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Prognose: 2030 nur knapp 6 Millionen Elektroautos auf deutschen Straßen

04.05.2026 in Autoindustrie, Studien & Umfragen von Thomas Langenbucher | 18 Kommentare

VW-ID3-laedt

Bild: VW

Deutschlands Elektromobilität entwickelt sich laut den Analysten von Dataforce bis 2030 langsamer als lange erwartet. Nach einer Prognose der Marktspezialisten für die Automobilwoche werden dann nur knapp sechs Millionen rein batterieelektrische Autos (BEV) auf deutschen Straßen fahren. Eine Studie der bundeseigenen Now GmbH im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums vom April rechnet für 2030 mit rund acht Millionen BEV.

Beide Werte liegen deutlich unter früheren Erwartungen. Die Ampelregierung aus SPD, Grünen und FDP hatte sich 2021 das Ziel gesetzt, 15 Millionen Elektroautos bis 2030 zu erreichen. Auch offizielle Prognosen gingen bislang meist von mindestens zehn Millionen E-Autos im Bestand aus.

Im März lag der Anteil reiner Elektroautos an den Neuzulassungen in Deutschland bei 24 Prozent. Das war der höchste Wert seit mehr als zwei Jahren. Zugleich wird es noch viel Zeit dauern, bis der Bestand von knapp 50 Millionen Pkw in Deutschland elektrifiziert ist.

Benjamin Kibies, Senior-Analyst bei Dataforce, nennt dafür der Automobilwoche eine rechnerische Größenordnung: „Bei 50 Millionen Pkw und jährlich 2,8 Millionen Neuzulassungen dauert es rechnerisch 18 Jahre, um den Bestand einmal komplett zu erneuern.“ Er erwartet bis 2040 höchstens 18 Millionen Elektrofahrzeuge im Bestand. Das entspräche etwas mehr als einem Drittel aller Pkw in Deutschland.

Für den Strombedarf ergeben sich daraus spürbare Folgen. Die derzeit knapp 2,2 Millionen Elektroautos, also Pkw und leichte Nutzfahrzeuge mit Stand Ende 2025, verbrauchen nach Berechnungen von Dataforce etwa 5,4 Terawattstunden (TWh) Strom im Jahr. Für 2030 rechnet das Unternehmen mit rund 15 TWh. Grundlage sind 20 Kilowattstunden (kWh) je 100 Kilometer und eine jährliche Fahrleistung von 12.500 Kilometern pro Fahrzeug.

Auch die Bundesregierung beziffert den künftigen Stromverbrauch nur in einer breiten Spanne. Im Monitoringbericht des Bundeswirtschaftsministeriums zur Energiewende vom November 2025 heißt es: „In den untersuchten Szenarien steigt die Stromnachfrage an. Es besteht jedoch Unsicherheit im Niveau und der Geschwindigkeit.“ Für 2030 rechnet die Bundesregierung mit einem gesamten Strombedarf von 600 bis 700 TWh.

Unsicher bleibt neben der Zahl der Elektroautos auch, wie schnell Gebäude auf Wärmepumpen umgestellt werden und wie viel Strom neue Rechenzentren für künstliche Intelligenz benötigen. Die 15 TWh der Dataforce-Prognose entsprächen selbst am unteren Rand dieser Spanne 2,5 Prozent des deutschen Stromverbrauchs, berichtet die Automobilwoche.

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Tags: Europa, ZulassungszahlenAntrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Gunnar meint

    06.05.2026 um 12:33

    „ Selbst bis 2040 erwartet er höchstens 18 Millionen Elektroautos im deutschen Bestand.“
    Sehr pessimistische Annahme. Da wir schon 2 Mio im Bestand haben, sind das 16 Mio BEVs in 15 Jahren, also durchschnittlich 90.000 neue BEVs pro Monat. Im März waren es schon 70.000.
    Diese Annahme beruht defacto auf einer sofortigen Stagnation des BEV-Hochlaufs. Wird aber nicht passieren.

