Als Luca de Meo 2020 als CEO zur Renault-Gruppe kam, war Alpine – eine traditionsreiche französische Sportwagenmarke – kurz vor dem Aus. „Wir hatten keinen Plan nach dem A110“, gestand der Manager laut Autocar bei der Vorstellung des neuen Alpine A390. Doch der neue Konzernchef sah in Alpine eine potenziell margenträchtige Premium-Tochter und entschied sich, die Marke neu auszurichten.
Neben dem etablierten, noch als Verbrenner gebauten Sportwagen A110 ergänzen inzwischen der Elektro-Kleinwagen A290 – im Grunde ein sportlicher Renault 5 – und der neue Batterie-Crossover A390 das Portfolio. Letzterer basiert auf der Renault-Scenic-Plattform, liefert aber dank drei E-Motoren deutlich mehr Leistung. Die anhaltende Modelloffensive soll Alpine mittelfristig globaler und profitabler machen.
Alpine will sich als hochwertige Sportwagenmarke mit Fokus auf Elektroantrieb etablieren. „Um eine Premiummarke zu lancieren, braucht man mindestens 20 Jahre“, sagte de Meo. Der Aufbau einer ernstzunehmenden Konkurrenz zum erklärten Vorbild Porsche sei ein Generationenprojekt, für das langfristige Investitionen nötig sind.
Ein Schlüsselmarkt ist dabei die USA, wo laut de Meo 40 Prozent des E-Segments verortet sind. Noch fehlt jedoch eine tragfähige Basis, weshalb Alpine laut Autocar über eine Plattform des chinesischen Fahrzeugherstellers Geely nachdenkt. Auch China bleibt als Zukunftsmarkt im Blick, wenngleich CEO Philippe Krief auf eine vorsichtige Haltung verweist: „Vielleicht…“, sagte er zu einem möglichen Start von Alpine in der Volksrepublik mit einem Schulterzucken.
„Wir müssen lernen, Autos in Premium-Märkte wie Deutschland zu verkaufen“
Derzeit ist Alpine noch stark auf Frankreich fokussiert, rund zwei Drittel der Verkäufe entfallen auf den Heimatmarkt. „Wir müssen lernen, Autos in Premium-Märkte wie Deutschland, Großbritannien oder Korea zu verkaufen“, erklärte Krief. Erst danach sei der US-Start geplant. Neue Showrooms in Barcelona, Paris und London sollen 2025 die internationale Markenwahrnehmung schärfen.
Technologisch verfolgt Alpine ambitionierte Ziele. Die neue Alpine Performance Platform (APP) für Sportwagen verspricht ein geringeres Gewicht als bei Konkurrenzmodellen, Radnabenmotoren für bessere Dynamik und ein 800-Volt-System für besonders schnelles Laden. Damit will Alpine den Spagat zwischen Sportlichkeit und Alltagstauglichkeit meistern.
Auch motorsportseitig setzt Alpine Akzente: Die Umbenennung des Renault-F1-Teams war nur ein Schritt. Mit einem 1000 PS starken Hybrid-Hypercar, das 2028 kommen soll, und dem neuen A424 für die Langstrecken-WM will man den Rennsportcharakter der Marke schärfen. Die technische Entwicklung erfolgt im hauseigenen Forschungs- und Entwicklungszentrum „Hypertech Alpine“, dem früheren F1-Motorenwerk in Viry-Châtillon.
Trotz E-Ausrichtung will Alpine keine reine Elektro-Identität. „Wir verkaufen keine Elektroautos, wir verkaufen sportliche Autos, Autos mit Leidenschaft“, betonte CEO Krief. Alpine setze auf Exklusivität, Tradition und technische Innovation – als Nischenmarke zwischen Alltag und Luxus. Renault-Konzernchef Luca De Meo: „Vielleicht können wir beweisen, dass Elektroauto-Technologie tatsächlich Spaß machen kann, dass wir die Seele in eine Waschmaschine stecken können.“

Rüdiger meint
Die sind an was ganz großem dran.
Rüdiger meint
A390, wir sind ganz vorsichtig, 1.000 PS…
und wieder das böse Wort mit P. am Anfang und remium hinten. Iggtit.
Rüdiger meint
der aus fürstenfeldbruck wird da sicher ein Video darüber berichten müssen.
Till meint
Der A390 ist dann doch eher ein I.D5, und noch weit, weit, entfernt von einem Porsche Macan. Ein paar Zehntelsekunden schneller sind da uninteressant.
TomTom meint
A424 Langstrecke…
Irgendwie ging mir da Airbus durch den Kopf…
🙊
Donald meint
„…will mit Elektroautos zum französischen Porsche werden….“
Das ist nicht schwer. Einfach Akkus nicht ordentlich verkleben, laienhaft zusammelnbasteln, lausige Software, alle 6 Wochen einen Rückruf – zack, Porschekopie fertig.
Thyl Engelhardt meint
aber die jetzigen Modelle sind schon eher etwas trostlos. Mal wieder ein SUV. Und ein Kleinwagen. Eine A110 als E-Variante, das wäre es, aber vermutlich kann die Basis die schwere Batterie nicht tragen. Die A610 war größer, vielleicht sollte sich Renault daran anlehnen.