Die Berufsfeuerwehr Stuttgart wird zwei elektrisch angetriebene Hilfeleistungslöschfahrzeuge erproben. Für den Testbetrieb soll auch die dazugehörige Ladeinfrastruktur errichtet werden. Die Auslieferung der Fahrzeuge ist im Jahr 2026 geplant, die Kosten belaufen sich auf 3,6 Millionen Euro.
Zielsetzung des Pilotprojekts sei es nicht, alle Feuerwehrfahrzeuge mit alternativen Antrieben auszustatten. „Innerhalb des Pilotprojekts sollen jedoch Erkenntnisse und Erfahrungen für die künftige Ausrichtung der Fahrzeugflotte der Feuerwehr Stuttgart gesammelt werden. Das Pilotprojekt soll wissenschaftlich begleitet werden“, so die Feuerwehr.
Laut der Mitteilung sind die Hybridfahrzeuge mit zwei Batterien und einem zusätzlichen Dieselmotor ausgestattet. „Die Beladung ist mit einem herkömmlichen Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF) vergleichbar und sticht mit einem innovativen Raumkonzept im Innenbereich hervor“, teilt die Feuerwehr Stuttgart mit.
Die Angaben deuten auf den Rosenbauer RT hin (Artikelbild). Das „Revolutionary Technology“ (RT) genannte Modell wurde speziell für den E-Antrieb mit sogenanntem Range Extender entwickelt. Zwei E-Motoren sorgen für 350 kW/476 PS Antriebsleistung. Der Strom stammt aus einer Hochvolt-Batterie mit 100 kWh oder von einem dieselbetriebenen Verbrennungsmotor als Range Extender von BMW – ein drei Liter großer Reihensechszylinder. Der Verbrenner ermöglicht einen Dauerbetrieb im Fahr- und Einsatzgeschehen. Insgesamt sind vier E-Motoren verbaut: die beiden Einheiten für den Antrieb, eine als Generator für den Range Extender und eine für elektrische Antriebe der Löschtechnik.
Aktuell nutzt die Feuerwehr Stuttgart elf E-Fahrzeuge, eines davon ist rund um die Uhr für den Direktionsdienst im Einsatz. Dabei handelt es sich um Elektro-Pkw, 2020 wurden etwa ein Audi e-tron, ein VW e-Golf und drei elektrische Smarts in die Flotte aufgenommen. Nun kommen zwei elektrische Löschfahrzeuge hinzu.


Monica meint
Wo ist mein Beitrag gelandet?
Monica meint
Für Spezielanwendungen braucht es eben Spezieltechnik, gut gemacht von Rosenbauer. Wenn die Nicht-Hersteller, nicht liefern können oder möchten, dann baut man eben bestehnde Technik selber zusammen. Ich finde das Konzept eines überschaubaren Akkus, hier 100 kWh, mit einem bekannten Motor als Generator super. In einem Feuerwehrwagen braucht man sicher keine 1.000 KM Reichweite, aber die Maschinen müssen auch mal paar Stunden vor Ort laufen. RAM bringt in Bälde einen Charger als V6 raus. Die selbe Konzeption, 100 kWh Akku und einen guten bekannten Motor als Generator. Also keine Hybrid Gurke die ständig zu- oder abgeschaltet wird, sondern im optimalen Bereich konstant arbeiten kann, in einem wählbaren Akku Fenster. Eigentlich ist das vom technischen her, absolut super und hätte schon viel früher im Massenmarkt einzug halten sollen.
Matthias meint
Offenbar verlieren die alten Herstellen von LKW-Fahrgestellen für Feuerwehren nun auch diesen Markt da die Elektrifizierung zu langsam geht und selbst das naheliegende Rezept der Reichweitenverlängerung nicht im Programm haben.
Anstatt nur Aufbau auf Mercedes, MAN, Iveco etc. zu fertigen bringt Rosenbauer nun ein komplettes Fahrzeug mit selber zusammengestellten Komponenten, mit Volvo-E-Motoren und einem Reihensechszylinder-Diesel ausgerechnet von BMW, also aus einem PKW Modell wo man hohe Leistung, und Betrieb überhaupt, nur kurzzeitig braucht und keine Dauerläufer nötig sind.
Monica meint
Warum sollten die Hersteller Rettungswagen, Löschwagen oder Feuerwehrautos herstellen? Ich doch gut, wenn das Chassis geliefert wird, der Motor geliefert wird… etc.
Rosenbauer macht das schon richtig. Gibt auch Firmen die Krankenwagen bauen, auch die baut Mercedes nicht selber. zu was auch? Chassis, Motoren, Antriebe liefern die Alt-Hersteller doch nach wie vor.
Und das mit dem Motor als Generator ist auch eine gute Sache.
Matthias meint
Nix verstanden!
Rosenbauer kauft dann eben keine Diesel-LKW-Fahrgestelle mehr. Bei denen waren Rahmen, Motor, Getriebe, Verteilergetriebe, mindestens eine oft zwei angetriebene Achsen sowie Abzweige für Löschpumpe, Drehleiter, Lichtgenerator, Seilwinde oder sonstwas dabei und es gab ein Führerhaus obendrauf.
Bald kauft sich Rosenbauer komplette E-Achsen mit Motor und Bremse, Akku, Luftpresser, andere Komponenten, kombiniert das selber optimal mit eigenem Rahmen und eigener Kabine, und macht das eigene Logo drauf. Nix mehr mit Mercedes-Stern oder M*A*N von deren Fließband, die sind dann raus.
Wird bei anderen Sonderaufbauten auch so laufen. Streetscooter war nötig weil die bisherigen Lieferwagen nicht elektrisch geliefert wurden. Man darf gespannt sein auf Rettungswagen mit Akku im niedrigen Boden und trotzdem Allrad mit Einzelaufhängung, die wesentlich sicherer schnell fahren als hochbeinige kopflastige Verbrenner mit polternden Starrachsen, und deswegen zur Vorschrift gemacht werden.
Bei uns um die Ecke ist eine Firma die mit Mercedes-Technik Schwertransporter und Flughafenfeuerwehr-Fahrgestelle mit Doppelmotor im Heck gebaut hat bis Daimler dieses Geschäft selber ins Haus übernommen hat, neudeutsch „Custom Tailored Trucks“. Nun verbauen die eben Scania-V8 oder sonstwas, und werden wohl ganz pleite gehen wenn sie die Elektrifizierung verpennen.
Monica meint
Streetscouter ist pleite gegangen, weil niemand bei Verstand 40.000 Euro für diese Schrottkiste bezahlen wollte. Rosenbauer bedient einen Spezialmarkt, der zudem zu 99,5% von öffentlichen Gelder bedient wird…. Ob das Feuerwehrauto jetzt auf einmal 150.000 Euro mehr kostet, juckt da nicht. Das wird vom „Sondervermögen“ bezahlt.
Ruf mich bitte an, wenn Rosenbauer ganz regulär eine Preisliste für Gewerbetreibende anbietet und in dem Wettbewerb mit anderen steht.