Opel will wie die Stellantis-Konzernschwester Citroën ein Elektroauto für 25.000 Euro anbieten. Markenchef Florian Huettl verriet nun mehr dazu, um was für ein Modell es sich handeln wird.
„Dieses 25.000-Euro-Auto wird der Corsa der nächsten Generation sein“, sagte der Manager im Gespräch mit Motorprofis.at. Um das als Hersteller zu schaffen, müsse man das Produkt komplett auf die Elektromobilität optimieren, das heißt von Anfang an dahin entwickeln. „Da müssen Sie ein paar Entscheidungen treffen, die die Kosten beeinflussen, darunter Batteriechemie und Antriebstechnik, aber auch eine voll optimierte Karosseriearchitektur.“
Das habe man beim ab 2026 erwarteten Corsa gemacht und damit komme man auch auf einen Einstiegspreis von 25.000 Euro. Mit der Konzernplattform STLA Small werde man diese Preisschwelle erreichen, was heute nicht möglich sei. „Das ist normal, die Elektromobilität ist nach wie vor in einem Stadium, in dem wir mit technologischen Weiterentwicklungen gerade im Bereich der Batterietechnik noch Kostensprünge haben“, erklärte der Opel-Chef.
Das könne man sehen, wenn man in die Vergangenheit schaut: Der Corsa Electric habe vor nicht allzu langer Zeit noch 35.000 Euro gekostet, heute sei man bei 28.000 Euro. Da sei also schon auch was passiert in der Kostenstruktur. Einen Ausblick auf die Designsprache gibt der im Sommer vorgestellte Corsa GSE Vision Gran Turismo (Artikelbild).
Produktion in Deutschland zu teuer
Ein wichtiger Teil der Kosten seien die Produktionskosten im Werk. Diese lägen in Deutschland ein Vielfaches über dem, was man in anderen Bereichen Europas heute leisten könne – zum Beispiel in Spanien oder der Slowakei. „Einen elektrischen Kleinwagen für 25.000 Euro in Deutschland zu bauen, schaffen wir nicht“, so Huettl.
Die Bundesrepublik habe hohe Arbeitskosten, im internationalen Vergleich sehr hohe Energiekosten und darüber hinaus ein Sozialsystem, das zu ungünstigen Kostenfaktoren führt. So habe Deutschland die höchsten Krankenstände in Europa. Das sei aber nicht neu, Opel baue kleinere Fahrzeuge schon lange in verschiedenen Ländern der EU, zum Beispiel den Corsa in Spanien und den Frontera in der Slowakei. In Deutschland produziere man eher das C-Segment, wie den Grandland.
Die Bezahlbarkeit spiele bei Elektroautos eine Rolle, sei aber nicht das einzige Argument. Ein Stromer koste mehr, die Batterie habe ihren Preis – dem stünden aber auch Vorteile gegenüber. Der Opel-Boss berichtet von seinem neuen Grandland, der über 10.000 Kilometer mit 18 kWh pro 100 Kilometer fahre. „Wenn Sie mit rund 20 Cent pro kWh zu Hause laden, kommen Sie auf 3,60 Euro pro 100 Kilometer. Dazu weniger Kosten bei der Wartung und bei den Schmiermitteln.“ So amortisiere sich der höhere Anschaffungspreis.
Die Ladeinfrastruktur spiele eine Rolle, man könne aber an der Autobahn laden oder bei der Arbeit oder beim Fitnessstudio. „Für uns ist das wirklich eine Einbahnstraße: Es geht hin in die Elektromobilität und die Kunden bleiben auch“, sagt Huettl.

hu.ms meint
Nächstes jahr kommen einige BEV-kleinwagen im bereich um die 4,00 m länge. Als reine BEV-konstruktion mit nutzbaren innenräumen eines stinker-Golf. Corsa + stellantis-schwestern, ID.Polo und 3 konzern-derivate, Kia EV2 u.a.
Alle wollen bei 25.000 € mit dem kleineren akku starten. Der vergleich wird interessant.
hu.ms meint
Der mann spricht von zuhause laden für rd. 20ct.
Das ist nur mit WP-tarif möglich, der nur mit WP möglich ist. Habe ich aber wieviele wieviele noch? 3% ?
Gerry meint
Insgesamt ist der e-corsa ein zuverlässiges Auto mit ordentlicher Reichweite. Bei der Digitalisierung hat es Nachholbedarf, insbesondere bei der opelApp.
Aber immerhin gabs den e-corsa als er 2020 auf den Markt kam für 20k Euro (dank Förderung).
Davon waren andere weit entfernt oder hatten garnichts in der Fahrzeugklasse.
E.Korsar meint
Lasst uns Tipps für Opel zusammenstellen für den zukünftigen Corsa G. Ich fange mal an.
Verbaut kein 3G-Modem.
Fehlermeldung „Kraftstofffehler“ kommt nicht gut.
Massepunkte nicht lackieren.
Navi sollte einen nicht auf einen Radwanderweg schicken.
Navi: „Sprache muss auf die Sprache des Zielorts umgestellt werden.“ Warum nur?
