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Roland Berger: „Autohersteller stehen unter höchstem Druck“

27.04.2017 in Autoindustrie von Thomas Langenbucher | 17 Kommentare

Roland-Berger-Elektroauto-2017

Bild: Audi

„Die Dinge verändern sich schneller als, es den meisten lieb ist. Die Autohersteller stehen unter höchstem Druck, sich an die neue Welt anzupassen.“ Wolfgang Bernhart und Norbert Dressler, Partner und Automotive-Experten beim Beratungsunternehmen Roland Berger, erklärten in einem längeren Interview mit dem Manager Magazin, wie der Wandel durch die Digitalisierung und Elektrifizierung die Autoindustrie verändern wird und was Hersteller tun sollten, um nicht ins Hintertreffen zu geraten.

Bei dem Thema dürfe man trotz aller Dringlichkeit „Eins nie vergessen“, so Bernhart: „Disruption ist unaufhaltsam, aber sie dauert. Technisch und von den Kosten her wären batterieelektrisch angetriebene Autos wahrscheinlich ab 2022 wettbewerbsfähig“. Auch das Autonome Fahren könne zu diesem Zeitpunkt „in begrenzten Regionen oder Städten“ funktionieren. „Aber das wäre nur ein Startpunkt. Die Strukturen der Autoindustrie werden sich nicht binnen fünf Jahren auflösen.“ Disruption brauche „in der Regel ein, zwei oder sogar drei Produktzyklen“, Beispiel Mobiltelefon: Dies „verschwand auch nicht direkt vom Markt, als das erste Smartphone in den Handel kam“. Und bis nun die Automobilbranche „wirklich nicht mehr wiedererkennbar ist, vergehen vielleicht noch 30 Jahre.“

Dennoch gelte: „Wer sich nicht jetzt schon intensiv darauf vorbereitet, was die Kunden 2025 und erst recht 2030 an Technologien und neuen Angeboten wollen, der wird langfristig keine Chance haben.“ Ohne eine „massive Elektrifizierung“ hätte ein Autohersteller sogar „spätestens ab 2020 keine Chance mehr“. Roland Berger habe „klare Systemveränderungen“ ausgemacht, und „gerade beim Thema Elektromobilität“ sei „der Point of no return überschritten.“

Nicht unterschätzen dürfe man, welchen „Einfluss die großen Städte haben werden“, so Dressler: „Wenn Peking, London, Paris oder auch Singapur plötzlich nur noch Elektroautos zulassen, dann erhöht das den Druck auf die Hersteller ungemein“. Ähnliches gelte „für das autonome Fahren: lassen die Metropolen weiter Individualverkehr zu, oder gestatten sie nur noch oder fast nur noch Modelle wie autonom fahrende Sammeltaxis?“

Dressler gibt zu bedenken, ob es wirklich sinnvoll ist, dass Technologien „doppelt und dreifach“ entwickelt werden: „Ob es notwendig ist, parallel zum Elektroantrieb die Brennstoffzelle oder den Gasantrieb weiterzuentwickeln. Ob man die Investitionen in die Übergangstechnik Plug-in-Hybrid nicht besser zurückfährt.“

Das ausführliche Interview finden Sie beim Manager Magazin

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Via: Manager Magazin
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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Ash Ketchum meint

    28.04.2017 um 18:03

    „Disruptionen sind unaufhaltsam“
    Soweit hat der Mann Recht. Aber von der Zeit her irrt er sich stark.
    Die Autoindustrie wird bereits 2025 kaum wiederzuerkennen sein.

  2. Peter W meint

    28.04.2017 um 17:35

    Über den Sinn Technologien doppelt und dreifach zu entwickeln wird oft diskutiert. Aber man sollte sich darüber im klaren sein, dass nur durch die kreative Neuentwicklung kleiner Gruppen wirkliche Innovationen entstehen. Wer soll denn bestimmen an welchem Ansatz weiterentwickelt wird? Sollen wir bald alle Elektrotrabbis fahren? Das würde nämich herauskommen, wenn einer bestimmen würde was entwickelt werden muss.
    Wir müssen dem Geist freie Entfaltung gewähren, und das geht nur, wenn viele das gleiche Ziel vor Augen haben, aber den Weg dorthin selbst bestimmen.
    Kreativität kann man nicht erzwingen indem man alle klugen Köpfe zur Zusammenarbeit zwingt.

  3. newchie meint

    27.04.2017 um 22:18

    Wenn man bedenkt mit welchen teilweise üblen Marketingstrategien die letzten 3 Jahre versucht wurde die E-Mobility kaputt zu reden habe ich heute keinerlei Mitleid mit BMW und co.
    Entweder sie machen es JETZT oder sie sind bald Geschichte!

