Denza, eine Tochter des chinesischen Stromer-Riesens BYD mit Premium-Ausrichtung, wurde im Rahmen einer Veranstaltung in Paris offiziell als weltweite Marke eingeführt. Dabei stellte man den sportlichen Shooting Brake Z9GT und den luxuriösen Minivan D9 DM-i als erste globale Modelle vor.
„‚Technology Drives Elegance‘ ist die Definition des neuen Premium-Konzepts von Denza: Hier schafft fortschrittliche Technologie, die nahtlos in den Alltag integriert ist, ein saubereres, einfacheres und angenehmeres Fahrerlebnis“, so Stella Li, Executive Vice President von BYD. „Hinter dieser Philosophie steht die Stärke von 120.000 Ingenieuren bei BYD, die stets die Grenzen des Möglichen erweitern. Wir glauben, dass es an der Zeit ist, dass Menschen weltweit von Technologie inspiriert werden, und Denza ist einzigartig positioniert, um dies zu verwirklichen.“
Der Z9GT ist erhältlich als vollelektrische Variante (115.000 Euro) und als „Super-Hybrid DM“ mit Plug-in-Hybridantrieb (101.000 Euro). Angetrieben von einem Dreimotorsystem kann er in 2,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen. Zu den Technologien im Fahrzeug gehören ein großes 50-Zoll-Augmented-Reality-Head-up-Display, ein 17,3-Zoll-Infotainmentsystem sowie zwei weitere 13,2-Zoll-Bildschirme – einer für das Armaturenbrett des Fahrers und der andere, über den der Beifahrer auf das Unterhaltungssystem zugreifen kann.
Der Van D9 DM-i kommt laut dem Hersteller mit Platz für sieben 1,80 Meter große Erwachsene, sieben 20-Zoll-Handgepäckkoffer und sieben Business-Rucksäcke zu den Kunden. Sein teilelektrischer DM-i-Antriebsstrang biete Allradantrieb, eine rein elektrische Reichweite von 210 Kilometern und eine kombinierte Reichweite von 950 Kilometern bei voller Batterieladung und vollem Benzintank. „Diese Eigenschaften machen den Denza D9 DM-i zum ultimativen Oberklasse-MPV für den Einsatz in der Stadt und auf langen Reisen“, heißt es. Preise werden noch nicht veröffentlicht, auch noch keine Interieur-Bilder der Europa-Version.
Die neuen Denza-Stromer bringen das „Flash Charging“ von BYD nach Europa. Mit einer Ladeleistung von bis zu 1500 kW basiert diese Technologie auf der zweiten Generation von BYDs „Blade“-Batterie. Die Technologie ermöglicht eine Aufladung in 5 Minuten von 10 auf 70 Prozent und in 9 Minuten von 10 auf 97 Prozent. Selbst bei Temperaturen von bis zu -30 Grad Celsius gelinge die Aufladung in 12 Minuten von 20 auf 97 Prozent, versprechen die Entwickler. BYD nutzte die Veranstaltung in Paris, um Pläne für 6000 Flash-Charging-Stationen außerhalb Chinas innerhalb der nächsten zwölf Monate anzukündigen, darunter 3000 in Europa.
Die Markteinführung von Denza in Europa erfolgt zunächst in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Großbritannien. Anschließend will die Marke sich rasch auf dem gesamten Kontinent ausbreiten. Bis Ende des Jahres ist eine Präsenz in mindestens 30 Ländern geplant, sie soll 2026 mindestens 150 Verkaufsstellen umfassen. „Durch die Verbindung der technischen Kompetenz der BYD Gruppe mit einer maßgeschneiderten, hochwertigen DNA und einem erstklassigen Kundenerlebnis ist Denza bereit, einen bedeutenden Schritt nach vorn bei der Einführung nachhaltiger Mobilität mit neuen Energien zu machen“, erklärt die Marke.




















Jörg2 meint
Ich halte es für eine gute Idee von BYD, seine Händlerstandorte (oft Mercedes-Händler) mit solcher, wohl auch zukünftig „ausreichenden“, Ladetechnik auszustatten.
Wenn man denen eh Ladetechnik verpasst, dann ja wohl eher die neuste.
BYD ist natürlich nicht der Erste, der so im deutschen/europäischen Markt vorgeht (fortschrittliche Ladeinfrastruktur als erstes an den eigenen Händlerstandorten).
M. meint
Die anderen „Destination Charger“ kommen meist auf bis zu 22 kW. Was nicht viel nutzt bei 11 kW Ladeleistung. Das beeindruckt…
Übrigens, was Ladestationen an eigenen Händlerstationen angeht: es weiß ja jeder, auf wen du anspielst, aber du liegst falsch. Schon alleine deswegen, weil man lange Zeit keine „Glaspaläste“ zu brauchen glaubte. Deswegen waren andere dort schneller.
Auch BYD wird am Stromnetz nichts drehen können, solange man keine riesigen Batterien als Puffer bauen will, die 95% der Leistung liefern. Netzanschluss ist Netzanschluss. Und Leistung kostet dort. Das macht kein Händler.
Besser-BEV-Wisser meint
BYD wird einen langen Atem brauchen. Sie haben weder ein Premium Image noch Fans (ala Tesla).
Aber mit ihrem Technologievorsprung (und Kostenvorsprung) bei der Batterie könnten sie tatsächlich Markanteile gewinnen. Vor allem wenn es in erschwinglichere Modelle verbaut wird.
