Ford verschiebt den Start von zwei Elektrofahrzeugen der nächsten Generation. Der US-Traditionshersteller will sich zunächst auf erschwinglichere, kleinere Modelle konzentrieren.
Das Unternehmen teilte seinen Zulieferern kürzlich mit, dass sich die Produktion eines großen Elektro-Pick-ups in den USA von 2027 auf 2028 verschieben werde. Neben dem Nachfolger des inzwischen auch nach Europa kommenden E-Pick-ups F-150 Lightning (Artikelbild) hat Ford auch die Produktion des Lieferwagens E-Transit im Bundesstaat Ohio von 2026 auf 2028 verschoben.
„Der F-150 Lightning, Amerikas meistverkaufter Elektro-Lkw, und der E-Transit erfüllen weiterhin die heutigen Kundenbedürfnisse“, so das Unternehmen. „Wir werden unsere Produkteinführungszeitpunkte flexibel an die Marktbedürfnisse und die Kundennachfrage anpassen und gleichzeitig eine verbesserte Rentabilität anstreben.“
„Der Markt für reine Elektrofahrzeuge in den USA scheint uns sehr klar zu sein: kleine Fahrzeuge für den Pendlerverkehr und für die Stadt“, so Ford-CEO Jim Farley letzte Woche bei einer Telefonkonferenz mit Analysten. Der Konzern macht derzeit mit Elektroautos noch hohe Verluste. Zunächst hatte man auf große Modelle, vor allem SUV gesetzt, nun gibt es eine Strategieänderung.
E-Auto-Strategie wird angepasst
Im Rahmen der Bekanntgabe der Ergebnisse im zweiten Quartal kündigte Farley an, dass Ford demnächst seine künftige Elektroauto-Strategie vorstellen werde. Sie soll das Unternehmen in die Lage versetzen, mit dem Verkauf von Vollstromern Geld zu verdienen und effektiv mit den in den Markt drängenden chinesischen Angeboten zu konkurrieren.
„Am 11. August wird ein großer Tag für uns alle bei Ford sein“, sagte der CEO. „Wir werden in Kentucky sein, um mehr über unsere Pläne für die Entwicklung und den Bau eines bahnbrechenden Elektrofahrzeugs und einer Plattform in den USA zu berichten. Eine Chance, eine neue Fahrzeugfamilie auf die Welt zu bringen, die unglaubliche Technologie, Effizienz, Raum und Eigenschaften bietet.“ Im Fokus steht laut Farley auch die groß angelegte Produktion von kostengünstigeren Lithium-Eisenphosphat-Batterien in den USA mit staatlicher Unterstützung.
Farley betonte, eine flexible Strategie zu verfolgen – mit reinen Verbrennern, Plug-in-Hybriden, Elektroautos mit kompaktem Verbrenner an Bord für mehr Reichweite sowie vollelektrischen Autos.
„Wir glauben, dass das ein viel besserer Schritt ist als ein 60.000 bis 70.000 Dollar teurer rein elektrischer Crossover“, erklärte der Konzernchef. „Wir glauben, dass die Kunden langfristig genau das wollen. Und wir investieren viel in langlebigere Verbrenner-Antriebsstränge. Die gute Nachricht ist, dass wir unser Geschäft immer auf die Flexibilität des Antriebsstrangs ausgerichtet haben, so dass sich unsere Produktion darauf einstellen kann.“

Sebastian meint
Das Problem liegt in der Nutzung des Fahrzeugs. Ich hab zwar nur einen 0815 Pickup von Ford, der Motor wird eigentlich kaum wirklich kalt im Alltag. Den Satz verstehen hier im Forum sicher 98% der Schreibendendende*innende nicht. Es gibt wirklich Mitmenschen die fahren ein Auto und parken es nicht nur… haben mehrere (Plural) Anhänger bis zur 3,5t Klassifikation und sind mit dem Vehikel quasi täglich unterwegs. Also im Grunde 1:1 so wie die homeoffice heinis mit ihrem Laptop.
DAS diese Klientel einen anderen Anspruch an die 4 rädrige Behausung hat, wird man hoffentlich verstehen können?!
M. meint
Für Europa sollte sich Ford lieber mal um einen E-Ranger kümmern, da gibt es aktuell nur Verbrenner und einen PHEV mit mickrigen 41 km E-Reichweite. Den Ranger sieht man hier in brauchbaren Stückzahlen, den F150 fast gar nicht – ein F150 ist einfach zu groß und auch als Verbrenner (in Deutschland wenigstens) gar nicht im Angebot. Das sollte man bei Ford wissen.
Wieso glaubt man nun, den F-150 Lightning nach Europa bringen zu müssen? Passt der besser durch die Straßen als der Verbrenner?
Ansonsten wäre halt mal ein Nachfolger für den Focus Electric eine Idee, aber von solchen Kleinwagen hält Ford ja nichts mehr, oder?
Inwiefern wird zukünftig in den USA noch die Produktion von LFP-Batterien gefördert? Ist da Onkel Donald was entgangen?
Dass man in den USA ansonsten wieder mehr auf Verbrenner setzt, verstehe ich bei dem politischen Umfeld aber schon. Zumal man damit leichter Geld verdient…
Benzinbenjamin meint
Dann sollte man an den Zulassungskriterien schrauben, 500 kg weniger Zuladung auf der Pritsche machen ihn für viele Betriebe uninteressant. Ich sehe kein Problem darin, z.b. bei LKW-Zulassung 4 to Gesamtgewicht zu erlauben.
Donald meint
Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion.
Benjamin Blümchen meint
Der Kommentar, auf den Sie sich beziehen, wurde bereits entfernt. Die Redaktion.
DubiCity meint
Donald, alias Michael M., der ewige Verlierer :-D