Das „Team Sauberes Karlsruhe“ (TSK) hat kürzlich sieben neue elektrische Fahrzeuge vom Typ Mercedes-Benz eEconic für die geräusch- und emissionsarme Abfall- und Sperrmüllentsorgung in seine Flotte aufgenommen. Für elf weitere baugleiche Fahrzeuge liege bereits ein Folgeauftrag vor, berichtet Daimler Truck.
Seit Ende September sind die sieben vollelektrischen Abfallsammelfahrzeuge im Karlsruher Stadtgebiet im Einsatz, gebietsspezifische Einschränkungen gibt es nicht. Die eEconic kommen in der Restmüllentsorgung, der Papiersammlung sowie bei der Sperrmüllabfuhr zum Einsatz. Die Anschaffung wurde durch das Bundesministerium für Verkehr (BMV) gefördert.
Im täglichen Einsatz legen die elektrischen TSK-Fahrzeuge im Durchschnitt rund 80 Kilometer zurück, in Einzelfällen auch über 100 Kilometer. „Mit drei Batteriepaketen an Bord mit jeweils 112 kWh installierter und rund 97 kWh nutzbarer Kapazität können in Karlsruhe alle Touren im Einschichtbetrieb ohne Zwischenladen zuverlässig absolviert werden“, erklärt Mercedes.
Volle Arbeitstage ohne aufladen
Auf ihren üblichen Sammelrouten fahren die Mitarbeiter häufig kurze Strecken mit vielen Bremsvorgängen. Beim Abfallsammeln im Stop-and-Go-Betrieb kann bei vorausschauender Fahrweise durch Rekuperation elektrische Energie zurückgewonnen werden. Am Ende der Arbeitstage bleibt so in der Regel eine Restreichweite erhalten, die den Angaben zufolge häufig auch noch für einen kompletten zweiten Einsatztag ausreicht. Das serienmäßige Multimedia-Cockpit Interactive des eEconic liefert den Fahrern laufend Informationen zu Batteriestatus, Energieverbrauch und Restreichweite.
Das erste vollelektrische Abfallsammelfahrzeug hat das TSK im September erhalten und über eine Woche hinweg einer Verbrauchsmessung unterzogen. „Emma“, wie das Fahrzeug von der Mannschaft genannt wird, ist mit ihrer Mannschaft zur Sperrmüllentsorgung eingesetzt und legte auf ihrer täglichen Route gut 80 Kilometer mit rund 60 Stopps zurück. Der Verbrauch entsprach dabei rund 35 Prozent der Batteriekapazität. Der Ladezustand sank von 100 auf 65 Prozent, respektive 64 Prozent.
Mit dem Einsatz der neuen Elektrofahrzeuge sorge das TSK für eine leisere und emissionsärmere Abfallentsorgung im Stadtgebiet und fördere so die Lebensqualität in den Quartieren, heißt es. Gleichzeitig würden die CO₂-Emissionen deutlich gesenkt: Jeder eEconic könne abhängig vom Einsatzgebiet zwischen 150 und 170 Tonnen CO₂ pro Jahr einsparen. Insgesamt ergebe sich so eine jährliche potenzielle Einsparung von rund 1.200 Tonnen CO₂.
Das TSK wird die Elektrifizierung seiner Flotte fortsetzen: Anfang November erhielt Daimler Truck den Auftrag über elf weitere eEconic Abfallsammelfahrzeuge in Low-Entry-Bauweise. Bis 2035 soll der städtische Fuhrpark – bis auf eine Reserve für Notfälle – vollständig auf alternative Antriebe umgestellt sein.
Ladeinfrastruktur am Betriebshof
Für den zuverlässigen Einsatz der eEconic ist am Betriebshof die entsprechende Ladeinfrastruktur eingerichtet worden. Dabei handelt es sich um ein dezentrales „Satelliten-Ladesystem“ mit zwei Leistungseinheiten zu jeweils 400 kW, die insgesamt acht wandmontierte Ladepunkte mit je 100 kW versorgen. Separate Power-Units wandeln Wechselstrom in Gleichstrom um und stellen die für die Fahrzeugbatterien erforderliche Gleichspannung bereit. Die erzeugte Gleichstrom-Leistung wird anschließend an die Ladeboxen in der Fahrzeughalle übertragen.
