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Studie: Abhängigkeit der Zulieferer vom Verbrenner bleibt hoch

15.01.2026 in Autoindustrie, Studien & Umfragen von Thomas Langenbucher | 7 Kommentare

Volkswagen-Werk-Wolfsburg,-Golf-Produktion-

Bild: VW (Symbolbild)

Die Elektromobilität nimmt weiter an Fahrt auf. Grund zum Jubeln sieht die Zuliefererindustrie laut einer Studie dennoch nicht, denn die Transformation erfolgt noch immer mit angezogener Handbremse. Zudem werden ihr international, vor allem im wichtigen US-Markt, hohe Hindernisse in den Weg gelegt.

Die Berater von Berylls by AlixPartners haben mit der jüngsten, jährlich wiederkehrenden Umfrage unter Zulieferern die Stimmungslage der Automobilzulieferer eingefangen und analysiert. Jürgen Simon, Partner bei Berylls by AlixPartners: „Die Transformation zur E-Mobilität geht weiter, aber deutlich langsamer und volatiler als erwartet. Die europäischen Zulieferer erleben zwar eine anhaltende Verschiebung der Industrie in Richtung E-Mobilität, diese wird jedoch von geringerer Planungssicherheit, verzögerten Plattformanläufen und schwächerem Markthochlauf begleitet.“

Vertrauen in E-Mobilität als Wachstumstreiber hat abgenommen

Im Rahmen der jährlichen Analyse haben die Zuliefererexperten von Berylls by AlixPartners mit Führungskräften von 49 europäischen Automobilzulieferern aus verschiedenen Segmenten (beispielsweise Antriebsstrang, E/E, Innenausstattung, Außenausstattung, Karosserie und Software) und verschiedenen Unternehmensgrößen gesprochen.

Zusammenfassend zeichnet sich ab, dass das Vertrauen in die E-Mobilität als Wachstumstreiber im Vergleich zu vorangegangenen Umfragen spürbar abgenommen hat. Tatsächlich sieht nur noch knapp die Hälfte der Befragten in der Elektromobilität eine Chance. Dieser Wert hat in den letzten drei Jahren kontinuierlich abgenommen. Ein wachsender Anteil der Zulieferer betrachtet die Elektromobilität inzwischen als neutral oder sogar als riskant. Diese Verschiebung spiegelt die Unsicherheit hinsichtlich der Marktentwicklung, die Herausforderungen im Zusammenhang mit der Skalierung von BEV-Programmen (Batterie-Elektrofahrzeuge) und den zunehmenden Wettbewerbsdruck wider.

Abhängigkeit vom Verbrenner bleibt hoch

Gleichzeitig bleibt die Abhängigkeit vom Verbrennungsmotor hoch und schwindet langsamer als geplant. Mehr als 70 Prozent der Zulieferer erwirtschaften nach wie vor mehr als ein Viertel ihres Umsatzes mit dem Benziner- und Dieselgeschäft. Selbst bis 2030 rechnen viele der Befragten nur mit einer moderaten Reduzierung dieser Abhängigkeit.

Uneinigkeit herrscht in der Branche bei den Erwartungen an die Margen- und Profitabilitätsentwicklung. „Während ein wachsender Teil der Zulieferer auf Margenverbesserungen hofft, sehen rund 23 Prozent zusätzlichen Druck auf sich zukommen“, erläutert Simon.

Angesichts gesunkener Umsatzprognosen und zunehmenden Wettbewerbsdrucks wird laut der Studie eine weitere Konsolidierung unter den Zulieferern von Komponenten für die Elektromobilität immer wahrscheinlicher. Innerhalb der nächsten sechs Jahre rechnen 92 Prozent der befragten Unternehmen mit einem deutlichen Konsolidierungstrend in der Zulieferlandschaft für die Elektromobilität, mehr als die Hälfte (52 %) sogar innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre.

Überwiegende Zahl der Zulieferer zufrieden mit strategischen Ausrichtung

Trotz eher düsterer Prognosen für die nahe Zukunft lässt sich bei der Zufriedenheit der Zulieferer mit ihrer eigenen E-Mobilitätsstrategie eine eher positive Haltung beobachten. Entgegen den schwierigen Marktbedingungen und der Tatsache, dass nur jedes zweite Unternehmen davon ausgeht, dass sich die E-Mobilität in den nächsten fünf bis zehn Jahren positiv auf dessen Umsatz auswirken wird, geben 63 Prozent der Befragten an, dass sie mit ihrer aktuellen Strategie zufrieden oder ziemlich zufrieden sind.

Dies stellt allerdings einen deutlichen Rückgang gegenüber den 85 Prozent des Vorjahres dar. „Erneut bleibt eine spürbare Kluft zwischen der schwierigen Realität, mit der die Zulieferer derzeit konfrontiert sind, und der eigenen Einschätzung der strategischen Ausrichtung“, so Simon.

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Via: Berylls by AlixPartners
Tags: AutozuliefererAntrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Paule meint

    15.01.2026 um 15:01

    Was für eine Binsenweisheit, dass Zulieferer in totaler Abhängigkeit sind.

    Antworten
    • Future meint

      15.01.2026 um 16:41

      Genau. Und eigentlich sind ja alle von irgendwas oder irgendwem abhängig. Bei schlechtem Wetter bleibt der Chiringuito ja auch geschlossen.

      Antworten
      • Paule meint

        15.01.2026 um 18:11

        Ja, aktuell kommt wirklich viel Wasser von oben.

        Antworten
      • Future meint

        16.01.2026 um 13:38

        Jetzt sitzen die Touris wieder bei MC Do.

        Antworten
        • Future meint

          18.01.2026 um 15:13

          Ich habe doch oft geschrieben, dass sie bei McD die guten Cimablis haben – das ist seit 8 Jahrem eine gute Kombi mit den eweGo-Säulen vor der Tür. Wenn du auch ein Elektroauto hättest, dann wüsstest du das auch.

  2. F. K. Fast meint

    15.01.2026 um 14:35

    Ist halt das Resultat, wenn man die Lobbyisten vorschickt, um den Verbrenner zu reanimieren. Dann nimmt der Herstellerdruck zu BEV hin ab und die Zulieferer, die in ihre Zukunft investiert haben, bekommen keine Aufträge rein. Danke, CxU, dass ihr die einheimische Automobilindustrie und insbesondere Zulieferer durch planloses Hüh-Hott zerstört. Dabei brauchen sie doch gar nichts anderes als einfach nur halbwegs konstante Rahmenbeddingungen und vernünftige Planbarkeit.

    Antworten
  3. Mary Schmitt meint

    15.01.2026 um 14:09

    Alles andere wäre bei diesem Jahr zu erwartenden Absatz von 75% Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren ja auch logisch gar nicht möglich.

    Antworten

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