US-Elektroautobauer Lucid hat 2025 seinen Umsatz um 68 Prozent auf 1,35 Milliarden US-Dollar erhöht. Das Unternehmen macht aber weiter hohe Verluste, im vergangenen Jahr blieb das Minus mit 2,7 Milliarden US-Dollar zumindest stabil im Vergleich zu 2024. Erst vor wenigen Tagen hatte Lucid bekannt gegeben, zur Kostensenkung 12 Prozent seines Personals in der Administration zu entlassen.
Der kalifornische Hersteller konnte 2025 die Auslieferungen um 55 Prozent auf 15.841 Elektroautos steigern. Hergestellt wurden 18.378 Fahrzeuge, darunter neben der Limousine Air mit dem Luxus-SUV Gravity die neue zweite Baureihe der Marke. Dieses Jahr soll die Fertigung auf 25.000 bis 27.000 Fahrzeuge gesteigert werden.
Für ein größeres Produktions- und Absatzvolumen sollen 2026 vor allem zwei Neuerungen sorgen: ein Robotaxi auf Basis des Gravity, für das der Fahrdienstvermittler Uber vergangenes Jahr 300 Millionen US-Dollar in Lucid investiert hat. Im Fokus steht zudem der Einstieg in das Mittelklasse-Segment mit einem neuen SUV, das ab diesem Jahr vom Band rollen soll. Ab 2029 soll zudem eine Robotaxi-Version dieses Mittelklasse-SUV für eine deutliche Skalierung dieses Geschäftsfelds sorgen.
Lucid will in diesem Jahr in mehrere weitere europäische Länder expandieren. Zusätzlich zu Deutschland, den Niederlanden, Norwegen und der Schweiz sollen künftig auch in Belgien, Dänemark, Frankreich, Italien, Österreich, Schweden und Spanien E-Autos verkauft werden. Dazu sollen auf dem Kontinent 25 neue Standorte eröffnet werden, davon drei in Deutschland, sowie weitere im Nahen Osten und in Nordamerika.
Während Lucid in Nordamerika weiter komplett auf Direktvertrieb setzt, wird in Europa und dem Nahen Osten ein Hybridansatz aus Direktvertrieb über die eigenen Lucid Studios und online, Agenturmodell für Händler sowie Importeuren weiterentwickelt.
„2025 stand ganz im Zeichen der Umsetzung und Strategieanpassung, um Lucid langfristig erfolgreich zu positionieren. Trotz eines herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds konnten wir die Produktion nahezu verdoppeln, Marktanteile gewinnen, die Stückkosten senken und unsere Finanzlage stärken“, so Marc Winterhoff, Interims-CEO von Lucid. „Auch 2026 konzentrieren wir uns auf operative und finanzielle Disziplin, nachhaltiges Wachstum und die weitere Erzielung von Profitabilität. Wir freuen uns auf die Produktion unseres ersten Fahrzeugs der Mittelklasse und die Inbetriebnahme der ersten Lucid-Robotaxis im kommerziellen Betrieb mit unseren Partnern.“
Neben dem Ergebnis des Gesamtjahres hat Lucid auch die Zahlen für das vierte Quartal 2025 veröffentlicht. Der Umsatz belief sich auf 522,7 Millionen US-Dollar, was ein Plus von 123 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal ist. Der Verlust belief sich in den letzten drei Monaten 2025 auf 814 Millionen US-Dollar – mehr als doppelt so viel wie die 397 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal. Lucid-Finanzvorstand Taoufiq Boussaid betont, dass das vierte Quartal „einen deutlichen Wendepunkt in Produktion und Stückkostenrechnung“ markiert habe.

M. meint
„Lucid-Finanzvorstand Taoufiq Boussaid betont, dass das vierte Quartal „einen deutlichen Wendepunkt in Produktion und Stückkostenrechnung“ markiert habe.“
Q4:
Umsatz +123%
Verlust +106%
Verlust = Umsatz x 1,56
Lucid hat noch einen langen Weg vor sich. Auf das deutlich günstigere Mittelklasse-SUV bin ich gespannt. Wenn es das nicht schafft, das Ergebnis zu drehen, kann man in 2 Jahren einpacken.
