Shell unterstützt Amazon beim Ausbau elektrischer Schwerlasttransporte in Deutschland. Hierfür nutzt der E-Commerce-Riese die öffentlichen Hochleistungsladehubs des Energiekonzerns in Hannover, Kirchheim und künftig auch in Koblenz.
Shell stellt an den Standorten auf die Anforderungen des Schwerlastverkehrs ausgelegte Hochleistungsladeinfrastruktur bereit. Die flüssigkeitsgekühlten, reservierbaren Ladepunkte bieten Ladeleistungen von bis zu 400 kW und sollen kurze Ladezeiten sowie eine hohe Fahrzeugverfügbarkeit im täglichen Logistikbetrieb ermöglichen.
An ausgewählten Standorten werden Amazons Transportpartner zudem exklusiv das von Shell entwickelte Pilotprojekt „Home-away-from-Home“ nutzen. Damit sollen Flottenbetreiber Ladefenster im Voraus reservieren und Ladevorgänge besser in ihre Transportplanung integrieren können. So soll sich öffentliches Laden effizient mit Routenplanung, Fahrzeugverfügbarkeit sowie den gesetzlichen Lenk- und Ruhezeiten abstimmen lassen.
Der Zugang zur Ladeinfrastruktur und die Abrechnung erfolgen über die Shell Card. „Flottenkunden erhalten damit eine integrierte Lösung für Zugang, Bezahlung und Management innerhalb von Shells wachsendem Ladenetzwerk für schwere Nutzfahrzeuge in Europa, das derzeit über 150 Lkw Ladehubs umfasst“, wirbt das Unternehmen.
„Mehr Flexibilität und Planungssicherheit“
„Die Elektrifizierung des Schwerlastverkehrs erfordert zuverlässige und einfach nutzbare Ladeinfrastruktur entlang der wichtigsten Transportkorridore“, sagt Melanie Falkenstern, Head of Fleet Solutions DACH bei Shell. „Die Zusammenarbeit mit Amazon zeigt, wie öffentliches Hochleistungsladen den Einsatz elektrischer Lkw im täglichen Betrieb unterstützen kann. Mit unseren Ladehubs, der Shell Card und Angeboten wie Home-away-from-Home schaffen wir Lösungen, die mehr Flexibilität und Planungssicherheit bieten.“
Amazon gehört zu den größten Abnehmern von Elektro-Lkw in Europa. Derzeit sind Unternehmensangaben nach mehr als 45 mit Strom betriebene Schwerlastfahrzeuge in seinem Transportnetzwerk in Deutschland im Einsatz. „Durch die Einbindung des öffentlichen Ladenetzes von Shell in sein Logistiknetzwerk kann Amazon den weiteren Ausbau der Elektro-Lkw-Flotte vorantreiben“, heißt es von dem US-Konzern.
„Während wir weiterhin Elektro-Lkw in unser Transportnetzwerk integrieren, ist ein zuverlässiger Zugang zu Hochleistungsladeinfrastruktur unverzichtbar“, erklärt Andreas Marschner, Vice President of Worldwide Sustainable Operations bei Amazon. „Die Zusammenarbeit mit Shell erweitert unsere Ladeoptionen auf wichtigen Routen in Deutschland. Die Möglichkeit, Ladezeiten im Voraus zu reservieren, erleichtert es, Touren, Ladehalte und Fahrerpausen noch zuverlässiger zu planen.“

Jörg2 meint
Habe ich es überlesen oder wie muss ich mir das vorstellen?
Ok, der Dispatcher (oder der Fahrer) hat die Möglichkeit, „seine“ Säule (für ein Zeitfenster?) zu reservieren.
Wenn die Zufahrt zu dieser Säule physisch nicht sperrbar ist, könnte da trotzdem bei Ankunft jemand anderes an der Säule stehen. Der bekommt dann eventuell keinen Strom (oder wenn er schon am Laden war, keinen Strom mehr). Und dann „diskutieren“ die beiden Fahrer das vor Ort aus?
Wie groß ist dann diese Zeitfenster? Geplante Ankunftszeit minus 45 Minuten? Damit ein ladender Lkw nicht zwangsbeendet werden muss?
Da bin ich echt gespannt, ob solch Lösung Einzug hält.
Wenn ich mich recht entsinne, wollte Porsche das für ihre schnell-und-weit Fahrer im Pkw-Bereich mal einführen. Ich konnte bisher nicht bemerken, dass das in die Umsetzung kam.
Wir brauchen „einfach“ viel höhere Ladeleistungen und also kürzere Ladezeiten um solche Dinge nicht notwendig zu haben.
eBikerin meint
„Wir brauchen „einfach“ viel höhere Ladeleistungen und also kürzere Ladezeiten um solche Dinge nicht notwendig zu haben.“
Was nützen kürze Ladezeiten, wenn der LKW 30 Minuten stehen MUSS?