Zur effizienten Nutzung der verfügbaren Ladeleistung ist ein Energiemanagementsystem integriert. Es dient dazu, Spannungsspitzen im Stromnetz zu vermeiden und die Ladevorgänge einzelner Fahrzeuge priorisieren zu können. So wird sichergestellt, dass das entsprechende Abfallsammelfahrzeug für seine jeweilige Route und zu seiner geplanten Einsatzzeit immer ausreichend geladen ist.
Zukünftig ist auch die Installation einer Photovoltaikanlage geplant, um die Fahrzeuge zusätzlich mit selbst erzeugtem Solarstrom laden zu können.

Nostradamus meint
Absolut richtig – alle Stadtverwaltungsfahrzeuge sollen elektrisch sein! Die Langstrecken-Lkw sind dagegen eine Illusion und Verschwendung von goldwerten Materialien!
R2D2 meint
Das lauteste am Müllwagen ist das mehrfache ausklopfen der Mülltonnen.
M. meint
Ne, das ist eindeutig der Dieselmotor, der jedes Mal, wenn der Müllwagen zur Aufnahme von Mülltonnen anhält, hochdreht, um die Hydraulik mit dem nötigen Druck zu versorgen.
Also entweder dreht der Motor kurz hoch, um den Müllwagen schnell 20 Meter nach vorne zu befördern, oder er dreht hoch, um die Mülltonnen hochheben zu können.
Das „Ausklopfen“ der Mülltonnen hört man natürlich auch.
eBikerin meint
Sorry aber du redest Unsinn – hören tut man tatsächlich kein hochdrehen des Motors. Den Lärm machen die Mülltonnen – und zwar so viel dass man den Motor gar nicht hört. Und der Druck für die Hydraulik ist immer da – der wird nicht extra kurz „hochgefahren“ sondern der Motor hält den Druck permanent oben.
Warum muss man eigentlich immer so was schreiben?
Man kann doch auch einfach sagen, dass ein eMüllwagen beim Fahren viel leiser ist und natürlich auch keine Emissionen ausstößt. Aber nein – einfach noch ne G’schichte ausm Paulanergarten oben drauf. Sorry sowas ärgert mich.
M. meint
Sorry, aber du redest Blödsinn.
Es gibt einen Grund, warum die Motoren bei Fahrzeugstillstand wieder hochdrehen. Und das tun sie.
Weiter gehe ich nicht drauf ein.
Fritz B. meint
@ eBikerin
Wenn ein LKW technische Geräte, gleich ob Müllwagen,
Schüttgut-Container oder ähnliches als Aufbau antreibt, muß die
Hydraulikpumpe für die Bewegung des Aufbaus einen ERHEBLICH
größeren Druck leisten, als das was der Motor mit Standgas
aufbringen kann.
Ein Kranaufbau oder Hydraulikschwenkarm z.B. benötigt einen
Arbeits-Hydraulik-Druck von 300 bar. Bei Standgas ist der Öldruck
je nach Aufbau 40-60 bar.
Ein Müllwagen mit Abfallbehälter-Hebearm benötigt einen Hydraulikdruck
von 220 bar. Im Ruhemodus ist der Öldruck 20 bar.
Jörg2 meint
Ich hab keine Ahnung, was der Motor da anzutreiben hat, kann der Darstellung (Hochdrehen im Stand, natürlich Hochdrehen für die nächsten 20 Fahrmeter) voll umfänglich zustimmen. Ich erlebe das auch so.
Natürlich kommt da noch mehr dazu, früh 05:55, wenn die „Herren“ vorfahren: Einfahrtstore aufreißen und zufallen lassen, Tonnenrollen auf Kopfsteinpflaster, lautstarke Auswertung der letzten Nacht….