Karl S meint
„Trotz eines herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds konnten wir die Produktion nahezu verdoppeln, Marktanteile gewinnen, die Stückkosten senken und unsere Finanzlage stärken“
Heißt übersetzt: Trotz der fehlenden Nachfrage für unser Nischenprodukt, haben wir es
geschafft, dem einen oder anderen Kunden unser Produkt erfolgreich aufzuschwatzen
und somit die prekäre Lage zu verbessern.
Kommentar an die Investoren: All in !!
Uwe meint
@Ecomento:
„Lucid erreicht 2025 Umsatzplus von 68 Prozent, macht aber wieder hoher Verlust“
-> macht hohen Verlust oder macht hohe Verluste
Redaktion meint
Danke für den Hinweis – korrigiert!
VG | ecomento.de
Future meint
Lucid gehört zu den wenigen reinen Elektroautoherstellern. Man muss ihnen ein bisschen Zeit geben. Wichtig ist, dass weiter genügend Risikokapital vorhanden ist.
hu meint
Das wird aber noch viele Mrd. kosten.
Bin einen Lucid Air Pur leider ohne ADAS Pro Paket eine Woche gefahren. Neufahrzeug von Europcar! War der erste Kunde!
Das reine Fahren war recht gut, war auch recht sparsam.
Auto ist für Europäische Verhältnisse meiner Meinung zu groß. Software noch sehr stark Verbesserungswürdig!
Bekannte technische Probleme beim Frunk sind aufgetaucht. Service von Europcar und auch direkt von Lucid konnten leider nicht weiterhelfen! Foren in denen das grundsätzliche Problem aufgezeigt wurde leider auch nicht.
Erst meine Lebensgefährtin hat das Problem durch zartes Drücken an genau einer Stelle der Frunkhaube gelöst!
Ohne diese Lösung war die Höchstgeschwindigkeit auf bis zu 20km/h beschränkt. Das Abschleppen des Fahrzeugs wurde schon in Erwägung gezogen.
Ich glaube das wird trotz guter Ansätze nichts!
Future meint
Bisher ist doch so gut wie kein Hersteller profitabel mit den Elektroautos – das liest man hier immer wieder. Die alten Hersteller veröffentlichen dazu keine Zahlen, außer Ford, und da ist alles tiefrot. Natürlich wird es in einigen Jahren nicht mehr jeden Hersteller oder jede Marke von heute geben, sobald fast nur noch Elektroautos verkauft werden. Aber es ist doch reine Spekulation, jetzt schon zu wissen, ob in 10 Jahren Audi oder Lucid verschwinden werden. Bei Tesla oder Amazon hat es auch viele Jahre gebraucht bis zur Profitabilität. Es braucht einfach mehr Optimismis bei den neuen Marken, die nur noch saubere Elektroautos bauen.
eBikerin meint
„Bei Tesla oder Amazon “
Du übersiehst hier etwas: Als Tesla angefangen hat, gab es sonst keinen Hersteller mehr der nur eAutos gebaut hat. Die Konkurrenz waren der eGolf. i3 und der Leaf. Die Stückzahlen damals waren auch eher übersichtlich. Nun schau mal was alles auf dem Markt ist und wie viele eAutos die jeweiligen Hersteller verkaufen.
Amazon ähnlich. 1994 gab es ein paar Online Händler die mehr oder weniger versucht haben in das Geschäft zu kommen. Wenn du nun versuchst Amazon Konkurrenz zu machen ist das eine total andere Situation
Future meint
Bei Tesla und Amazon gab es in Deutschland trotzdem jahrelang immer die Prognose, dass im nächsten Jahr wieder die Pleite kommen würde, weil nicht profitabel. Mich stört diese reflexartige Haltung, die es heute eben auch immer noch gegenüber vielen Startups und neuen Playern am Markt gibt. Ich habe den Eindruck, dass hat auch damit zu tun, dass es einfach so wenige Risikokapitalgeber in Deutschland gibt. Und ich glaube, es hat auch damit zu tun, dass Sicherheit ein wichtiges Gefühl im Land ist. Mut und Risiko hat man wohl nicht so gerne.