  4. Erkenntnissuchender meint

    27.04.2017 um 16:23

    So lang, wie Ihr meint, dauert´s net mehr!

  5. kritGeist meint

    27.04.2017 um 13:55

    „ob es wirklich sinnvoll ist, dass Technologien „doppelt und dreifach“ entwickelt werden: „Ob es notwendig ist, parallel zum Elektroantrieb die Brennstoffzelle oder den Gasantrieb weiterzuentwickeln. Ob man die Investitionen in die Übergangstechnik Plug-in-Hybrid nicht besser zurückfährt.“
    = Schade, dass diese Erkenntnis nicht schon länger bei allen anderen angekommen ist. Hätte man v.a. Hybrid & E-Technik entwickelt, wären wir schon weiter & preislich attraktiver. Auch das Thema Infrastruktur & Batterie-Fabriken in der EU, wäre schon weiter.
    Lars Thomsen hat es schon 2012 vorhergesagt, am Bsp. von Nokia & dem „Wochenzyklus“.

  6. Sebastian meint

    27.04.2017 um 12:23

    Experten haben mal für mehrere Millionen Euro eine Untersuchung gemacht, warum Aldi und Lidl so erfolgreich sind. Als Ergebnis kam heraus, das es am Preis der zu verkaufenden Produkte liegt.

    • Fritz! meint

      27.04.2017 um 18:57

      Nein, nicht möglich!

    • Leonardtronic meint

      27.04.2017 um 23:09

      Die Discounter haben ein überschaubares Angebot. Ich kann es mir merken wo ich was finde. Dort dauert der Einkauf keine Stunde oder mehr wie bei Kaufland oder den anderen Großen. Einfach unübersichtlich. Das ist das Erfolgsgeheimnis und gute Preise auch.

  7. lo meint

    27.04.2017 um 10:55

    Ich fahre seit 2 Jahren elektrisch und werde (versuchen) mir nie wieder einen Verbrenner oder PHEV zu kaufen. Egal was Experten voraussagen.

    • Leonardtronic meint

      27.04.2017 um 23:14

      Auch ich fahre seit einem Jahr elektrisch und mein alter Diesel bekommt Standrost. Letztens musste ich ihn wieder nehmen. Der TÜV war wieder fällig :-)
      Ist auch mein letzter Verbrenner.

  8. Landmark meint

    27.04.2017 um 09:42

    >>>„Die Dinge verändern sich schneller als, es den meisten lieb ist. Die Autohersteller stehen unter höchstem Druck, sich an die neue Welt anzupassen.“<<<

    Das ist wie früher in der Schule, wenn der Lehrer einen Hausaufgabe abgab, die in 3 Wochen fällig war. Erst war man ruhig und beachtete die Aufgabe nicht und dann am letzten Tag, war dann Panik angesagt…

    Die Verbrennerhersteller haben jede Entwicklung geblockt und nun ist Panik, da habe ich kein Mitleid.

    • Sebastian meint

      27.04.2017 um 12:27

      Untätigkeit kann man den Herstellern nicht gerade vorwerfen. Die machen doch aktuell lustige, nach außen laufende Blinkleuchten. Dazu wird der Diesel immer sparsamer. Und das liebste Fetisch ever, die wichtigen Spaltmaße werden schon fast religiös gehätschelt.

      • Fritz! meint

        27.04.2017 um 18:59

        Also, wenn Audi irgendwas kann, dann Licht. Diese Blinker sind ein Traum, es macht Spaß, daß Auto vor einem blinken zu sehen. Leider muß man es auch riechen und die giftige Luft einatmen, aber Licht können sie, die bei Audi…

        • Sebastian meint

          27.04.2017 um 23:00

          Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion.

        • Leonardo meint

          28.04.2017 um 12:29

          Diese Blinker sind für die „Geration Knight Rider“ das coolste. Haben die auch das rote Licht vorne im Kühlergrill?
          ☺☺☺

        • Fritz! meint

          28.04.2017 um 17:57

          Und ich bin noch nicht mal Generation „Knight Rider“, dafür eigentlich zu alt.

  9. 200kw meint

    27.04.2017 um 09:36

    „Ein Experte ist ein Mann, der hinterher genau sagen kann, warum seine Prognose nicht gestimmt hat.“ – Peter Harz

    Mensch diese „Experten“ die allwöchentlich das gleiche runterbeten kann ich nicht mehr hören.

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