Fast 60 Prozent der Teilnehmer eine Umfrage des Auto-Online-Vergleichsportals Carwow ziehen wegen hoher Spritpreise stärker ein Elektroauto in Betracht. Gleichzeitig würde sich bei langen Wartezeiten ein großer Teil nach schnell verfügbaren Alternativen umsehen.
Die Spritpreise in Deutschland bleiben auf Rekordniveau. Nach einer ADAC-Auswertung kostete ein Liter Super E10 am 17. September im bundesweiten Durchschnitt 2,308 Euro, Diesel 2,471 Euro. Damit erreichten beide Kraftstoffsorten neue Allzeithochs. Die Carwow-Umfrage unter Nutzern der Plattform zeigt: Die hohen Kosten an der Zapfsäule verändern die Kaufabsichten vieler Menschen spürbar – und verstärken den Trend zum Elektroauto.
57,8 Prozent der Befragten geben an, wegen der aktuellen Spritpreise ihr nächstes Fahrzeug stärker als Elektroauto in Betracht zu ziehen. Für 15,4 Prozent ist ein niedriger Verbrauch wichtiger geworden, weitere 10,1 Prozent wollen den geplanten Kauf vorziehen. 16,6 Prozent sehen keinen Einfluss der hohen Kraftstoffpreise auf ihre Entscheidung.
Auch bei der grundsätzlichen Antriebswahl liegt das Elektroauto klar vorn: 66,4 Prozent der Befragten ziehen für ihr nächstes Auto einen reinen Stromer in Betracht. 15,2 Prozent bevorzugen einen Hybrid, während sich 7,8 Prozent für Benzin oder Diesel entscheiden würden. 10,5 Prozent sind noch unentschlossen.
Carwow-Daten bestätigen den Trend
Die Carwow-Daten bestätigen diese Entwicklung. In der vorletzten Woche entfielen 79 Prozent der Fahrzeugkonfigurationen auf Elektroautos, 10 Prozent auf Hybride, 9 Prozent auf Benziner und 2 Prozent auf Diesel. Noch zwei Wochen zuvor lag der Anteil der Elektroauto-Konfigurationen im gleichen Zeitraum bei 72 Prozent im gleichen Zeitraum. Damit ist das Interesse an E-Autos innerhalb von zwei Wochen um sieben Prozentpunkte gestiegen, während die Anteile von Hybriden um zwei und bei Benzinern um drei Prozentpunkte zurückgingen.
„Seit Anfang des Jahres beobachten wir, dass der Anstieg der Kraftstoffpreise einen direkten Einfluss auf das Kaufinteresse an Elektroautos hat. Sobald das Tanken an der Zapfsäule spürbar teurer wird, wie in den letzten zwei Wochen, sehen wir bei uns einen deutlichen Nachfrageschub nach E-Fahrzeugen“, erklärt Carwow-Deutschland CEO Philipp Sayler von Amende. „Eine Umfrage unter unseren Usern bestätigt diesen Trend: Die Kraftstoffpreisentwicklung führt zu einem klaren Umdenken bei der Kaufentscheidung. 58 Prozent sagen, dass sie aufgrund der hohen Spritpreise auf ein Elektroauto umsteigen würden. Die anhaltende Spritpreisexplosion ist aktuell ein sehr starker Treiber für die Nachfrage nach Elektromobilität.“
Neben den laufenden Kosten zählt zunehmend auch, wie schnell ein Fahrzeug verfügbar ist. Für 3 von 5 Befragten ist eine kurze Lieferzeit bei der Wahl des nächsten Autos wichtig. Lange Wartezeiten können damit zur Hürde für den Elektroauto-Kauf werden: Wäre das Wunsch-E-Auto erst in sieben Monaten oder später lieferbar, würden 40,0 Prozent ein schneller verfügbares E-Auto wählen. 38,1 Prozent würden warten. Für 21,9 Prozent hätte eine lange Lieferzeit dagegen weitergehende Folgen: 11,4 Prozent würden sich nach einem Verbrenner umsehen, 10,5 Prozent den Kauf verschieben.

MK meint
Zitat: „Nach einer ADAC-Auswertung kostete ein Liter Super E10 am 17. September im bundesweiten Durchschnitt 2308 Euro, Diesel 2471 Euro.“
Und ab einer ganzen Tankfüllung gibt es einen Neuwagen gratis dazu? ;)
@Redaktion: Hier fehlt wohl ein Komma…
Redaktion meint
Danke für den Hinweis – aktualisiert!
VG | ecomento.de
F. K. Fast meint
> Nach einer ADAC-Auswertung kostete ein Liter Super E10 am 17. September im bundesweiten Durchschnitt 2308 Euro, Diesel 2471 Euro.
Wow, dass die Preise so stark gestiegen sind, war mir gar nicht bewusst.
Daniel S meint
Jetzt wo einigermassen bezahlbare BEV verfügbar werden sind lange Lieferfristen ein Problem. Man muss dringend Produktionskapazitäten vergrössern für BEV statt Werke zu schliessen.
Ossisailor meint
Bitte korrigieren Sie die Spritpreise mit einem Komma.
Miro meint
Vielleicht kommt es mir nur so vor oder es ist Zufall, aber ich sehe in ländlichen Bereichen oft am Straßenrand Autos mit einem „Zu Verkaufen“ Zettel am Auto. Also Verbrenner versteht sich.
Elektrofan meint
Hallo,
bei den Preisen pro Liter Benzin und Diesel fehlt das entscheidende Komma nach der Zahl 2.
Bitte korrigieren.
Redaktion meint
Danke für den Hinweis – aktualisiert!
VG | ecomento.de