Der vorzeitige Umstieg auf ein elektrisches Auto ist aus Klimasicht fast immer besser als die Weiternutzung eines Verbrenners. Das ist eines der Ergebnisse einer Klimabilanz-Analyse des Instituts für Umweltforschung (Ifeu).
Zusätzliche Herstellungsemissionen des Elektro-Pkw würden relativ schnell von den Einsparungen in der Nutzungsphase kompensiert, erklären die Forscher laut dem Portal Autohaus. Nur für Halter ausgeprägter „Garagenwagen“ mit einer Jahresfahrleistung von weniger als 3.000 Kilometern sei es ökologisch sinnvoller, beim Verbrenner zu bleiben.
Die Wissenschaftler haben für die Berechnungen die CO2-Emissionen bei Herstellung und Betrieb von Benzinern, Diesel, reinen Batteriefahrzeugen und Plug-in-Hybriden verglichen. Dabei wurde auch die Bilanz sowohl der Strom- als auch der Kraftstoffbereitstellung berücksichtigt, ebenso die der Entsorgung.
Über den gesamten Lebenszyklus schnitt das Elektroauto bei der Analyse um mehr als 50 Prozent besser ab als konventionelle Verbrenner. Bereits nach 45.000 Kilometern Fahrt hat es seinen „CO2-Rucksack“ aus der Batterieproduktion gegenüber dem Benziner ausgeglichen. Den Diesel schlägt das E-Auto nach 25.000 Kilometern. Selbst bei niedrigen Lebensfahrleistungen sei ein Vollstromer also klar im Vorteil, so die Studie.
Besser-BEV-Wisser meint
Warum kaufen die Leute eigentlich noch Verbrenner?
Weil man vielleicht spezielle Anforderungen hat wo es kein vergleichbares E-Auto für vergleichbares Geld gibt: Wohnwagenbesitzer, Langstreckenraser und Kleinstwagenkäufer
Oder wenn Du gar keine Lademöglichkeiten (Zuhause, Arbeitgeber, Einkaufen) in denen Alltag einbauen kannst…
Ansonsten ist es reine Verblendung oder die Angst vor Neuem.
Gerry meint
Wobei Letzteres am häufigsten ist 😉👍.
Mike meint
Oder weil sie es so kennen und zu faul sind, sich umzugewöhnen.
Monica meint
<>
solche Bemerkungen bringen uns nicht weiter, nur weil jemand aktuell kein BEV kauft oder eingeplant hat, sind das keine Arm leuchter. Vl. ist jetzt einfach nicht der Zeitpunkt für eine Veränderung – egal ob neu, neu-gebraucht oder etwas älter. Ich fahre seit 2016 elektrisch und hab dennoch zum Jahreswechsel einen Diesel gekauft. Warum? Weil der Pickup 3,5t ziehen muss und es eben nix elektrisches dafür gibt. Ebenso gibt es keine gescheiten Kastenwagen oder Personentransporter für 9 Personen elektrisch.
Klar, wer nur stumpf von A nach B mit seiner Sporttasche, Laptop etc. muss, der wird schon was elektrisches finden, sofern er zur 10% Finanzelite gehört. Aber selbst von den Gutverdienern entscheiden sich nur ein Bruchteil für ein BEV.
volsor meint
Ah , nur 10% der Finanzelite können sich E-Autos leisten.
Ich wusste nicht , das ich zu den Superreichen in Deutschland gehöre.
Monica meint
Ab 70K brutto p.a. zählt man hier zu dem Spitzensuperduper Leuten. Und wenn man sich das neu gewählte Regierungskasperle Theater anschaut, sollen genau diese Bonzen zukünftig noch mehr abdrücken. Weil 1.000 Mrd. Euro Steuereinnahmen letztes Jahr waren einfach zu wenig. Von so wenig Geld kann man keine Brücken oder Schulen sanieren.
In so einem Umfeld ist es zwangsläufig so, das man eben sein „altes“ Auto einfach etwas länger fährt. Daher ist der Artikel nur vom Satzbau korrekt übermittelt.
Dagobert meint
ifeu im Aufrag von Agora Verkehrswende, oder auch: „Glaube keiner Studie, die du nicht selbst gefälscht hast“.
Die Studie „Klimabilanz von Elektroautos“ wurde übrigens bereits 2019 veröffentlicht und wird immer wieder gerne zitiert. Wobei hier ja gar nichts zitiert, sondern nur ein schlechter Bericht der Autowoche abgeschrieben, wurde.
