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Lucid-CEO: „Wir straffen die Abläufe steuern die Kosten und schützen die Bilanz“

26.02.2026 in Autoindustrie von Thomas Langenbucher | Kommentieren

Lucid-Gravity

Bild: Lucid

Lucid rechnet nach einem Produktionssprung mit einem verlangsamten Wachstum in diesem Jahr. 2025 hatte die US-amerikanische Elektroauto-Marke ihre Fertigung nahezu verdoppelt – angetrieben vom Hochlauf des zweiten Modells Gravity. Für das laufende Jahr erwartet der Hersteller aus Newark in Kalifornien eine Produktion zwischen 25 000 und 27.000 Fahrzeugen, wobei das neue Luxus-SUV Gravity neben der Oberklasselimousine Air den Großteil ausmachen soll, wie Interims-CEO Marc Winterhoff mitteilte.

Sollte Lucid das obere Ende seiner Prognose für 2026 erreichen, entspräche dies einem Produktionsplus von rund 50 Prozent gegenüber den 17.840 Fahrzeugen aus dem zurückliegenden Jahr. Am unteren Ende der Spanne läge das Wachstum bei etwa 40 Prozent. Später in diesem Jahr soll als dritte Baureihe ein mittelgroßer Crossover auf den Markt kommen, 2025 aber noch keinen großen Einfluss auf das Volumen haben.

Das neue Modell, das laut Automotive News voraussichtlich den Namen Earth tragen wird, soll zunächst in Saudi-Arabien produziert werden, bevor die Fertigung in den USA anläuft. Lucid befindet sich mehrheitlich im Besitz des saudischen Public Investment Fund (PIF). Zudem hat das Königreich eine Vereinbarung unterzeichnet, über einen Zeitraum von zehn Jahren bis zu 100.000 Fahrzeuge des Herstellers zu kaufen.

Parallel baut Lucid in diesem Jahr eine kleine Anzahl von Gravity-Robotaxis für den Fahrdienstvermittler Uber auf Basis des Gravity. Eine Ausweitung der Robotaxi-Produktion ist laut Winterhoff für 2027 vorgesehen.

Um die finanzielle Basis zu stärken, setzt das Unternehmen auf Kostensenkungen. „Wir straffen die Abläufe, steuern die Kosten und schützen die Bilanz, während wir das Unternehmen für profitables Wachstum positionieren“, sagte Winterhoff in der Telefonkonferenz zu den jüngsten Geschäftszahlen. Teil der Maßnahmen ist ein Stellenabbau von 12 Prozent der Belegschaft, der in den kommenden drei Jahren Einsparungen von bis zu 500 Millionen Dollar bringen soll. Die Entscheidung sei „schwierig, aber notwendig“, um die operative Effizienz zu verbessern und Ressourcen zu optimieren, hieß es.

Steigender Umsatz, anhaltender Verlust

Im letzten Jahr konnte Lucid seinen Umsatz um 68 Prozent auf 1,35 Milliarden US-Dollar erhöhen. Das Unternehmen macht aber weiter hohe Verluste, 2025 blieb das Minus mit 2,7 Milliarden US-Dollar zumindest stabil im Vergleich zu 2024.

Neue Impulse im Verkauf erhofft sich Lucid vom angekündigten Produktionsende der Flaggschiff-Modelle Model S und Model X von Tesla im zweiten Quartal. Diese Elektroautos konkurrieren direkt mit der Limousine Air und dem Gravity von Lucid. „Ich denke, wir sind der natürliche Nachfolger dieser beiden Fahrzeuge, und wir sehen definitiv eine Zunahme von Kundenanfragen von Model-S- und Model-X-Besitzern“, so Winterhoff.

Auf die Frage nach der Ernennung eines dauerhaften Vorstandsvorsitzenden konnte der Interimschef keinen Zeitplan nennen. Winterhoff war vor einem Jahr nach dem Abgang des langjährigen CEO und Technikchefs Peter Rawlinson zum vorläufigen Chef ernannt worden. In den vergangenen Monaten verzeichnete Lucid mehrere Abgänge in der Führungsebene. Im Januar sagte Winterhoff, das Unternehmen habe seine Software-Führung praktisch komplett ausgetauscht, während es Qualitätsprobleme bearbeitete.

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

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