    Antworten
    • Chris Stein meint

      10.05.2026 um 12:20

      Eins aber nicht vergessen, es werden zwischendrin Autos verschwinden durch exportieren, Unfälle, wirtschaftlicher Totalschaden usw. Vor kurzen ksm ,,China baut wegwerf e-autos“. Das nicht vergessen. Wenn in dem Jahr 1 Millionen dazukommen, sind in 10 Jahren bestimmt einige verschwunden aufgrund genannten Sachen

      Antworten
  2. Jensen meint

    04.05.2026 um 17:47

    Die Automobilindustrie, spricht in erster Linie davon, dass die „Zukunft selbstverständlich elektrisch“ ist. Abgesehen von den wenigen Herstellern, die grundsätzlich keine Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor anbieten. In erster Linie führt das in Deutschland dazu, dass es eben für den allergrößten Teil nach wie vor so ist, ein Verbrennerfahrzeug als der Gegenwart angemessen einzustufen. Selbst die glasklar erkennbaren Zeichen, die aufzeigen wohin es mit den Gesamtkosten für einen Verbrenner hingeht -was ja auch für die verbrennende Technik im Heizkeller gilt- lassen kein wirklich signifikantes umdenken erkennen. Die Industrie macht mit abgeschriebener, allgemeinschädlicher und wartungsintensiver Technik nach wie vor gute Umsätze und Gewinne. Und das will man sich natürlich möglichst lange erhalten. Und dazu gibt es aus allen Richtungen sicht- und unsichtbare Unterstützung auf allen Ebenen.

    Antworten
    • Böhser Neffe meint

      05.05.2026 um 19:21

      Die deutschen Hersteller agieren grundsätzlich nicht anders als die Amerikaner, Koreaner und Japaner, eigentlich sind die Deutschen zusammen mit den Koreanern sogar führend, jedenfalls was etablierte westliche OEMs angeht.

      Mercedes und BMW setzen technisch inzwischen sogar die Maßstäbe, interessant wäre hier eher wo die eigentliche Wertschöpfung bleibt, solange die Akkus aus Asien kommen.

      Antworten
  3. South meint

    04.05.2026 um 14:02

    Naja, mal wieder ein künstlicher Aufreger und das steht sogar im Text. Die 15m waren eine aus der Luft gegriffene Zahl aus 2021, denn man ging ja damals schon eher von 10m aus. Jetzt stellt man dazu gleich noch die untere Bandbreite mit 6m in die Überschrift, obwohl man auch 8m schreiben könnte, die eine andere Studie ja zeigt..
    Allgemein wird hier von Annahmen ausgegangen, die man mal hinterfragen sollte. Erstens. Die Stücke allein sagen eher wenig aus. Die eAutos mausern sich zu Arbeitstieren, bedeutet, sie entwickeln sich zum Rückgrat, also die Autos, welche die meisten Kilometer runterrattern. Zweitens. Es wird und kann auch gar nicht der komplette Bestand von 50m Autos ausgetauscht werden, aber wie gesagt, dass werden dann eher Nischen sein, wie Wenigfahrer, Oldtimer etc..
    Es bleibt also nicht die Frage, wie hoch eine Studie den Bestand einschätzt, sondern ob sich die eAutos durchsetzen und da kommt es auf die Neuzulassungen an und die steigen weltweit.
    Wo wir tatsächlich mal Landen ist schwer abzuschätzen, aber die momentanen Krisen und die rasante Entwicklung sprechen eher von einem Überraschungspotential nach oben…
    Ich denke wir werden ziemlich da landen, wo man schon seit Jahren normal prognostiziert hat… bei 50% BEV an den Zulassungen ab grob 2030… und vom Rest, ob jetzt ein Jahr hin oder her, wird kein Hersteller leben können….

