Die stationsbasierten und kombinierten Carsharing-Anbieter in Deutschland wachsen trotz schwieriger Rahmenbedingungen. Das zeigt die jüngste Carsharing-Statistik des Bundesverband Carsharing. Im Gesamtmarkt kommt es demnach nach Jahren des rasanten Wachstums zu einer Konsolidierung.
Der Studie zufolge stellten die Anbieter von stationsbasiertem und kombiniertem Carsharing am 1. Januar 2026 in Deutschland 18.390 Fahrzeuge bereit, das sind 2,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Parallel zum moderaten Wachstum der Fahrzeugflotte stieg die Zahl der Kunden um 11,8 Prozent auf jetzt 978.300 angemeldete Fahrberechtigte.
Gunnar Nehrke, Geschäftsführer des Bundesverband Carsharing: „Die steigende Zahl der Fahrberechtigten im stationsbasierten und kombinierten Carsharing zeigt: Immer mehr Menschen in Deutschland wollen Carsharing nutzen. Gleichzeitig bremsen stark gestiegene Kosten für Fahrzeugbeschaffung, Kfz-Versicherung und Werkstattleistungen das Flottenwachstum. Einige große Anbieter konnten dennoch wachsen, bei anderen war 2025 ein Jahr der Stagnation. Bei den kleineren Anbietern hat der steigende Kostendruck zu einzelnen Geschäftsaufgaben geführt.“
Mehr Carsharing-Orte, mehr E-Fahrzeuge
Am 1. Januar 2026 stellten die stationsbasierten und kombinierten Carsharing-Anbieter in 1479 Städten und Gemeinden Carsharing bereit, 94 Orte mehr als im Vorjahr (+6,8 %). 22,1 Prozent der von den Anbietern in Deutschland bereitgestellten Fahrzeuge hatten zum Stichtag einen batterieelektrischen Antrieb, das sind 1,2 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.
„Die stationsbasierten und kombinierten Carsharing-Anbieter investieren trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen weiter in die Carsharing-Versorgung abseits der großen Städte und die Elektrifizierung der Carsharing-Flotte. Das zeigt die wirtschaftliche Stärke der Anbieter und zugleich ihre klare Orientierung am Allgemeininteresse“, so Nehrke.
Nach Jahren des Wachstums: Konsolidierung im Gesamtmarkt
Der Bundesverband Carsharing schätzt, dass am 1. Januar 2026 insgesamt 43.190 Carsharing-Fahrzeuge in Deutschland bereitgestellt wurden – 4,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Rückgang wird verursacht durch eine Verkleinerung der Flotten im Marktsegment Free-Floating-Carsharing (Fahrzeuge ohne feste Stationen) um 9,5 Prozent. Die Angaben zur Entwicklung des Free-Floating-Carsharing bezeichnet der Verband allerdings ausdrücklich als Schätzung auf Basis von Anbieterangaben und eigenen Recherchen.
Nehrke: „Wir gehen davon aus, dass im Jahr 2025 im Free-Floating-Carsharing Überkapazitäten abgebaut wurden. Der Rückgang geschieht vor dem Hintergrund von über 50 Prozent Flottenwachstum in den letzten fünf Jahren. Wir vermuten daher, dass es sich hier um eine Konsolidierung handelt, nicht um eine Trendwende.“

Gerry meint
22,1 % BEV im Bestand beim Carsharing 👍. Da wird der diesel-maaik aus dem Staunen nicht mehr rauskommen. 😄
Matthias meint
Wie komplett sind diese Zahlen? Im Bundesverband Carsharing ist z.B. Deer nicht dabei, Tochter von EnCW in Calw, sehr stark vertreten im Südwesten, und bietet nur E-Autos an. Die Stadtmobil-Vereine dagegen haben viele Verbrenner. Ebenso fehlt Flinkster bzw. einige von den Carsharing-Partnern. Und zudem Free2move von Stellantis, und ehemals Daimler&BMW. Selbst wenn man Interesse an Carsharing hat ist die Vielzahl der Anbieter verwirrend.
MK meint
@Matthias:
Die Daten sind vollständig aber teils geschätzt.*
Wenn Sie die hier angegebene Quelle anklicken, dann werden da u.a. Deer (8.größter) und Free2Move (3.größter) in der Liste der größten Carsharing-Betreiber gelistet. Insgesamt sind laut Quelle 293 in Deutschland aktive Carsharing-Betreiber mit mehr als 43.000 Fahrzeugen, darunter 6 reine Free-floating-Anbieter mit fast 25.000 Fahrzeugen, die in rund 1.500 deutschen Städten und Gemeinden aktiv sind, berücksichtigt. Ohne Free2Move wird mal wohl kaum auf 25.000 Freefloating-Fahrzeuge kommen.
*Konkret wird die von Hr. Langenbucher verlinkte Quelle mit folgendem Absatz eingeleitet: „Der Bundesverband Carsharing fragt jährlich zum Stichtag 1. Januar bei allen Carsharing-Anbietern in Deutschland deren Kennzahlen ab, unabhängig davon, ob sie Mitglied im bcs sind oder nicht. Für Anbieter, die keine Kennzahlmeldungen abgeben, werden die Kennzahlen durch eigene Recherche des bcs ermittelt. Ergeben die Kennzahlmeldungen und die Recherche in einem Berichtsbereich keine ausreichende Datengrundlage, dann wird je nach Größe der Datenlücke eine Kennzahl geschätzt oder keine Kennzahl berichtet. Darüber informieren wir im jeweiligen Zusammenhang.“