Eine Untersuchung der FAZ. in den Online-Konfiguratoren der fünf europäischen Automobilkonzerne zeigt, dass mittlerweile genau 100 verschiedene Modelle mit rein elektrischem Antrieb angeboten werden. Bei dieser Zählung wurden lediglich die unterschiedlichen Karosserieversionen berücksichtigt, während Varianten bei Motorisierung und Ausstattung unberücksichtigt blieben.
Stellantis bietet auf wenigen Plattformen viele Modelle mit jeweils einer Option für einen E-Antrieb. Das führt dazu, dass dieser Konzern aktuell 38 Modelle mit rein elektrischem Antrieb im Portfolio hat. Volkswagen hat für seine Elektroautos verschiedene Leistungsstufen an Antrieben im Angebot und damit in diesem Bereich eine größere Vielfalt als Stellantis, obwohl die Zählung der Elektro-Modelle nur bis zur Zahl von 26 reicht.
Burkhard Weller, Präsident des Verbandes der Automobilhändler in Deutschland, sieht die Ursachen für die nach Meinung vieler noch mäßigen Absatzzahlen bei E-Autos nicht im Modellangebot. Er führt das bisherige Tempo beim Hochlauf der E-Mobilität vor allem auf die lückenhafte Ladeinfrastruktur, intransparente Strompreise an Ladesäulen sowie die wirtschaftliche Lage zurück.
„Aus Sicht der Autohändler hat der langsame Hochlauf der E-Mobilität weniger mit dem Angebot an passenden Fahrzeugen zu tun“, so Weller. Vollstromer gebe es mittlerweile in jeder Fahrzeugklasse. Neben der Ladeinfrastruktur und den Strompreisen sieht er auch die allgemeine wirtschaftliche Lage als Hindernis. Wer Angst um seinen Arbeitsplatz habe, kaufe kein neues Auto – auch kein elektrisches.

Referendar meint
Meine Rede, Auswahl mehr als genug unter den Europäischen Autobauern. Wer braucht da die Chinesen? Richtig, niemand!
Adrian meint
Konkurrenz belebt den Markt und zwingt EU Hersteller, zu entschlacken und die Aufpreispolitik radikal abzubauen.
Hoffentlich mit möglichst wenig dabei sterbenden Marken…
Future meint
Kunden wollen viel Auswahl haben. Was denn sonst?
Das ist auf dem Grabbeltisch beim Schlussverkauf nicht anders als bei den Autohändlern am Stadtrand. Natürlich wird das bestmmten Akteuren der örtlichen Hersteller nicht gefallen mit den vielen neuen Konkurrenten. Das spielt aber keine Rolle. Marktwirtschaft bedeutet eben Auswahl, Konkurrenz und: ganz viel Wettbewerb. Konsumieren und Kaufen soll doch auch Spaß machen.
David meint
Ich denke, dass alle diese angeführten Gründe einfach nicht stimmen. Damit will ich nicht sagen, dass jemand, der um seinen Arbeitsplatz fürchtet, jetzt doch einen Neuwagen kaufen wird. Sondern, ich will sagen, es geht ja nicht um Nicht-Käufer. Man muss nur das Segment der Käufer betrachten.
Von denen kaufen 75 % kein BEV. Von denen haben aber 70 % einen Firmenwagen. Und damit wäre Ihnen doch völlig egal, wie der sogenannte Ladedschungel aufgebaut ist. Die haben eine Shell Recharge oder eine DKV-Karte und damit ist die Laube fertig. Wir müssen uns auch nicht streiten, ob jetzt noch 10 Millionen Haushalte oder 20 Millionen Haushalte keine Ladesäule haben, obwohl sie eine haben könnten. Aber eins ist klar – selbst die kleinste Zahl, auf die wir uns einigen können, reicht noch für 100 % BEV Neuwagenquote für fünf Jahre.
Wenn man also solche Gründe anführt, um sie dann abzuarbeiten, werkelt man an der falschen Ursache. Der wirkliche Grund ist: Sie haben einfach keine Lust auf Elektroautos. Sie finden die Scheiße. Mehr ist das nicht.