Und die schnellen Ladezeiten in Kombination mit billiger Batterietechnik hat das Potential Kunden zu erobern die Laden-wie-Tanken wollen. Davon gibt es viele.
In Märkten ohne etablierte Heimat-Hersteller wir es auf jeden Fall ankommen (z.B. CH oder NL). Erst recht in Norwegen, da gibt’s noch nicht mal Strafzoll…
Wer wettet dagegen?
M. meint
Ich finde es ja schon lustig, dass der nächste Akteur seinen eigenen Ladeanschluss mitbringt und dafür seine Exklusiv-Infrastruktur aufbauen muss. Bei Tesla verstand ich das noch. Damals gab es nichts, und den anderen Marktteilnehmern war der Vorteil eines 1-phasigen Anschlusses in einer 3-phasigen Welt nicht zu vermitteln. Der Ausgang ist bekannt.
Bei Nio verstand keiner die Sinnhaftigkeit von Wechselbatterien, so dass es bisher 10 oder 15 Stationen in Deutschland gibt – Ausgang offen, aber tendenziell wird das eher nichts.
Jetzt BYD, die ihre aktuellen Fahrzeuge problemlos in die vorhandene Infrastruktur integrieren können, dieses Auto aber nicht.
Hier baut man etwas neues, mit viel Geld. Und wozu?
Nicht falsch verstehen: 10-70 (warum gibt es keine 10-80 Zeit?) in 5 Minuten ist technisch absolut beeindruckend. Das kommt halt rais, wenn man Ingenieure (und keine Zahnärzte oder Gärtner) mal machen lässt. Aber welches Problem löst das?
Diese Autos sind in einer Preisklasse und Größe, die Normalbürger schlicht nicht interessiert. Vielleicht in 10 Jahren aus dritter Hand – abwarten. Im Kleinwagen für 20k€ wäre die Ladezeit ein Argument, aber auf der Langstrecke, wenn nach 3,5 Stunden Fahrt endlich mal eine Pause ansteht – dann interessiert es doch keinen Menschen, ob das 7 Min. (geschätzt für 10-80) oder 18 Min. dauert. Ich lass‘ mich doch nicht vom Auto hetzen…
D9 übrigens, dass da 7 Menschen mit 1,80m reinpassen… da hoffe ich für BYD mal, dass ein paar davon auch 2m haben können, sonst würde ich das als gescheitert ansehen.
brainDotExe meint
Ich hoffe dass, wenn BYD oder jemand anderes versucht mit einem proprietären Ladestandard/Stecker auf den europäischen Markt zu kommen, die EU da einen Riegel vorschiebt.
Die Zeiten von proprietären Lösung sind lange vorbei, es gibt CCS und gut.
Jörg2 meint
brain
Die Nachrichtenquellen rund um dieses BYD-Ladethema sind frei zugänglich.
Deine Befürchtungen sind unbegründet.
EdgarW meint
Er kommt mit CCS, siehe Abbildung 16 bei Electrive.
Wie sie damit 1.500 kW realisieren wollen, ist mir nicht klar – wir werden sehen.
M. meint
Ah, danke.
Naja…. mir auch nicht. Aber z.B. flat 500 kW ist ja auch nett. Das wären 9 Minuten für 75 kWh, an 400 kW unter 12. Und das ist wirklich stressig genug.
Jörg2 meint
Die 1,5kW werden in Europa wohl nur erreicht, wenn das Fahrzeug zwei Kabel aufnehmen kann.
Die europäischen Regularien rund um Stecker etc. begrenzen.
Spannend finde ich die Entwicklung auf Batterieebene. BYD hat ja mit den bisherigen Europa-Modellen nicht so wirklich Winter-Schnellladefähigkeit verkauft.
Ladeschnelligkeit und Wintertauglichkeit sind da ein weiterer Schritt in Richtung „passt auch für Mieter ohne eigenen Stellplatz“.
M. meint
Dann wird der Mieter wohl warten müssen, bis der gebrauchte Z9GT in 4-stellige Preisregionen gerutscht ist.
Oder bis der nächste Dolphin die Batterie bekommt.
Dann aber mit größerer Reichweite, und Strom nicht für 79ct (am innerstädtischen HPC1500 natürlich), sonst geht die Rechnung nicht auf.
Thorsten 0711 meint
Entfernt. Bitte verfassen Sie konstruktive Kommentare. Danke, die Redaktion.
David meint
Da muss ich sagen, es ist mir absolut schleierhaft, wie einige Berater ruhigen Nachtschlaf finden können, nachdem sie den Chinesen diese Strategie für Europa empfohlen haben. Wenn man erst eine eigene Infrastruktur teuer und mit langfristigem Planungsvorlauf aufbauen muss, um den einzigen Vorteil eines Fahrzeugs zu erfahren, das alleine vom Preisniveau her keinen großen Markt erwarten kann, ist das doch kein schlüssiges Konzept. Zudem kennt die Marke keiner, sie hat null Image in einer Preisklasse, wo es nicht mehr um Fakten alleine geht.
Miro meint
Von außen sieht das Auto irgendwie recht langweilig und überhaupt nicht Premium aus (ist nur meine Meinung). Aber bin gespannt auf die Ladewerte.
BEV meint
für den europäischen Markt ist das Design bei BYD noch zu chinesisch