Die Studien ist darüber hinaus handwerklich eher mager, betrachtet wird auch nur die Kompaktklasse und reine Verbrenner. Andere Studien haben das schon besser gemacht – z.B. die VDI Ökobilanz-Studie von 12-2023. Wie es realistisch aussieht kann man dort ab Seite 50 lesen. In der Realität sind es nämlich je nach Antriebsart, Akkugröße und Nutzungsverhalten eher 150.000 km und mehr.
Mäx meint
Die Studie ist besser weil das Ergebnis besser passt oder wie soll ich das verstehen?
EdgarW meint
Dagobert, ein durchsichtiger Versuch, die scheinbare Objektivität des VDI in die Waagschale zu werfen. Das Gegenteil ist der Fall.
Die 2023er VDI-Studie war die erste seitens der VDI, die überhaupt zugab, dass E-Autos eine bessere Ökobilanz haben, als Verbrenner. Und das, obwohl sie beim Verbrenner immer von den positivsten Annahmen ausgeht, beim E-Auto jedoch stets von den ungünstigsten – und mit veralteten Zahlen. Obendrein falsche Annahmen zum Kohlestrom-Anteil, unberücksichtigtes Recycling und 2nd Life der Akkus und schließlich Nicht-Berücksichtigung des von vielen E-Auto-Besitzern aus Kostengründen (eigene PV, variable Stromtarife) längst betriebenen netzdienlichen Ladens und der möglichen und künftig definitiv stattfindenden Nutzung von E-Auto-Battien zur Puvverung mittels V2H und V2G.
Die VDI-Studie ist ein Lobby-Machwerk.
Gonzales meint
Diese VDI-Studie war ein erbärmlicher Versuch, mit falschen Annahmen E-Autos schlecht und Verbrenner gut zu rechnen, wie EdgarW schon aufgezeigt hat. Alleine die Dreistheit, bei Benzinern mit 100% E10 zu rechnen anstatt der wirklichen ca. 25% macht die gesamte Studie in meinen Augen lächerlich.
Gerry meint
Dem kann man nur voll zustimmen. Damit ist jeder der heute seinen alten durch einen neuen Verbrenner ersetzt ein Klimaschädling erster Güte 👍.
Kann man nur hoffen dass die Botschaft so langsam ankommt.
David meint
Da wünscht man sich in der Berichterstattung schon, dass das nicht so lapidar behauptet wird, sondern vielleicht in der Meldung zumindest mal die Treiber angeführt werden, die das im Wesentlichen bewirken. Denn dass das Verbrennerfahrer völlig anders sehen, dürfte auf der Hand liegen.
Thomas Langenbucher meint
Mehr Informationen dazu sind derzeit nicht frei verfügbar.
VG | ecomento.de
Kasch meint
Netter Versuch 🤗
eBikerin meint
Mal die Quelle angeschaut – leider steht da nicht was eigentlich mit dem Bestandsfahrzeug passiert. So nun meine „Studie“ – den Bestand weiter fahren ist immer ökologischer als ein Neufahrzeug anzuschaffen – egal welcher Antrieb. Warum? Weil das alte Auto nicht weg ist. Das fährt dann jemand anders. Ein neues Auto kann nur dann ökologischer sein, wenn das alte Auto komplett entsorgt wird.
Donald meint
Was meinst Du, die Käufer des Gebrauchtwagens sind bislang alle Bimmel gefahren und würden dies auch weiterhin tun, wenn Fritz Clever nicht ein neues BEV gekauft hätte oder bis zum bitteren Ende die Karre reitet.
Also, Altautos alle verschrotten, und die „Lidl-Kassiererin“ fährt weiter mit den Öffentlichen, weil sie keinen günstigen Gebrauchten bekommt?
Du lebst in einem selbsterschaffenen Paralleluniversum.
eBikerin meint
Lies meinen Beitrag nochmal. Da steht genau das drin: das alte Auto fährt dann die „Lidl-Kassiererin“. Daher ist es eben nicht ökologischer sich früher vom alten Auto zu trennen – weil es eben dann die wie du schreibst „Lidl-Kassiererin“ fährt.
Donald meint
Es ist klaro ökologisch nachhaltiger, wenn die Lidleranerin zu Hause bleibt, weil zur Arbeit kein Bus fährt und sie kein Geld für neues BEV hat. Lidl zu machen, weniger Plastikmüll. Ja, ist eine Lösung.
Utx meint
In der Quelle wird von „aus dem Verkehr nehmen und verschrotten“ gesprochen.
