Unternehmen anhaltendes Wachstum in Asien-Pazifik und Südamerika sowie eine Erholung in Europa, dem Nahen Osten und Afrika sowie in Nordamerika. Tesla erklärt, angesichts zunehmender handelspolitischer und geopolitischer Unsicherheiten gezielt in den Zugang zu Schlüsselmaterialien und Komponenten zu investieren und kritische Lieferketten stärker zu regionalisieren und vertikal zu integrieren.
Mit Blick auf das Automobilgeschäft heißt es: „Unser Fokus auf Erschwinglichkeit und Zweckmäßigkeit in unserer gesamten Fahrzeugpalette ist nach wie vor ein entscheidender Wettbewerbsvorteil, insbesondere da benzinbetriebene Alternativen aufgrund ihrer Abhängigkeit von einer anfälligeren und weniger flexiblen Energieversorgungskette immer teurer werden.“
Für 2026 zeigt sich Tesla insgesamt optimistisch. Als Treiber nennt das Unternehmen Rückenwind im Autogeschäft, Fortschritte bei der Selbstfahr-Technologie FSD (Supervised), den Hochlauf des Robotaxi-Angebots, den weiteren Vorlauf des humanoiden Roboters Optimus bis zur Massenproduktion sowie den Ausbau der Energieproduktionskapazitäten. Zugleich räumt Tesla ein, dass bis zur Umsetzung seiner langfristigen Ziele noch erhebliche Arbeit nötig sei.

Jörg2 meint
Auch westliche Hersteller (aktuell wohl nur einer) können offenbar, trotz schwierigem Umfeld, trotz kostentreibendem Innovationsdruck, trotz (oder eher wegen?) einer sehr schmalen Produktpalette mit einer Nur-BEV-Strategie nachhaltig positive Ergebnisse erzielen.
Futureman meint
Wie viele andere Hersteller gibt es noch, die in den aktuellen Zeiten steigende Gewinne haben? Daher hat Tesla scheinbar alles richtig gemacht. Und dank Lieferfähigkeit werden sie von der gerade stark anziehenden Gesamtnachfrage zusätzlich profitieren.
David meint
Da haben wir ja den famosen Quartalsgewinn. 2,1 %. Ohne Frage ein IT Hightech Konzern, der sich den Gesetzmäßigkeiten der Branche der Kraftfahrzeughersteller deutlich entzieht. Aber niemand macht in Wolfsburg, Stuttgart oder München Sekt auf. Denn Tesla ist überhaupt kein Faktor mehr. Der Gewinn pro Aktie beträgt bei Tesla 13 ct. Damit wäre der echte KGV für dieses Quartal 2779.
Und machen wir uns nichts vor, für diese 2,1 % hat man bereits alle Hebel gezogen. Man hat die Schuldenaufnahme erhöht, man die Zahlungsziele für Lieferanten verlängert und erwartete Rückerstattungen aus Trumps Zöllen einberechnet. Es fehlt deutlich die Fantasie, wie man aus der Falle herauskommt. Autonomes fahren ist es sicher nicht. Pony.ai und Waymo fahren 1 Million bezahlter Taxifahrten ohne Fahrerkosten. Tesla keine einzige. Der Roboter ist kein Produkt und die CO2-Ablassbriefe sinken im Wert.
Ein wesentlicher Teil des Unterschieds zwischen den kolportierten 41 ct und 13 ct pro Aktie sind übrigens die Aktienoptionen bestehender und ehemaliger Mitarbeiter. Diese Verpflichtungen wird man aber nicht loswerden, sondern sie werden sich vergrößern. Da hat man sich in der Stagnation selber eine Schlinge um den Hals gelegt.
Kasch meint
Noch viel Arbeit, doch läuft, wie in etwa erwartet, gut so. FSD fährt auf Dauer längst sicherer als der talentierteste Rennfahrer – ob, wann und wo FSD supervised erlaubt wird, bestimmen Behörden und ist weltweit noch eine rein wirtschaftspolitische Frage, ist aber m.M.n nicht aufzuhalten, falls Regierungen wirklich heftigste Verkehrsunfälle drastisch reduzieren wollen. Passt schon, allles gut !!!
eBikerin meint
„FSD fährt auf Dauer längst sicherer als der talentierteste Rennfahrer – “
Noch nie gehört, dass Rennfahrer in ne geschlossene Schranke fahren. Aber gut vielleicht kennst du da andere.
hu.ms meint
Genau das ist die fehleinschätzung bei tesla:
FSD supervised kaufen sich nur ein paar nerds, die gerne dem auto beim fahren zusehen und aber überwachen MÜSSEN. Der absatzzuwachs deswegen wird sich im einstelligen %bereich bewegen.