MichaelEV meint
Wenn jemand an einer Ladesäule leer ausgeht, ist die naheliegendste Lösung wohl „weiterziehen“.
Blockaden sind immer ein Problem – egal ob eLKW, Verbrenner-LKW oder sonst was.
Mehr Leistung für Kunden, die vorgeschriebene Pausen haben, ist offensichtlich das Gegenteil einer Lösung!
Die Lösung sind mehr Ladepunkte (und Leistungsteilung, v.a. auch bzgl. von Blockaden), während deine „Lösung“ Probleme vergrößert und implizit weniger Ladepunkte bedeutet.
Stefan meint
Bei 400 kW kann eine Ladung durchaus mal 60 Minuten dauern.
Für deutlich mehr als 400 kW wird ja inzwischen MCS aufgebaut.
Mäx meint
Ich meine beim Elektrotrucker mal gesehen zu haben, dass dann eine Schranke nahe der Säule gebaut wurde, die die Durchfahrt sozusagen verhindert.
Wenn man dann nicht gerade einen Nasenlader hat (den ja quasi kein LKW hat) wäre es nicht möglich zu laden.
Außerdem könnte die Säule die Ladung nicht freischalten, also Chip dran halten nichts passiert. Dann bleibt der Fahrer wohl kaum da stehen, alleine schon weil er es streng genommen nicht dürfte.
Über das Prozedere muss man sich natürlich Gedanken machen; wie viel vorher etc.
So richtig sehe ich aber auch keine Zukunft dafür.
Evtl. um über Nach am Parkplatz zu laden, aber dann muss das eben auch jemand überwachen/verhindern usw.
MK meint
@Jörg2:
Zum einen gibt es bei LKW wie von eBikerin schon angemerkt ja feste Lenkzeiten. was bringen schnellere Ladezeiten also bei den vorgegebenen Mindeststandzeiten? (übrigens sogar 45 Minuten, die man zwar grundsätzlich aufteilen darf, was die meisten aber nicht tun)
Der zweite Punkt ist: PKW-Fahrer sind die Flexibilität gewöhnt (und wollen sich oftmals einreden, dass sie „pünktlicher“ als mit der Bahn wären, was in der Regel nicht stimmt). LKW-Fahrersind es gewohnt, auch an jedem Be- und Entladeort auf die Minute genau Zeitfenster zu buchen (Marktführer ist hier das System „Cargoclix“…ein Wunder eigentlich, dass die Ladesäulen noch nicht integriert haben…). Die Akzeptanz, sich in einem von jemand anderem vorgegeben System (sogar gegen Bezahlung) einen Zeitslot zu reservieren, auch mit dem Risiko, diesen durch einen Stau zu verpassen und dann auch mal 24 Stunden auf den nächsten freien Slot warten zu müssen (und auch mal ein paar Minuten zu warten, wenn die Entladung der Ware oder halt das Aufladen eines Akkus beim vorherigen ein paar Minuten länger dauert), gibt es also bei Speditionen und Fahrern längst.
Jürgen meint
Das Aufmacher-Bild ist die Krönung… Linksverkehr in Deutschland ?!
Das Bild stammt m.E. von einer anderen Mitteilung aus UK im Sommer des Jahres (da passt es dann hin). Dort wurde als Autor des Bildes Amazon und nicht Daimler genannt…
Qualitätsjournalismus….
Future meint
Mehrere Presseabteilungen nutzen identische Bilder. Das ist nicht weiter ungewöhnlich. Portale wie dieses hier bedienen sich gern bei den Pressefotos, denn diese sind honorarfrei nutzbar. »Autoren« sind die Presseabteilungen oder Portale trotzdem nicht, sie sind allesamt Nutzer, denn das Urheberrecht bleibt beim Fotografen. Aber wozu nun die ganze Empörung über den »Qualitätsjournalismus«, Jürgen? Hier wird doch nur eine PR-Meldung eines Unternehmens wiedergegeben, damit du besser imformiert bist über Shell und Amazon.
eBikerin meint
Tja wenn das dein einziges Problem ist.
Aber ich kann dich beruhigen – hier findest du das Bild auch – und zwar November 2025
https://www.daimlertruck.com/newsroom/pressemitteilung/mercedes-benz-eactros-600-fuer-amazon-in-uk-unterwegs-53264429
Horst Feuser meint
„Vordrängeln“ gilt nicht… wenn man das zu Ende denkt ist das Laden auf der Strecke für Lkw (noch) der Flaschenhals
MichaelEV meint
Wenn man das zu Ende denkt, gibt es bei verschiedensten Themen Zeiträume, wo Nachfrage die Kapazitäten übersteigt. Genau dafür gibt es Reservierungen…