Außerdem wird ein einem Kapitel auch besprochen, welche Auswirkungen es hat, wenn der Verbrenner exportiert wird, statt verschrottet zu werden.
https://www.ifeu.de/fileadmin/uploads/ifeu_paper/ifeu_paper_02-2023_-_Umstieg_auf_Elektro-Pkw_rev03-2025.pdf
MichaelEV meint
Die Käufer der Gebrauchtwagen haben zum größten Teil schon vorher ein Auto gehabt. Ein älteres, wahrscheinlich mit höherem Verbrauch und in den meisten Fällen mit wesentlich höheren Schadstoff-Emissionen. Am Ende der Kette fallen die ältesten und schlimmsten Fahrzeuge raus. Eher ein doppelter Benefit.
Die kommende CO2-Bepreisung (zeitgleich wirkt auch noch die THG-Quote) bewirkt, dass sich Verbrenner gerade in den Händen von Vielfahrern am wenigsten lohnen. Mit dem Halterwechsel von Viel- zu Wenigfahrern entsteht ebenfalls ein großer ökologischer Nutzen.
A124 meint
Danke, genauso ist es.
eBikerin meint
ich denke du hast einen Denkfehler: „Am Ende der Kette fallen die ältesten und schlimmsten Fahrzeuge raus. .“ Oder auch nicht – die gehen in den Export und werden dann von Leuten gefahren, die sich eventuell gar kein Auto leisten konnten.
Wäre es so, dass für einen Neuwagen ein ganz alter Gebrauchter wegfällt, dann dürfte sich der Bestand nicht in diesem Maße erhöhen – weder in D noch weltweit.
Andre meint
In einigen afrikanischen Ländern ist die Einfuhr von den Verbrennern schon verboten….
Es wird die Zeit kommen, wo die alten Verbrenner in Europa niemand mehr haben will.
eBikerin meint
Gerade eine Statistik von UBA gefunden: 2021 wurden 2,5 Millionen Gebrachte exportiert – aber nur rund 400.000 entsorgt. (Achtung dazu zählen auch sog. leichte Nutzfahrzeuge) Neuwagen wurden 2,6 Millionen zugelassen.
eBikerin meint
„In einigen afrikanischen Ländern ist die Einfuhr von den Verbrennern schon verboten…“ Korrekt aber aktuell freuen sich andere afrikanische Länder, weil die nun mehr bekommen. Und über „Ersatzteile“ wird das ganze auch gerne umgangen.
„Es wird die Zeit kommen, wo die alten Verbrenner in Europa niemand mehr haben will.“
Korrekt – wird aber noch einige Zeit dauern, und hat mit der aktuellen Studie auch nichts zu tun.
Jörg2 meint
eBikerin
Es ist egal, wie lang Du die Verwertungskette machst. Wenn Du am Anfang etwas reingibts (Alt-Verbrenner vom nun BEV-Fahrer als Verbrenner-Gebrauchtwagen), dann rutscht das Altauto bis zu seiner Verschrottung in der Verwertungskette weiter und schiebt innerhalb der Verwertungskette. Unterstellt, die Nutzerzahl in der Verwertungskette bleibt stabil, fällt am Ende der Kette etwas raus. Das ist dann meist der Superschrott.
Man könnte auch argumentieren, jemehr am Anfang der Verwertungskette BEV in den Erstbestand kommen, umsoschneller „wachsen“ BEV in die Verwertungskette rein. Diese „Am-Anfang-der-Verwertungskette“-BEV werden ja auch (mehr oder wenig zügig) als Gebrauchtwagen weiterverwertet (natürlich im Wettbewerb mit gebrauchten Verbrennern).
eBikerin meint
Jörg deine Ausführung ist natürlich korrekt. Nur wenn du den Zyklus am Anfang verkürzt, dann wird am Ende weniger raus fallen, weil am Ende dann logischerweise jüngere Autos sind. Heisst der Superschrott wird jünger und daher „weniger“ Schrott. Wenn man allerdings den Zyklus verlängert, dann fällt der Superschrott trotzdem weg, weil der einfach nicht ewig lebt, und auch Ersatzteile dadurch verknappt werden.
Jörg2 meint
eBikerin
Wie schnell der ehemalige neuwagen die Gebrauchtwagenverwertungskette durchläuft, hat mit vielen Faktoren zu tun. Das geht beim Verhältnis Preis/Kaufkraft los, geht über örtliche Regularien (Fahrverbote, Einfuhrbeschränkungen…) bis hin zum „gesellschaften Aufstieg“ von Käufergruppen, die dann die Autoqualität wechseln….