Das grosse geschäft machen die, die level 5 bringen. Tippe auf chinesen.
Und für europa werden die auto-lobby die zulassung dafür zu verhindern wissen, bis sie auch so weit sind. Aber wer weiss, vielleicht sind sie ja der ersten – sind ja noch mind. 5 jahren hin von level 2 bis leven 5.
Mäx meint
So jetzt mal ernsthaft nachdem ich mal durchs Shareholder Deck geschaut habe.
Tesla gibt weiter an, >2,25 Mio. an Produktionskapazitäten zu haben
Das wären 560k pro Quartal; gebaut hat man ca. 400k, was ~70% Auslastung wäre, verkauft hat man 360k was am Ende 64% „Auslastung“ wären.
Schön zu sehen ist, dass man SC weiterhin ausgebaut hat, 20% mehr.
Von 4680 Zellen kann man wohl 40GWh produzieren, das wären 325k Cybertrucks.
Sagen wir mal man baut aktuell ca. 15k Cybertruck sind das gerade mal 0,02% der möglichen Produktion.
Bleibt also noch genug für den Semi über; theoretisch 40k; ob man das schaffen wird mal schauen; daher hat man wohl erstmal auch wieder Model Y mit den Zellen ausgestattet.
FSD hat bald die 10 billion miles geknackt, könnte im Mai oder Juni passieren.
Laut Musk ist das Problem dann ja gelöst…passend zum Start vom Cybercab.
Es bleibt spannend.
Optmius bekommt eine eigene Fabrik in Texas.
Cybercab und Semi haben schon ihre Produktionsstätte.
Was macht man nun also mit den Hallen von Model X und S, den Roadster?
Da wird das Volumen wohl zu klein für sein.
Miro meint
X und S machen sie den Roboter. In Texas kommt das erst später.
Mäx meint
Im Shareholder Deck steht beim Bild:
Optimus Factory Site Preparation – Gigafactory Texas in the Background
hu.ms meint
Das mit unausgelasteten BEV-produktionskapazitäten haben anderen hersteller auch.
Fast alle haben mit stärker ansteigender nachfrage geplant als eingetreten ist.
Bei VW z.b. wird von bis zu 30% gemunkelt.
MrGreenEyes meint
Puh 477mio Gewinn bei 22,4mrd Umsatz. Und davon sind nochmal 380mio CO2 Credits.
Also erwirtschaftet durch die Unternehmung nur noch 97mio.
2,1% bzw. 0,43% Marge…
Aber wen wundert es? Die Autos sind veraltet und Design Innen wie Außen mittlerweile Langweilig.
MrBlueEyes meint
477 Millionen minus 380 Millionen durch CO2-Credits = 97 Millionen echter Gewinn in einem Quartal… richtig?
Also „gesund“ und „profitabel“ ist anders, oder?
hu.ms meint
Die credits haben die anderen auch, die werden nur konzernintern verrechnet.
Ohne diese wären alle BEV (auch teslas) teurer und stinker günstiger.
hu.ms meint
Q1 2025 war ja bekanntlich durch die umstellung auf das (kaum sichtbare) facelift besonders stückzahlschwach.
Insofern ist der vergleich irreführend.
Sinnvoll ist ein vergleich mit Q1 2024 oder Q2, Q3 und Q4 2025.
Mäx meint
@D
Bitte einordnen
Einnahmen aus CO2 Zertifikaten gesunken, Gewinn unterm Strich gesteigert obwohl das ja ein Blutbad werden sollte
eBikerin meint
Wenn du Q1 2025 mit Q1 2026 vergleichst stimmt das natürlich. Nur schau dir mal Q2, Q3, Q4 2025 an. Oder gerne auch q1 2024 da waren es noch 1,13 Milliarden.