Die Renault Group und der Technologiekonzern John Cockerill haben mit dem Forefront Concept ein unbemanntes Bodenfahrzeug vorgestellt, das für militärische und zivile Anwendungen konzipiert ist. Die ferngesteuerte Plattform soll Einsätze in risikoreichen oder schwer zugänglichen Gebieten ermöglichen. Zu den technischen Merkmalen gehören Allradantrieb, Allradlenkung und zwei Elektromotoren, die eine hohe Mobilität und Geländegängigkeit gewährleisten sollen.
Die angestrebte Reichweite des geräuschlosen Fahrzeugs liegt bei rund 400 Kilometern und lässt sich durch einen Verbrennungsmotor als „Range Extender“ erweitern. Mit einer geplanten Nutzlast von bis zu einer Tonne soll sich die Plattform für militärische Aufgaben wie logistische Unterstützung, Aufklärung, Drohnenabwehr, Feuerunterstützung und Evakuierungen eignen. Im zivilen Bereich sind unter anderem Anwendungen im Katastrophenschutz, in der Logistik sowie in gefährlichen oder beengten Arbeitsumgebungen vorgesehen.
Bei der Entwicklung bündeln die beiden Unternehmen ihre jeweiligen Kompetenzen. Die Renault Group verantwortet die mobile Plattform und setzt dabei auf modulare Architekturen, bewährte Automobilkomponenten sowie ihre Erfahrung mit elektrischen Antrieben und Batterien. Durch die Berücksichtigung von Entwicklungs- und Fertigungskosten sowie Produktionsabläufen soll eine wirtschaftlich wettbewerbsfähige Plattform entstehen, die sich schnell in Großserie produzieren lässt.
John Cockerill steuert seine Expertise in der Verteidigungstechnik bei und hat die Fernsteuerungs- und Autonomiefunktionen für komplexe Einsatzumgebungen entwickelt. Dazu gehören modulare und skalierbare Lösungen, die einen vollständig autonomen Betrieb unter Gewährleistung der Systemsicherheit ermöglichen sollen. Zudem brachte das Unternehmen seine Erfahrung bei der Integration militärischer Missionssysteme sowie bei der Verbesserung von Robustheit und Überlebensfähigkeit ein.
Das Forefront Concept entstand unter Mitwirkung der französischen Streitkräfte und soll in den kommenden Wochen mehrere Übungen und Testläufe absolvieren. Die dabei gewonnenen operativen Rückmeldungen sollen zur weiteren Optimierung des Konzepts beitragen. Gleichzeitig soll die Plattform die Überlegungen der Streitkräfte zu veränderten Einsatzbedingungen und neuen Anforderungen an robotergestützte Fähigkeiten unterstützen.
François Provost, CEO der Renault Group, verweist auf das industrielle und technologische Know-how seines Unternehmens sowie die erwarteten zivilen und militärischen Anwendungsmöglichkeiten unbemannter Bodenfahrzeuge. John-Cockerill-CEO Jean-Luc Maurange betont die Verbindung von Mobilität, Autonomie und taktischer Kommunikation durch eine modulare, offene und skalierbare Architektur. Diese soll die operativen Fähigkeiten verbessern und zugleich die Gefährdung von Soldaten verringern.