Die Verkürzung am Anfang der Kette, also eine Entwicklung in Richtung „Überangebot“ (s. demnächst BEV-Leasingrückläufer) senkt eher die Preise auf dem Gebrauchtwagenmarkt und sorgt für ein schnelleres Durchlaufen der Verwertungskette.
eBikerin meint
„Die Verkürzung am Anfang der Kette, also eine Entwicklung in Richtung „Überangebot“ (s. demnächst BEV-Leasingrückläufer) senkt eher die Preise auf dem Gebrauchtwagenmarkt und sorgt für ein schnelleres Durchlaufen der Verwertungskette.“ Korrekt, aber eben nur bis zu einem gewissen Punkt.
Gerade ganz am Ende der Kette wird immer noch alle verwertet und gefahren was irgendwie geht. Und dort ist der Markt für super billige Gebrauchte auch noch riesig.
Utx meint
In der Quelle wird von „aus dem Verkehr ziehen und verschrotten“ gesprochen. Außerdem beschäftigt sich ein ganzes Kapitel mit den Auwirkungen, wenn das Fahrzeug ins Ausland exportiert statt verschrottet wird.
eBikerin meint
also in der Quelle finde ich das nicht und beim ifeu nur eine Studie von 2023. Aber das wäre interessant – das mit dem Verschrotten habe ich ja selbst erwähnt – was ja auch logisch ist. Interessant wären die Auswirkungen beim Export. Vielleicht kannst du mir irgendwie den Link zu kommen lassen, wäre nett. So mit Lehrzeichen sollte es gehen, damit es nicht zu lange in der Warteschleife hängt. Danke schon mal
Lanzu meint
Ist sehr leicht zu finden: „Quo vadis Elektroauto? Update der Klimabilanz“ ifeu paper 01/2025.
eBikerin meint
Danke – aber U tx muss ein anderes Dokument meinen. In dem Link finde ich nichts zum Thema verschrotten und auch kein Kapitel zum Thema Export. Wenn das in den Literturverzeichnissen versteckt ist, dann wird das etwas „zeitintensiv“.
Cupra meint
Auch wenn ich ein E-Fahrer bin, finde ich sowas doch eher naja….Ökologisch mag das vielleicht bei vielen zutreffen, allerdings muss man auch das Geld haben. Und das ist vollkommen unabhängig von E-Auto oder Verbrenner. Viele können sich ja nicht mal einen Verbrenner sich neu leisten.
South meint
Also unabhängig von der Antriebsart, es gab noch nie eine Zeit in der sich jeder nen Neuwagen leisten konnte. Der Kauf eines Neuwagens mit dem hohen Wertverlust in den ersten drei Jahren war schon immer ein teurer Luxus.
eBikerin meint
Das ist korrekt, es gab und gibt aber doch eine recht große Anzahl an Personen die ihren Bestand so lange fahren bis es sich wirtschaftlich nicht mehr lohnt und sich erst dann einen Neuwagen kaufen.
Ben meint
„bis es sich wirtschaftlich nicht mehr lohnt“
Das heißt also die meisten fahren ihr Fahrzeug die typischen 10 Jahre in Deutschland…wo isz also das Problem ???
eBikerin meint
Das Problem ist, dass sie Studie sagt, man solle früher auf einen Neuwagen umsteigen. Darum geht es ja in dem Artikel. Die 10 Jahre passen übrigens gut – habe da ein paar Bekannte da ist das so ungefähr der Rhythmus für den Neuwagen.
South meint
Die Krux an der Sache ist doch, dass es verständlicherweise keiner leisten kann und natürlich auch nicht will einen noch wirtschaftlich zu betreibenden Verbrenner einfach wegzuschmeissen, auch wenn das ökologisch sinnvoll wäre. Deshalb wird es vermutlich mal eine Art Abwrackprämie für Verbrenner geben.
Das aber damit zu verknüpfen, dass man da respektiv arm wäre, wenn man sich nicht mal nen neuen Verbrenner leisten kann, ist aber Schmarrn. Das ist und war schon immer Luxus und hat mit Arm nix tun.
Mag sein, dass das ein Kundenkreis gerne macht, ist ja auch völlig ok, aber viele Kunden machen was geldtechnisch viel vernünftigeres. Sie kaufen die Miet-, Firmen- und Geschäftswagen oder auch gebrauchte Private, die nach wenigen Jahren und hohem Wertverlust zurück in den Markt kommen und fahren ihn dann zehn Jahre.
Den Wertverlust der ersten Jahre zu tragen, vorallem bei den Premiummodellen macht doch kaum ein Privatkunde mit. Ab untere Mittelklasse aufwärts wird es deshalb auch sehr dünn mit privaten Neuwagenkäufer