    Antworten
    • eBikerin meint

      04.05.2026 um 14:36

      „Naja, mal wieder ein künstlicher Aufreger und das steht sogar im Text. Die 15m waren eine aus der Luft gegriffene Zahl aus 2021“
      Das ist nicht korrekt. Diese Zahl ergab sich aus den Berechnungen der NOW GmbH.
      Im April 24 kommt die NOW GmBH sogar noch zu folgender Prognose:
      „Der Bestand an BEV hingegen wird insbesondere in den nächsten Jahren sehr dynamisch ansteigen. Für das Jahr 2030 wird ein Bestand von ca. 13,4 Mio. BEV und 3,2
      Mio. PHEV ermittelt.“

      Antworten
      • South meint

        04.05.2026 um 16:46

        Doch isch es schon. „Das Ziel von 15 Millionen Elektroautos auf deutschen Straßen bis zum Jahr 2030 stammt ursprünglich aus dem Koalitionsvertrag der Ampel-Regierung (SPD, Grüne, FDP) aus dem Jahr 2021.“
        Das war ne rein politische Zahl, genauso wie das Ziel zuvor mit 1 Mio. eAutos auf den Straßen 2020…. und weisst du noch wann die 1Mio. tatsächlich erreicht wurden? Und ob das noch irgendeinen juckt?
        Im Internet gibts Geld für Klicks und Klicks gibts für Aufreger. Früher hätte man den Autor für Halbwahrheiten gefeuert, heute verdient man damit Geld….

        Antworten
        • David meint

          04.05.2026 um 20:52

          Ich weiß es, die Million wurde ein Jahr später erreicht. Es war ein Ziel, das 2009 formuliert wurde. Für ein solches Langfristziel war die Erfüllung recht ok.

        • eBikerin meint

          05.05.2026 um 08:55

          Wo genau ist denn die Halbwahrheit? Hat sich die Regierung nicht eben dieses Ziel gesetzt? Da ist es dann auch total egal ob die Zahl irgendwie aus der Luft gegriffen wurde oder nicht. Es ist Fakt dass das so im Koalitionsvertrag steht. Ach und Aufregen tut sich hier irgendwie nur einer.

  4. Gunnar meint

    04.05.2026 um 11:28

    6 Mio BEVs auf deutschen Straßen im Jahr 2030 (31.12.?) ist meiner Meinung nach sehr pessimistisch gerechnet.
    Anfang 2026 waren es 2 Mio. BEVs.
    2026: + 800T, 2027: +1Mio, 2028: +1,2Mio, 2029: +1,4Mio, 2030: +1,6 Mio. Macht insgesamt 8,2 Mio BEVs. Allerdings wird es auch ein paar Abmeldungen geben, diese Zahl wird sich aber im 6-stelligen Bereich bewegen, nicht im Millionenbereich.

    Antworten
    • Gernot meint

      04.05.2026 um 17:27

      So ist. Schreibt man die aktuelle Wachstumsdynamik einfach linear fort, dann wären wir Mitte 2030 bei 100% BEV-Anteil an den Neuzulassungen. Ende 2030 hätten wir gut 10 Mio BEV auf deutschen Straßen.

      Wie gesagt: Das ist keine vage Prognose. Das ist einfach das aktuelle Wachstum linear fortgeschrieben. Tatsächlich wird sich das Wachstum aber erstmal noch beschleunigen. Denn die neue Kaufprämie ist bislang in dem Wachstum nicht abgebildet. Die Auswirkungen des Iran-Krieges sind bislang in dem Wachstum nicht abgebildet, die den Kostenvorteil von Elektromobilität drastisch erhöhen. Und dass von vielen Marken jetzt erstmal BEV für 25.000 und 20.000 Euro auf den Markt kommen, erschließt Elektromobilität für neue Zielgruppen, was im bisherigen Wachstum auch noch nicht abgebildet ist. Solche BEV gab es bislang von VW, Tesla, Toyota und Co schlicht nicht zu kaufen.

      Mit dem aktuellen Wachstum ergäben sich gerundet folgende BEV-Zulassungszahlen
      2026: 0,8 Mio
      2027: 1,1 Mio
      2028: 1,6 Mio
      2029: 2,2 Mio
      2030: 2,7 Mio

      Damit wir nur bei 6 Mio landen, müsste das Wachstum drastisch einbrechen. Mit fällt kein Grund ein, warum das so sein sollte.