Tinto meint
Keine Gewinne zu machen war die Strategie von Amazon in den Anfangsjahren, und mit den Investoren so abgesprochen. Die Gewinne wurden aktiv vermieden, indem operative Gewinne sofort als Ausgaben für Expansion (Lagerhäuser, Logistik) verbucht wurden.Die Strategie war unter dem Motto „Grow first, profit later“ (erst wachsen, später Gewinn machen) bekannt. Die langfristige Strategie zahlte sich aus, da Amazon die Konkurrenz im Onlinehandel durch diese aggressive Preisgestaltung verdrängte.
Paule meint
„Die Gewinne wurden aktiv vermieden, indem operative Gewinne sofort als Ausgaben für Expansion (Lagerhäuser, Logistik) verbucht wurden“
Klar. Bei denen gelten die Bilanzierungsregeln vom Mars. Lagerhaus als Sofortabschreibung. Leute sind hier unterwegs, unglaublich.
David meint
Die Uhr tickt und die Lösungsideen sind so absurd wie bei Tesla. Mit denen ist man insgesamt in unglücklicher Beziehung. Denn man war angetreten, um ein besseres Auto als Tesla zu bauen. Das war zu einer Zeit als ein Model S für 80k das Basismodell war. Dann brauchte man ewig, hatte dabei nicht auf die Kosten geachtet und das Ziel erreicht. Nur war Tesla schon lange nicht mehr das Maß der Dinge. Ein Mittelklasse Lucid ist nicht auf dem Markt, kommt vielleicht 2027. Während ein iX3 die Goalposts seit letztem Jahr deutlich verschoben hat.
Future meint
Der iX3 ist ja schon ausverkauft, habe ich hier gelesen. Also werden die Lucids doch noch gebraucht, damit es genügend gute Elektroautos im Luxussegment für alle gibt.
Tinto meint
So gut scheint der Lucid nicht zu sein, nach dem Erfahrungsbericht weiter oben.
Schon vergessen, was? ;-)
Future meint
Ich erinnere mich immer noch gerne daran, als Diess mit Tochter und i3 über den Brenner in den Urlaub gefahren ist. Bei den Erfahrungsberichten gibt es dich solche und solche. Eine Probefahrt oder ein Mietwagen ist für mich ein erster Eindruck. Echte Erfahrungen kommen doch von den Besitzern, die mit dem Auto ein paar Monate unterwegs waren.
Tinto meint
Und? Bist du den Lucid und seine direkten Konkurrenten einige Monate gefahren um hier einschätzen zu können dass er gut ist?
Future meint
Natürlich nicht. Ich habe auch überhaupt keine Ahnung von Autos. Es geht mir nur darum, dass die Verbrenner verschwinden. Das habe ich schon oft geschrieben. Es hat mit Klima, Lärm und Vergiftung zu tun. Lucid wird gebraucht, weil sie eben keine Verbrenner bauen. Deshalb gefallen mir solche Unternehmen wie Lucid, denn sie haben die bessere Klimabilanz und sorgen dafür, dass es wieder ein paar Verbrenner der üblchen Althersteller nicht auf die Straßen geschafft haben.
Thomas meint
Nach den Erfahrungen anderer großer Unternehmen mit der Entwicklung autonomer Fahrzeuge klingt es doch reichlich unrealistisch, dass eine kleine Bude wie Lucid hier vorne mitspielen kann. 300 Mio. EUR invest sind hier ja auch eher ein Tropfen auf den heißen Stein…
Future meint
Lucid als »kleine Bude« entwickelt autonome Fahrzeuge nicht allein, sondern setzt für Robotaxis auf eine Partnerschaft. Es baut das E-SUV Lucid Gravity als Hardware-Basis, während die autonome Fahrsoftware vom KI-Spezialisten Nuro (Nuro Driver) kommt und die Integration für den Einsatz bei Uber erfolgt. 20.000 Robotaxis von Lucid sind für Uber bis 2032 geplant. Deshalb ist Uber also in Lucid investiert. Das System von Nuro wurde bereits über 5 Jahre lang im fahrerlosen Betrieb getestet (über 1,7 Millionen Meilen).
Mary Schmitt meint
Ist dieselbe Geschichte wie mit Jaguar. Waymo wählt Autofirmen mit gutem Ruf, deren Modell aber wenig gefragt ist. So gibts satte Rabatte und eine gescheite Basis.
Future meint
Deswegen hat sich Uber in USA auch für den ID Buzz und andere wenig gefragte Modelle entschieden. Da kann VW dann auch gleich wieder was verramschen.