Schickt keine Gutscheine über Ölwechsel für das Auto raus.
Überlegt euch vorher die Zeitpunkte der Wartungen – nicht nachher.
Setzt keine Federn auf Lot, wo ihr 11kW durchjagen wollt.
Kundeservice sollte nicht 3 Jahre erzählen, dass ein Ladelimit nachgereicht wird. (Kam übrigens nicht.)
Macht direkt Prozentangaben zum SoC.
Verlegt die Kabel zu den Drehzahlsensoren ordentlich.
Werft die MyOpel-App weg.
Werft e-Routes weg. Das gehört ins Navi.
Löscht das spanische Profil vor Auslieferung.
Wenn ihr ein hübsches analoges Kombiinstrument mit einem 4″-Bildschirm anbietet, dann ersetzt es nicht durch ein 7″-Bildschirm, um es auch noch Upgrade zu nennen.
Legt keine Datenbank innerhalb der Firmware des Multimediasystems an, um da Senderlogos reinzulegen, alldieweil man sonst die FW ersetzen muss wegen ein paar Bildchen.
Autos fahren mehr als 9999km. Trip?
Wenn das Auto gerade über 50kW Leistung abruft, dann will ich das auch sehen.
Wenigstens die Grundrechenarten sollten zur Restreichweitenberechnung benutzt werden. (Ok, der letzte Satz war ironisch. Die anderen leider nicht.)
E.Korsar meint
Ach, was mich letztens noch geärgert hat.
Automatische Sommer/Winter-Zeitumstellung wäre auch schön.
Immer identische Uhrzeit Auto vs. Navi wäre auch toll.
RainerLEV meint
Interessant; da scheint man die Digitalisierung komplett verschlafen zu haben. Wir fahren in der Familie keinen aktuellen Opel, haben einen alten Zafira Tourer (super zufrieden, läuft) und einen iX1 (eingebautes Navi auch mies, regelmäße Android-Auto Abstürze). Ich würde schon erwarten, dass beim neuen e-Corsa die meisten der genannten Probleme weg sind, oder? Vielleicht kommen ein paar Neue dazu, hihi.
E.Korsar meint
„Interessant; da scheint man die Digitalisierung komplett verschlafen zu haben.“
Ja, aber es gibt ja Tricks. Zum Beispiel kann man einen Ziegelstein auf das Bremspedal legen, damit sich das Auto nicht nach 10 Minuten rumstehen abschaltet. Ganz praktisch, wenn man das Navi 45 Minuten lang über USB updatet. (Mit dem Spezial-USB-Stick, den man nicht verlieren darf, weil das Auto bei Sticks sehr wählerisch ist.) :-D
RainerLEV meint
Geil. Opel muss man einfach lieben.
Anti-Brumm meint
Vor 2 Wochen erschien ein Video von carwow DE zum Thema warum neue Autos so viel teurer geworden sind. Starker Fokus lag hier auf dem gestiegenen Medianeinkommen bzw. der Inflation.
Mich würde die Kostenstruktur speziell der deutschen Autobauer interessieren.
– Wieviele Leute in der Fertigung benötigt man heute im Gegensatz zu vor 40 Jahren? Stichwort Automatisierung. Die Gehälter sind höher, aber vieles ist heute hochautomatisiert.
– VW ist bekanntermaßen ein extrem aufgeblähtes Unternehmen, das im Vergleich zum Output extrem viele Mitarbeiter beschäftigt. Wie sieht das bei Opel aus? Man möchte ja meinen, dass sich im Stellantis-Verbund viele Synergien ergeben, die zu spürbaren Einsparungen führen.
hu.ms meint
„Wieviele Leute in der Fertigung benötigt man“
Ungenau. Besser: wieviele MA-stunden sind notwendig für 1 fahrzeug ?
Schätze mal so 25.
Jeff Healey meint
Ich weiß, es ist ein alter Schuh, von dem ich hier erzähle, aber TEILWEISE entgegen der Aussagen des Managements dürfte ein sehr großer Kosten-Faktor in Wahrheit der Verlust von Wertschöpfung sein, weil der wichtigste Teil des E-Autos von Stellantis zugekauft werden muss. Und diese Kosten werden natürlich an die einzelnen Marken durchgereicht und schlagen auf das Produkt. Ein riesiges Problem, neben den zugegebenermaßen anderen (zu) hohen Kosten in Deutschland.
Das eigentliche Problem in Deutschland liegt jedoch viel tiefer: Unser Staat verwendet mittlerweile 40% des Bundeshaushalts für seine bürokratischen Strukturen.
hu.ms meint
Den punkt akkuzellen-selbstbau – beginnend mit rohstoff-minen – haben alle nicht-asiatischen hersteller. Lohnt sich aber nur ab bestimmten stückzahlen – stichwort: skalierung, die bei vielen bisher vermutlich nicht ausreichend erfolgt ist.
Und natürlich sind autos mit 20 schaltern über ein touch-dispaly hinaus teurer. Die sind aber lt. umfragen mehrheitlich gewünscht = möglichst wenig änderung zu älteren autos bei bedienung und auch aussenoptik.