      Antworten
      • brainDotExe meint

        04.05.2026 um 17:44

        Dann beschäftige doch mal mit Wachstumskurven. Die flachen irgendwann ab und es kann sogar sein, dass sie nie 100% erreichen.

        Antworten
      • Gunnar meint

        05.05.2026 um 07:51

        „Mit fällt kein Grund ein, warum das so sein sollte.“
        Noch gibt es keinen Grund, aber die Fossillobby wird nicht untätig bleiben und sich noch irgendwas ausdenken. Kann sein, dass wir nochmal einen kurzen Einbruch erleben, aber dieser wird nicht dauerhaft sein. Genauso wie bei der Wärmepumpe: Die massive Schmutzkampagne hat zu einem Einbruch in 2024 geführt, aber da die Technik einfach massiv überlegen ist gegenüber anderen Heizsystemen, haben sich die Absatzzahlen in 2025 wieder deutlich erholt. Und so wird es auch bei BEVs sein.

        Antworten
      • M. meint

        05.05.2026 um 11:31

        „Schreibt man die aktuelle Wachstumsdynamik einfach linear fort, dann wären wir Mitte 2030 bei 100% BEV-Anteil an den Neuzulassungen.“

        Das wäre aber nun auch zu optimistisch.
        Bis 2030 werden zentrale Probleme wie die Versorgung mit günstigen, wohnortnahen Lademöglichkeiten nicht gelöst sein, also wird es auch in 5 Jahren noch Verbrennerverkäufe geben. Und das ist nur eine nüchterne Betrschtung, Idiologie mal ganz außen vor. Bis Söder ein BEV kauft…
        Die Zahl wird natürlich abnehmen, da sind wir uns einig. Aber 8 Mio. BEV @2030 wäre schon ein Erfolg.

        Antworten
  5. Htr35 meint

    04.05.2026 um 11:13

    Das entspricht auch meiner Prognose.
    2030 sind wir bei 12% und 240 bei 33%. Mehr nicht. Möglich wäre viel viel mehr aber das wollen die Hersteller und Ölkonzerne nicht. (Regelung über künstlich hohe Anschaffungspreise).
    Ich werde wohl noch weiter warten und ca 2030-2035 ein kleines Volumenmodel bestellen. Bis dahin fahre ich den besten und langlebigsten Bestand kostengünstig weiter.

    Antworten
    • Gunnar meint

      04.05.2026 um 21:39

      Du wirst voll daneben liegen.

      Antworten
  6. David meint

    04.05.2026 um 11:13

    15 Millionen verkannten die Realität. Dazu hätte man eine 50 % Quote BEV bereits im ersten Jahr sicherstellen müssen. Selbst heute noch und in einer aktuellen Krise für Verbrennerfahrzeuge ist die BEV-Quote mit 25% beeindruckend niedrig. D.h. zwar nicht, dass das Elektroauto nicht kommt. Aber das bedeutet, dass man bei uns irgendwann ab 2030 in Ballungsräumen oder gefährdeten Landschaften über Gerichtsurteile Einfahrverbote verhängen wird. Zum Glück ist man in Skandinavien weiter, und so wird es nicht mehr lange dauern, dass man dort mit seinem Fiat Ducato Diesel Wohnmobil nicht mehr anreisen darf. Und die nächsten sind Frankreich und Spanien. Erst dann dreht sich der Plot.

    Antworten
    • Paule meint

      04.05.2026 um 17:27

      Bei den aktuellen Problemen der Wirtschaftlichkeit ihrer BEV-Produktion wird die deutsche Automobilindustrie einfach sehr, sehr froh über den zögerlichen Kaufwillen der deutschen Kunden sein. Nahezu alle verfügbaren Steuerungselemente, das Angebot zu verknappen, werden eingesetzt. Zur Not werden Werke geschlossen und Schichten reduziert.

      Antworten

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